Deutsche Industrieproduktion enttäuscht - Bausektor trotz guter Witterung mit deutlichem Minus
07.02.12 14:47
HSBC Trinkaus & Burkhardt
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Im Dezember 2011 ist die Industrieproduktion in Deutschland überraschend kräftig um 2,9% gegenüber dem Vormonat zurückgegangen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
Die Jahresrate sei mit 1,3% nur knapp im positiven Bereich verblieben. Vor allem das deutliche Monatsminus im Bausektor falle ins Auge, seien die Temperaturen im Schlussmonat des vergangenen Jahres doch noch vergleichsweise mild gewesen, was die Bautätigkeit entsprechend kaum eingeschränkt haben dürfte. Allerdings sei der Rückgang im Bausektor im Vergleich zum verschneiten Vorjahresmonat weniger stark ausgefallen. So sei die Bauproduktion im Dezember 2010 noch um über 20% eingebrochen. Aufgrund der positiven Entwicklung bei den Auftragseingängen im Dezember 2011 bestehe die Hoffnung, dass die Industrieproduktion nach dem Quartalsminus zum Jahresende im Jahresverlauf 2012 wieder positive Wachstumsraten ausweise.
Vom Rückgang der Produktionsaktivitäten im Dezember seien alle Sektoren betroffen gewesen: Während das Verarbeitende Gewerbe ein Monatsminus von 2,7% habe hinnehmen müssen, sei es im Energiesektor zu einem Rückgang um 2,2% gegenüber dem Vormonat gekommen. Die negative Überraschung habe indes die Produktion im Bausektor dargestellt, die trotz des vergleichsweise milden Winterwetters in der Berichtsperiode um stattliche 6,4% gegenüber dem Vormonat zurückgefallen sei. Das größte Minus im Verarbeitenden Gewerbe habe es bei der Investitionsgüterproduktion gegeben (Vorleistungsgüter: -2,4%, Konsumgüter: -0,9%). Der Automobilsektor habe einen Produktionsrückgang um 2,3% vermeldet, während die Produktion im Maschinenbausektor kräftig um 7,9% gegenüber dem Vormonat nachgegeben habe.
Per saldo würden die Daten eine Enttäuschung darstellen. Der Wintereinbruch Ende Januar dürfte neben einem negativen Überhang dazu beitragen, dass die Produktionsaktivitäten auch im 1. Quartal 2012 noch einmal eine negative Quartalsentwicklung verzeichnen (4. Quartal 2011: -1,9%) und damit auch das BIP-Wachstum in dieser Zeitperiode bremsen würden. Im weiteren Jahresverlauf 2012 sollte sich mit Blick auf die Sentimentdaten und die im Dezember 2011 positive Entwicklung bei den Auftragseingängen indes eine Stabilisierung ergeben. Bei einer aufgrund der soliden Lage am Arbeitsmarkt stabilen Binnennachfrage werde ein entsprechender Turnaround indes entscheidend davon abhängen, wie sich die Nachfrage aus dem (außereuropäischen Ausland) darstelle.
Die jüngsten ifo-Exporterwartungen vom Januar weisen in diesem Zusammenhang für die kommenden Monate immerhin auf eine moderate Belebung der Auslandsnachfrage hin, so dass die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt für das Gesamtjahr 2012 insgesamt mit einer neutralen Entwicklung bei der Industrieproduktion rechnen (2011: +8,0%). (07.02.2012/ac/a/m)
Die Jahresrate sei mit 1,3% nur knapp im positiven Bereich verblieben. Vor allem das deutliche Monatsminus im Bausektor falle ins Auge, seien die Temperaturen im Schlussmonat des vergangenen Jahres doch noch vergleichsweise mild gewesen, was die Bautätigkeit entsprechend kaum eingeschränkt haben dürfte. Allerdings sei der Rückgang im Bausektor im Vergleich zum verschneiten Vorjahresmonat weniger stark ausgefallen. So sei die Bauproduktion im Dezember 2010 noch um über 20% eingebrochen. Aufgrund der positiven Entwicklung bei den Auftragseingängen im Dezember 2011 bestehe die Hoffnung, dass die Industrieproduktion nach dem Quartalsminus zum Jahresende im Jahresverlauf 2012 wieder positive Wachstumsraten ausweise.
Per saldo würden die Daten eine Enttäuschung darstellen. Der Wintereinbruch Ende Januar dürfte neben einem negativen Überhang dazu beitragen, dass die Produktionsaktivitäten auch im 1. Quartal 2012 noch einmal eine negative Quartalsentwicklung verzeichnen (4. Quartal 2011: -1,9%) und damit auch das BIP-Wachstum in dieser Zeitperiode bremsen würden. Im weiteren Jahresverlauf 2012 sollte sich mit Blick auf die Sentimentdaten und die im Dezember 2011 positive Entwicklung bei den Auftragseingängen indes eine Stabilisierung ergeben. Bei einer aufgrund der soliden Lage am Arbeitsmarkt stabilen Binnennachfrage werde ein entsprechender Turnaround indes entscheidend davon abhängen, wie sich die Nachfrage aus dem (außereuropäischen Ausland) darstelle.
Die jüngsten ifo-Exporterwartungen vom Januar weisen in diesem Zusammenhang für die kommenden Monate immerhin auf eine moderate Belebung der Auslandsnachfrage hin, so dass die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt für das Gesamtjahr 2012 insgesamt mit einer neutralen Entwicklung bei der Industrieproduktion rechnen (2011: +8,0%). (07.02.2012/ac/a/m)
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