Könnte ein Ansturm auf sichere Investitionen den Goldpreis auf 3.000 US-Dollar treiben?




14.09.19 09:01
Motley Fool

Vor einem Jahr hätte der Gedanke, dass der Goldpreis bis Ende 2019 über 1.500 US-Dollar liegen würde, Stirnrunzeln hervorgerufen, doch nun befinden wir uns über diesem Niveau. Die Analysten müssen ihre Prognosen nochmal überdenken.


Der nächste Meilenstein ist der Spitzenwert von 2011 mit rund 1.900 US-Dollar. Gold hat in den letzten 12 Monaten bereits um 350 US-Dollar pro Unze zugelegt, so dass es keine Überraschung wäre, wenn es sich bis Ende 2020 wieder so stark nach oben bewegen würde.


Die Experten sehen die Erholung zunehmend als Beginn einer langfristigen Rallye, und Gold bei 3.000 US-Dollar wird bereits als mögliches Niveau angesetzt.


Werfen wir einen Blick auf den Grund für den Aufschwung im vergangenen Jahr und versuchen wir festzustellen, ob du Gold in dein Portfolio aufnehmen solltest.


Zinssätze

Gold neigt dazu, bei sinkenden Zinsen Anklang zu finden. Das ist ein wesentlicher Grund für die Rallye im vergangenen Jahr.


Bis zum Herbst 2018 erwarteten die meisten Analysten, dass die US-Notenbank die Zinserhöhungen beibehalten würde. Der Markt erwartete zunächst, dass die Zentralbank die Zinssätze 2019 dreimal erhöhen würde, unterstützt durch ein starkes Wirtschaftswachstum, eine niedrige Arbeitslosigkeit und die Gefahr einer beschleunigten Inflation.


Die Börsenkorrektur bis zum Jahresende erfolgte teilweise aus Sorge, dass die Fed die Zinsen zu schnell erhöhen könnte. Das könnte die Fed gezwungen haben, eine Verlangsamung in Betracht zu ziehen. Die Zunahme der Handelsspannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China ist wahrscheinlich die größere Ursache für den Stimmungsumschwung der Fed. Am Ende des ersten Quartals dieses Jahres war klar, dass es keine drei Anhebungen geben würde, und Gold begann Rückenwind zu bekommen.


Als das zweite Quartal abgeschlossen war, begannen Händler die Zinssenkungen in ihre Kursberechnungen einzukalkulieren, und die Fed bestätigte das mit einer Senkung um einen Viertelpunkt im Juli. Das ist der Grund für den Goldanstieg von Anfang Juni bis Ende August. Da die Experten jetzt über die Anzahl der Kürzungen sprechen, die für den Rest des Jahres 2019 und bis 2020 anstehen könnten, erfährt Gold Anklang.


Warum?


Gold bietet keine Rendite, so dass es im Nachteil ist, wenn die Anleger mit festverzinsten Alternativen eine angemessene Rendite erzielen können. Wenn die Zinsen fallen, sinken die Opportunitätskosten für den Besitz von Gold, was es für die Investoren attraktiver macht.


Anleiherenditen

Rund 17 Billionen US-Dollar in globalen Staatsanleihen sind nun mit negativen Renditen verbunden. Der Trend breitet sich aus, was der Goldnachfrage einen Schub verleiht. Große Investmentfonds halten normalerweise beträchtliche Mengen an Staatsanleihen, aber der Gedanke, weniger zurückzubekommen, als man verleiht, ist nicht allzu attraktiv, so dass die Nullrendite von Gold immer attraktiver wird.


Währungsschlachten

Die Zentralbanken auf der ganzen Welt senken die Zinssätze, um die wirtschaftlichen Auswirkungen des anhaltenden Handelskrieges zwischen den Vereinigten Staaten und China zu verringern. Da die Befürchtungen wachsen, dass eine globale Rezession bevorstehen könnte, ist eine Strategie, die die Länder verfolgen können, die Schwächung der eigenen Währungen. Das kann oft durch niedrigere Zinsen erreicht werden.


Die Angst am Markt ist, dass sich ein Währungskrieg anbahnen könnte, der die Kaufkraft der Menschen gefährdet. Eine Möglichkeit, das Kapital zu schützen, ist der Besitz von Gold, das in US-Dollar gehandelt wird. Die amerikanische Währung wird in turbulenten Zeiten nach wie vor als die attraktivste angesehen.


Kommt ein großer Anstieg bei Gold?

Eine Reihe von Faktoren könnten zusammenwirken, um den Goldpreis in den kommenden Monaten und Jahren deutlich zu steigern. Die Ausweitung des Handelskrieges zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada ist die größte Bedrohung. Doch auch eine Reihe anderer geopolitischer Situationen könnte große Auswirkungen haben.


Ein No-Deal Brexit wird immer wahrscheinlicher. Da sich Großbritannien und die EU ohne Vereinbarung dem Termin am 31. Oktober nähern, werden sich die Anleger wahrscheinlich in Gold als sicheren Hafen für ihr Kapital stürzen. Für den Fall, dass das Vereinigte Königreich die EU ohne eine vernünftige Vereinbarung verlässt, könnte Gold aufgrund einer möglichen Finanzkrise weiter aufholen. Die italienischen Banken sind unsicher, und ein chaotischer Brexit könnte sie aus dem Konzept bringen und eine finanzielle Schockwelle durch Europa schicken.


Die zunehmenden Spannungen zwischen Indien und Pakistan geben Anlass zur Sorge. Unruhen im Nahen Osten sind ebenfalls auf dem Radar.


Ein geopolitisches Großereignis in den nächsten Jahren in Verbindung mit einem wirtschaftlichen Abschwung könnte Gold auf 3.000 US-Dollar pro Unze ansteigen lassen.


Hoffentlich wird das nicht eintreten, aber die Investoren sollten wahrscheinlich eine gewisse Goldposition als Portfolio-Absicherung haben.


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Dieser Artikel wurde von Andrew Walker auf Englisch verfasst und am 03.09.2019 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.


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