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Börsencrash? Ein Grund, “nein” zu sagen




12.10.17 13:22
Motley Fool

Wenn du einen Grund hören möchtest, warum kein unmittelbares Risiko einer Börsenblase besteht, dann lies das: Der berühmteste Beobachter und Experte im Bereich Crashvorhersagen sieht gerade kein Risiko.


Robert Shiller ist praktisch zum Synonym des Crashexperten geworden. Er ist einer der Begründer der CAPE-Kennzahl („Cyclically Adjusted Price-to-Earnings Ratio“ = Zyklisch angepasstes Kurs-Gewinn-Verhältnis). Und Shiller sagt, dass aktuell keine Blase gegeben wäre.


Die Sache ist natürlich nicht ganz so einfach. (Eigentlich ist es nie einfach, oder?)


Die Zutaten eines Crashs

In einem aktuellen Artikel der New York Times besprach Shiller die Art von Crash, vor dem wir an der Börse immer Angst haben. Wenn wir es mit einer Blase zu tun haben, dann sind in der Regel zwei Dinge gegeben:


  1. Hohe Aktienbewertungen
  2. Wilde Spekulationen von Seiten der Investoren

Shiller gibt zu, dass der erste Punkt gegeben wäre (zumindest in den USA, worauf er sich auch bezieht). Er drückte es wie folgt aus:


Das CAPE-Verhältnis liegt aktuell bei über 30, verglichen mit einem Durchschnitt von 16,8 seit 1881. Diese Kennzahl lag in nur zwei Zeiträumen bei über 30: 1929, als der Wert 33 betrug, und zwischen 1997 und 2002, als die Kennzahl sogar bis auf 44 stieg.


Regelmäßige Leser von Fool.de sollte das nicht überraschen. Ich spreche ja schon seit einiger Zeit von den hohen Bewertungen.


Aber seien sie hoch oder nicht, Shiller sieht die zweite Voraussetzung aktuell nicht gegeben. In dem Artikel der New York Times sagte er Folgendes:


Die Massenpsychologie scheint anders und etwas ruhiger zu sein. Die Investoren scheinen sich nicht die Sorgen zu machen, die sie 1929 oder 2000 hatten. Sie werden also wahrscheinlich nicht auf einmal ihre Positionen verkaufen und sich aus der Börse komplett zurückziehen.


Ist es diesmal anders?

In der Tat ist der Grund hinter den hohen Bewertungen diesmal ein anderer als in den beiden genannten Zeiträumen. Im Jahr 2000 investierten die Leute, weil die Dotcom-Aktien ein scheinbar unermessliches Potenzial boten. Viele Investoren hatten praktisch Schaum vor dem Mund und machten sich Sorgen, dass sie den Goldrausch verpassen würden, während die anderen damit reich würden.


Heute fließt viel Geld an die Börse, weil es einfach keine anderen guten Optionen gibt. Viele Investoren machen sich gar nicht so viel aus Aktien. Einige würden wahrscheinlich lieber gar nicht in Aktien investieren (oh diese Kleingläubigen!). Da die US-amerikanischen Staatsanleihen aber nur 2,33 % abwerfen und die deutschen zehnjährigen Staatsanleihen nur schwache 0,44 % zahlen – ganz zu schweigen von den Schweizern … Ja, die schweizer Staatsanleihen haben immer noch eine negative Rendite … Damit ergeben sich ganz andere Rahmenbedingungen für die Börse. Somit haben wir zumindest theoretisch einen Grund dafür, warum die Bewertungen so hoch sind wie sie sind, und dass sie sogar noch höher steigen könnten.


Um die Sache etwas leichter verständlich zu machen, errechnen wir uns nun das Kurs-Gewinn-Verhältnis für Anleihen. Das ist natürlich nicht dasselbe wie beim KGV an der Börse. Einerseits werden die Gewinne den Investoren nicht alle direkt ausbezahlt, eine Dividendenrendite an der Börse wäre hier etwas vergleichbarer. Andererseits können die Gewinne an der Börse natürlich steigen, während die Rendite einer zehnjährigen Anleihe gleich bleibt. Der Vergleich ist aber nicht komplett unrealistisch.


Wenn wir uns die Rendite der US-amerikanischen Staatsanleihen von 2,33 % ansehen und diese umkehren, dann bekommen wir ein Anleihen-KGV von 42,9. Wenn wir das mit den deutschen zehnjährigen Staatsanleihen machen, dann bekommen wir ein KGV von 227!


Willst du damit sagen, dass Aktien noch weiter steigen werden?

Das wollte ich eigentlich nicht damit sagen.


Die Aktien könnten natürlich noch weiter steigen. Wenn immer mehr Investoren genug von den Minirenditen an den Anleihenmärkten haben und ihr Geld stattdessen in Aktien investieren, dann würde die Börse weiter steigen, und damit auch die Bewertungen. Das wird noch wahrscheinlicher, wenn die US-amerikanische Federal Reserve und andere Zentralbanken ihre Leitzinsen in naher Zukunft nicht weiter erhöhen.


Wenn du nichts anderes liest, dann lies das

Jetzt kommt der wichtige Teil: Du solltest dich nicht darauf verlassen, dass die Börse von einer hohen Bewertung auf eine noch höhere Bewertung steigt.


Das ist nicht investieren, das ist spekulieren. Natürlich kannst du gerne spekulieren, das ist aber nicht das, was wir Fools machen. Wir möchten Wohlstand aufbauen und für einen komfortablen Ruhestand sparen. Spekulation ist nicht der ideale Weg, um diese Ziele zu erreichen.


Es ist vielleicht tröstlich, Leute wie Professor Shiller zu hören, die sagen, dass ein Crash nicht unmittelbar bevorzustehen scheint. Das sollte uns jedoch nicht von unserer eigentlichen Arbeit ablenken.


Selbst in einem Markt mit einer hohen Bewertung gibt es Unternehmen und Aktien mit attraktiven Bewertungen, die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten großartige Investitionen sein werden. Einige dieser Aktien werden werthaltige Aktien mit niedrigen Kennzahlen sein. Doch wie ich bereits in den letzten Wochen geschrieben habe, werden viele nicht billig aussehen. Die Qualität, die Gewinne und das Wachstumspotenzial der zugrundeliegenden Unternehmen werden sie aber trotzdem zu großartigen Investitionen machen.


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