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Kelbers Whatsapp-Warnung stößt in GroKo auf Kritik




14.01.19 12:09
dts Nachrichtenagentur

über dts NachrichtenagenturBERLIN (dts Nachrichtenagentur) - Dass der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber angesichts des jüngsten Hackerangriffs auf Hunderte Politiker, Journalisten und Künstler von einer Nutzung von Kommunikationsplattformen wie Whatsapp abgeraten hat, stößt auf Kritik in der Großen Koalition. "Ich halte es nicht für schlau, wenn der neue Datenschutzbeauftragte die Nutzer verunsichert, ohne Lösungen anzubieten", sagte der CDU-Digitalpolitiker Thomas Jarzombek dem "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe). "Viele Anwender wünschen sich klare, aber auch realistisch umsetzbare Hinweise. Dieser gehört nicht dazu."



Kelber hatte gesagt, er würde "nie Nachrichten-Apps wie Whatsapp benutzen, wo man für die volle Funktionalität seinen gesamten Kontaktordner anbieten muss." Der SPD-Digitalpolitiker Jens Zimmermann hält Kelbers Kritik an dem zu Facebook gehörenden Messenger Whatsapp für berechtigt, merkte aber an: "Whatsapp ist ein Beispiel, dass sich viele Nutzerinnen und Nutzer bei einem Diensteanbieter gefangen fühlen", sagte Zimmermann dem "Handelsblatt". Viele alltägliche Angelegenheiten – von der Kindergartengruppe bis zur Fußballmannschaft – würden über diesen Messenger organisiert. "Wer da rausgeht, bekommt vieles nicht mehr mit", so Zimmermann. "Deshalb ist es zwingend notwendig, dass wir Datenschutz und Sicherheit bei bestehenden Plattformen besser durchsetzen." Der CDU-Politiker Jarzombek forderte, die "Mindeststandards für Login-Sicherheit" verbindlich zu erhöhen. "Am liebsten mit einer Eigeninitiative der Industrie, im Zweifelsfall aber auch über gesetzliche Auflagen im Rahmen eines erweiterten IT-Sicherheitsgesetzes." Notwendig sei überdies eine "Interoperabilität" von Messengern gesetzlich vorzuschreiben. Damit müsste sich der Dienst für andere vergleichbare Angebote öffnen. "Erst dann haben viele Nutzer die praktische Möglichkeit, andere, sicherere, Messenger als Whatsapp zu nutzen." Denn Whatsapp-Nutzer könnten dann, so der Gedanke, auch mit den Nutzern von einem anderen Anbieter kommunizieren.


Foto: über dts Nachrichtenagentur




 
 

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