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DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-


06.12.12 06:44
Dow Jones Newswires



DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa




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+++++ SPRUCH +++++




"Jedes Land hat seine Wunden: England den Nebel, Ägypten das Augenleiden, die Walachei Heuschrecken und Griechenland die Griechen." (Emmanuel Roidis)




+++++ TAGESTHEMA +++++




Der Deutschen Bank droht neuer Ärger: Wertpapieraufseher in den USA überprüfen Vorwürfe, nach denen die Bank während der Finanzkrise Papierverluste in Milliardenhöhe verschleiert haben könnte, berichten Personen aus dem Umfeld der Ermittler. Die Deutsche Bank erklärte, sie habe eine "sorgfältige und genaue" Prüfung in Auftrag gegeben. Die Vorwürfe von drei ehemaligen Mitarbeitern in den USA seien "vollständig unbegründet". Die ehemaligen Deutschbanker hatten der SEC gegenüber erklärt, Händler der Deutschen Bank hätten ein Derivate-Portfolio mit zu hohen Werten ausgewiesen, um rasant anwachsende Verluste im Zuge des Kollaps der Märkte im Jahr 2008 zu verstecken, berichten die Insider. Die FT hatte erstmals über die Vorwürfe berichtet. Die Ermittlungen der SEC laufen nach Auskunft der informierten Personen bereits seit Mai 2010. Sie sind offiziell noch nicht abgeschlossen, allerdings ist unklar, wie intensiv die Aufsicht der Sache noch nachgeht.




+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++




06:00 GB/Standard Chartered plc, Zwischenbericht




08:00 GB/Air Berlin plc, Verkehrszahlen November




10:00 DE/Bertrandt AG, BI-PK




11:00 GB/Celesio AG, PM zur Vorstellung des neuen Apothekenkonzepts




11:00 DE/Deutsche Lufthansa AG, PK mit CEO Franz zur Neuaufstellung von Germanwings




17:30 DE/Deutsche Telekom AG, Kapitalmarkttag,




Rede von CEO Obermann zur Strategie und zum Ausblick




+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++




- FR
07:30 Arbeitslosenquote 3Q
PROGNOSE: 10,0%
zuvor: 9,7%
- GB
10:30 Handelsbilanz Oktober
PROGNOSE: -8,65 Mrd GBP
zuvor: -8,40 Mrd GBP
- DE
12:00 Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), Auftragseingang
Oktober
saisonbereinigt
PROGNOSE: +1,0% gg Vm
zuvor: -3,3% gg Vm
- GB
13:00 Bank of England (BoE), Ergebnis der Sitzung des
geldpolitischen Rats
Bank Rate
PROGNOSE: 0,50%
zuvor: 0,50%
Anleihekäufe
PROGNOSE: unverändert bei 375 Mrd GBP
zuvor: unverändert bei 375 Mrd GBP
- EU
13:45 Europäische Zentralbank (EZB), Ergebnis der
Ratssitzung
Hauptrefinanzierungssatz
PROGNOSE: 0,75%
zuvor: 0,75%
- US
14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
PROGNOSE: 375.000
zuvor: 393.000




+++++ AUSBLICK EUROPÄISCHE ANLEIHE-AUKTIONEN +++++




10:50 FR/Auktion 4,25-prozentiger Anleihen mit
Laufzeit Oktober 2018
Auktion 3,75-prozentiger Anleihen mit
Laufzeit Oktober 2019
Auktion 2,75-prozentiger Anleihen mit
Laufzeit Oktober 2027
im Gesamtvolumen von 3 bis 4 Mrd EUR

11:30 HU/Auktion 12-monatiger Schatzwechsel im Volumen
von 50 Mrd HUF
Auktion variabel verzinslicher Anleihen im
Volumen von 5 Mrd HUF, Laufzeit Dezember 2015




+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++




INDEX zuletzt +/- %
DAX 7.454,55 +0,26%
DAX-Future 7.473,50 +0,34%
XDAX 7.473,07 +0,34%
MDAX 11.682,14 +0,57%
TecDAX 834,37 +0,14%
Euro-Stoxx-50 2.592,09 +0,05%
Stoxx-50 2.564,44 +0,31%
Dow-Jones 13.034,49 +0,64%
S&P-500-Index 1.409,28 +0,16%
Nasdaq-Comp. 2.973,70 -0,77%
EUREX zuletzt +/- Ticks
Bund-Future 143,13% +43




+++++ FINANZMÄRKTE +++++




EUROPA




Im Handel stellt man sich auf eine wenig veränderte Eröffnung an Europas Börsen ein. Im weiteren Verlauf dürfte es tendenziell aber eher nach oben gehen. Die Anleger sind optimistisch gestimmt, dass die drohende Fiskalklippe zum Jahresende in den USA umschifft wird. Am Vorabend hatten Aussagen von Barack Obama die Anleger ermutigt. Der US-Präsident hatte erklärt, dass eine Einigung im Streit um die Fiskalklippe innerhalb einer Woche möglich sei. Keine große Belastung stellt derweil die Herunterstufung der Bonität Griechenlands auf "Selective Default" durch die Ratingagentur S&P dar. Der Euro zeigt sich allerdings leicht belastet, was auch das Aufwärtspotenzial an den Aktienmärkten beschränken dürfte. Akzente könnten am Donnerstag die Ratssitzung der EZB setzen.




Trotz überzeugender Konjunkturdaten und positiver Vorgaben aus China war die Stimmung an den europäischen Börsen am Vortag eher gedämpft. Der Haushaltsstreit in den USA verhinderte, dass die guten Daten gewürdigt wurden. Der Euro fiel unter die Marke von 1,31 US-Dollar zurück, nachdem eine Auktion spanischer Staatsanleihen eher mäßig verlaufen war. Am Aktienmarkt stieg der Kurs von Nokia um knapp 10 Prozent, nachdem das Unternehmen sein neues Windows-Smartphone Lumia 620 vorgestellt und mit China Mobile einen Vertrag zum Verkauf des Smartphones Lumia 920 geschlossen hatte. Tesco-Aktien gewannen 3,3 Prozent. Der Zwischenbericht der Supermarktkette hatte überzeugt. Rohstoffwerte profitierten von der Erwartung, dass die chinesische Staatsführung geeignete Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft beschließen werde. Rio Tinto legten um 3,0 Prozent zu und BHP Billiton um 2,4 Prozent. Stahlwerte waren ebenfalls gesucht. ThyssenKrupp verbesserten sich um 3,0 Prozent.




DAX/MDAX/TECDAX




China-Phantasie stützte neben ThyssenKrupp auch Salzgitter und Klöckner & Co. Bankentitel waren gefragt. Am Markt wurde abermals eine Studie der Citigroup gespielt, in der die Analysten den Sektor hochgestuft hatten. Deutsche Bank stiegen um 1,3 Prozent, Commerzbank gewannen 1,4 Prozent. Hohe Umsätze in Optionen auf Deutsche Telekom (+0,6 Prozent) wurden als Zeichen gewertet, dass Dividenden-Aktien vor Jahresende wieder gesucht sind. Weiter auf Erholungskurs zeigten sich auch E.ON, die 1,4 Prozent zulegten. Der Kursrutsch auf im Tief 13,60 Euro zeige, dass der Markt bereits implizit mit einer Dividendenkürzung von zuletzt 1,00 auf 0,90 Euro rechne, hieß es am Markt. Allerdings dürfte dies die Aktie nur auf dem aktuellen Niveau stabilisieren. Für große Kursgewinne reiche dies nicht.




XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (22 UHR): 7.473 (XETRA-Schluss: 7.455) Punkte




Im nachbörslichen Geschäft hat die Aktie von EADS leicht abgegeben und wurde mit 27,10 Euro gestellt nach einem Xetra-Schluss bei 27,25 Euro. Die Führungs- und Aktionärsstruktur des Konzerns wird verändert und die Staatsanteile werden verringert. Die Daimler-Aktie notierte kaum verändert. Der Autokonzern will seine EADS-Beteiligung reduzieren. Talanx gingen rund 1,5 Prozent fester um bei 20,80 Euro. Die Aktie wird im SDAX Constantin Medien ersetzen. Deren Aktie notierte unverändert. ThyssenKrupp notierten leicht fester bei 16,10 Euro. Drei Vorstände des Stahlkonzerns müssen den Hut nehmen.




USA / WALL STREET




Anzeichen einer brummenden Wirtschaft sowie die Hoffnung auf ein Umschiffen der Fiskalklippe haben den Blue Chips an Wall Street Gewinne beschert. Sowohl der ISM-Index für das nichtverarbeitende Gewerbe als auch Daten zu den Auftragseingängen in der Industrie sind besser ausgefallen als erwartet. Hinzu kam frische China-Fantasie, Peking will die heimische Wirtschaft stützen. Aktien der Citigroup stiegen um gut 6 Prozent. Die Bank hat sich eine Schrumpfkur verordnet. Die Titel des Versicherungskonzerns Travelers machten knapp 5 Prozent gut. Travelers ist bei dem Supersturm Sandy vermutlich glimpflich davon gekommen. Der Kurs der Apple-Aktie fiel um 6,4 Prozent, nachdem Nokia sein neues Windows-Smartphone Lumia 620 vorgestellt und mit China Mobile einen Vertrag zum Verkauf des Smartphones Lumia 920 geschlossen hatte. Aktien von Facebook profitierten von der bevorstehenden Aufnahme in den Nasdaq-100 und gewannen 0,9 Prozent.




+++++ DEVISENMARKT +++++




DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Mi, 18.00 Uhr
EUR/USD 1,3056 -0,1% 1,3071 1,3077
EUR/JPY 107,6911 -0,0% 107,7381 107,7386
EUR/CHF 1,2101 -0,1% 1,2109 1,2112
USD/JPY 82,4865 +0,1% 82,4310 82,4110
GBP/USD 1,6089 -0,0% 1,6093 1,6101




Der Euro gibt im asiatisch geprägten Handel nach und weitet damit die Abgaben aus dem europäischen Handel aus. Im Handel wird auf schwache Daten aus Europa verwiesen, insbesondere aus dem Einzelhandel. Als Belastung nennen Händler auch die Abstufung der Bonität Griechenlands auf "Selective Default" durch S&P. Mit dem Rücksetzer beendet die Gemeinschaftswährung die Rally von einer Woche. Wichtigster Treiber war der Schuldenrückkauf der Griechen. Devisenhändler Sean Barry von MatadorFX sieht den Euro bis zum zweiten Quartal 2013 auf 1,25 US-Dollar sinken.




+++++ ROHSTOFFE +++++




ÖL




Sorte/Handelsplatz aktuell Vortag (Settlmt) Bewegung % Bewegung abs.
WTI/Nymex 87,70 87,88 -0,20 -0,18
Brent/ICE 108,84 108,81 0,03 0,03




Der Ölpreis fiel um 0,7 Prozent auf 87,88 Dollar je Fass WTI-Öl. Zwar waren die wöchentlichen Rohöllagerbestände gefallen, doch der drastische Anstieg bei Benzin und Destillaten brachten den Preis unter Druck.




METALLE




Metall aktuell Vortag Bewegung % Bewegung abs.
Gold (Spot) 1.688,39 1.694,60 -0,4% -6,21
Silber (Spot) 32,68 32,88 -0,6% -0,20
Platin (Spot) 1.574,50 1.583,75 -0,6% -9,25
Kupfer-Future 3,66 3,67 -0,1% -0,00




+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++




SCHULDENKRISE




(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires




December 06, 2012 01:44 ET (06:44 GMT)




DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-




Die Ratingagentur Moody's warnt vor einer Ausbreitung der Staatsschuldenkrise. Noch stünden Unternehmen, die vor allem in Nordeuropa tätig seien, besser da als jene in Südeuropa. Es wachse aber die Gefahr, dass sich die wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Süden auch auf die Länder im Norden ausweiteten, urteilt Moody's.




Die irische Regierung hat die Details ihres harten Sparpakets für das Jahr 2013 enthüllt. Das Land muss im Rahmen eines Rettungsplans rigide Auflagen der Gläubiger erfüllen, um Ende des nächsten Jahres eine Rückkehr an die Kapitalmärkte zu schaffen.




SCHULDENKRISE II




Standard & Poor's (S&P) sieht Griechenland wegen des Programms zum Rückkauf von Staatsanleihen vorübergehend wieder in teilweisem Zahlungsverzug. Die Ratingagentur senkte die Bonitätsnote des Landes um eine Stufe auf "SD" von zuvor "CCC".




Griechenland benötigt nach Auffassung von Regierungschef Antonis Samaras keinen weiteren Schuldenschnitt zur Sanierung der Staatsfinanzen. Der Bild-Zeitung sagte Samaras, die Verschuldung gelte "jetzt offiziell als dauerhaft tragbar", Griechenland habe bereits Erfolge erzielt und werde in der Eurozone bleiben.




KONJUNKTURPOLITIK DEUTSCHLAND




Angesichts der schwierigen konjunkturellen Lage will die Bundesregierung das Kurzarbeitergeld verlängern.




BANKENKRISE




HSH Nordbank hat trotz Sparmaßnahmen erneut rote Zahlen geschrieben. Allerdings wurde das Minus in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahr auf 25 (269) Millionen Euro deutlich eingegrenzt.




INDEXÄNDERUNG




Die Aktie des Versicherers Talanx wird im SDAX die von Constantin Medien ersetzen.




THYSSENKRUPP




hebt die Berufung der Vorstandsmitglieder Olaf Berlien und Edwin Eichler mit Wirkung zum Jahresende auf. Der Aufsichtsrat habe zu optimistische und falsche Annahmen der Konzernführung als wesentlichen Grund für die Fehlentwicklungen bei den Stahlprojekten in den USA und Brasilien ausgemacht, teilte der Konzern mit. Die Verträge der beiden Manager wären eigentlich erst 2017 ausgelaufen. Zudem verlässt Vorstand Jürgen Claasen das Unternehmen. Gegen ihn laufen derzeit Untersuchungen wegen Untreue.




EADS




Im Tauziehen um die Aktionärsstruktur von EADS haben sich Frankreich und Deutschland endlich geeinigt. Der Rüstungsriese kann sich etwas aus der festen Umklammerung der Staaten befreien. Deutsche und Franzosen halten künftig jeweils 12 Prozent an dem europäischen Konzern. Weitere 4 Prozent gehören Spanien. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Einigung auf eine neue Aktionärsstruktur begrüßt und betont, die deutsch-französische Balance bleibe damit gewahrt.




NOKIA




hat einen Vertrag mit Chinas größtem Mobilfunkanbieter unterzeichnet. China Mobile wird unter anderem das neue Aushängeschild des Konzerns - das Smartphone Lumia 920 - anbieten.




TRAVELERS




ist bei dem Supersturm Sandy vermutlich glimpflich davon gekommen. Travelers beziffert den möglichen versicherten Schaden durch den Wirbelsturm auf 650 Millionen US-Dollar. Das ist deutlich weniger als der Wettbewerber Allstate mit fast 1,08 Milliarden Dollar erwartet.




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DJG/cln/raz/flf


(END) Dow Jones Newswires




December 06, 2012 01:44 ET (06:44 GMT)




Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.








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