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Deutsche AIDS-Hilfe: Jetzt Entschädigung für HIV-infizierte Bluterkranke sichern




30.11.16 12:18
news aktuell

Berlin (ots) - Appell an beim Blutskandal beteiligte Pharmafirmen:
HIV bleibt - Verantwortung verjährt nicht

In einem offenen Brief fordert die Deutsche AIDS-Hilfe drei
Pharmafirmen auf, sich ohne zeitliche Begrenzung an der Entschädigung
von Menschen zu beteiligen, die in den 80er Jahren durch
kontaminierte Blutprodukte mit HIV infiziert wurden.

Die Deutsche AIDS-Hilfe hat außerdem Bundesgesundheitsminister
Hermann Gröhe (CDU) gebeten, sich weiterhin mit aller Kraft für eine
Lösung einzusetzen und die damals am so genannten Blutskandal
beteiligten Firmen beziehungsweise deren Nachfolgeunternehmen nicht
aus der Verantwortung zu entlassen.

Verhandlungen über Entschädigung laufen

Zurzeit verhandelt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) mit
allen Beteiligten über ein neues Modell für die
Entschädigungszahlungen. Dabei ist nach Auskunft des BMG eine
Regelung im Gespräch, bei der sich die Pharmafirmen nur noch zehn
Jahre beteiligen sollen. Danach sollen Bund und Länder die
Finanzierung alleine tragen.

Dazu erklärt Manuel Izdebski vom Vorstand der Deutschen
AIDS-Hilfe:

"Die betroffenen Menschen verdienen endlich Gewissheit. Ihr
Lebensunterhalt muss dauerhaft gesichert sein. Ihnen steht eine
lebenslange Zahlung mit Inflationsausgleich zu. Die HIV-Infektionen
bleiben - also muss auch die Entschädigung weiter gehen.
Verantwortung verjährt nicht. Und es kann nicht sein, dass es am Ende
der Steuerzahler allein richten muss."

Über die Entschädigung der über Blutprodukte mit HIV infizierten
Menschen wurde in der Vergangenheit immer wieder verhandelt, weil das
Geld im Entschädigungsfonds zur Neige ging.

Blutskandal: Rund 550 Opfer leben noch

In den 80er Jahren wurden in Deutschland rund 1.500 Menschen durch
Blutprodukte mit HIV infiziert, obwohl dies vermeidbar gewesen wäre.
Etwa 550 von ihnen leben noch, 446 erhalten eine Entschädigung über
die "Stiftung Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte
Personen", in die bislang alle Verantwortlichen eingezahlt haben.

Mehr Informationen:

Offener Brief der Deutschen AIDS-Hilfe an die Pharmafirmen:
http://ots.de/q2rcl

Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zum Thema:
http://ots.de/FRLvk

Petition "Fortführung der Entschädigungszahlungen an durch
Blutprodukte infizierte Personen": http://ots.de/yy4a2



Pressekontakt:
Deutsche AIDS-Hilfe
Holger Wicht
Pressesprecher
Tel. (030) 69 00 87 -16
holger.wicht@dah.aidshilfe.de

Original-Content von: Deutsche AIDS-Hilfe, übermittelt durch news aktuell

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