Commerzbank muss Bilanzrisiken loswerden und das wird gelingen
30.01.12 08:58
aktiencheck.de EXKLUSIV
Würzburg (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Böhm's DAX Strategie" haben am Freitag einen Beitrag zur Commerzbank veröffentlicht.
Nachfolgend finden Sie den genauen Wortlaut des Berichts:
Kurssturz und drohende Verstaatlichung. Ende 2011 schien es so, als würde die Aktie zu einem "Pennystock" zu werden. Ich hielt diese Einschätzung immer für zu negativ und habe frühzeitig zum Einstieg geraten. Auch nach dem jüngsten Kursanstieg gibt es noch Chancen bei der Aktie.
Kaum schien die Commerzbank aus dem Gröbsten heraus, da dominierte sie im letzten Jahr wieder die negativen Schlagzeilen. Wie in der Finanzkrise 2008 droht erneut eine Teil-Verstaatlichung der zweitgrößten deutschen Privatbank. Durch den Absturz um 80 Prozent im Jahr 2011 auf einen Tiefstkurs von 1,12 Euro wurde der einst solide Bankentitel fast zu einem "Pennystock" - so bezeichnet man Aktien, die an der Börse unter 1,00 Euro notieren. Die Eurokrise, großer Abschreibungsbedarf und eine sinkende Eigenkapitalrendite machen zwar allen europäischen Banken zu schaffen, die Commerzbank bringen sie aber in Existenznöte.
Bis Mitte 2012 muss aufgrund neuer Kapitalvorschriften der EU das Eigenkapital um 5,3 Mrd. Euro erhöht werden. Sollte es nicht gelingen, das Geld am privaten Kapitalmarkt zu beschaffen oder weitere kritische Risikopositionen in der Bilanz abzubauen, dann wäre erneut ein Bittgang zum Finanzminister notwendig. Es würde wie bei der HypoRealEstate die komplette Verstaatlichung drohen. Vorstandschef Blessing will diesen Gang nach Canossa aber mit aller Macht verhindern.
Zwar hat der Vorstand bei seinem Konzernumbau in den letzten Jahren einige Fortschritte erzielt, aber es gibt trotzdem noch viele Baustellen. Das bei weitem größte Problem ist die mit Risikopapieren - auch Staatsanleihen - vollgestopfte Eurohypo. Ich rechne daher als letzte Lösung mit einer Verstaatlichung der Eurohypo, wenn alle anderen Stricke reißen. Das würde die Commerzbankaktie von einer Last befreien.
Mitte Januar überraschte der Vorstand mit der Nachricht, dass über die Reduzierung von Risikopositionen und andere Maßnahmen der Kapitalbedarf bereits um 3,0 Mrd. Euro gesunken sei. Auch der Rest sei zu schaffen. Eine von den Aktionären gefürchtete Kapitalerhöhung oder gar ein Bittgang zum Finanzminister seien daher nicht mehr nötig.
Zudem hat die Beruhigung am Markt für europäische Staatsanleihen der Aktie Auftrieb gegeben, denn die Eurohypo hat immer noch Griechenland-Papiere in den Büchern. Obwohl es holprig sein wird: Der Markt für europäische Staatsanleihen wird sich im Verlauf des Jahres 2012 stabilisieren und das wird auch bei der Commerzbank weiter für Entlastung sorgen.
Die Risiken bei der Commerzbank sind hoch, die Chancen aber auch. Ich rechne nicht mit einer Verstaatlichung. Die Bankaktie ist zudem auch im Vergleich mit anderen unter Druck geratenen Finanztiteln immer noch niedrig bewertet. (Ausgabe vom 27.01.2012) (30.01.2012/ac/e/k)
Nachfolgend finden Sie den genauen Wortlaut des Berichts:
Kurssturz und drohende Verstaatlichung. Ende 2011 schien es so, als würde die Aktie zu einem "Pennystock" zu werden. Ich hielt diese Einschätzung immer für zu negativ und habe frühzeitig zum Einstieg geraten. Auch nach dem jüngsten Kursanstieg gibt es noch Chancen bei der Aktie.
Kaum schien die Commerzbank aus dem Gröbsten heraus, da dominierte sie im letzten Jahr wieder die negativen Schlagzeilen. Wie in der Finanzkrise 2008 droht erneut eine Teil-Verstaatlichung der zweitgrößten deutschen Privatbank. Durch den Absturz um 80 Prozent im Jahr 2011 auf einen Tiefstkurs von 1,12 Euro wurde der einst solide Bankentitel fast zu einem "Pennystock" - so bezeichnet man Aktien, die an der Börse unter 1,00 Euro notieren. Die Eurokrise, großer Abschreibungsbedarf und eine sinkende Eigenkapitalrendite machen zwar allen europäischen Banken zu schaffen, die Commerzbank bringen sie aber in Existenznöte.
Zwar hat der Vorstand bei seinem Konzernumbau in den letzten Jahren einige Fortschritte erzielt, aber es gibt trotzdem noch viele Baustellen. Das bei weitem größte Problem ist die mit Risikopapieren - auch Staatsanleihen - vollgestopfte Eurohypo. Ich rechne daher als letzte Lösung mit einer Verstaatlichung der Eurohypo, wenn alle anderen Stricke reißen. Das würde die Commerzbankaktie von einer Last befreien.
Mitte Januar überraschte der Vorstand mit der Nachricht, dass über die Reduzierung von Risikopositionen und andere Maßnahmen der Kapitalbedarf bereits um 3,0 Mrd. Euro gesunken sei. Auch der Rest sei zu schaffen. Eine von den Aktionären gefürchtete Kapitalerhöhung oder gar ein Bittgang zum Finanzminister seien daher nicht mehr nötig.
Zudem hat die Beruhigung am Markt für europäische Staatsanleihen der Aktie Auftrieb gegeben, denn die Eurohypo hat immer noch Griechenland-Papiere in den Büchern. Obwohl es holprig sein wird: Der Markt für europäische Staatsanleihen wird sich im Verlauf des Jahres 2012 stabilisieren und das wird auch bei der Commerzbank weiter für Entlastung sorgen.
Die Risiken bei der Commerzbank sind hoch, die Chancen aber auch. Ich rechne nicht mit einer Verstaatlichung. Die Bankaktie ist zudem auch im Vergleich mit anderen unter Druck geratenen Finanztiteln immer noch niedrig bewertet. (Ausgabe vom 27.01.2012) (30.01.2012/ac/e/k)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 1,38 € | 1,408 € | -0,028 € | -1,99% | 25.05./20:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0008032004 | 803200 | 3,34 € | 1,12 € | |
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