Börsen in Europa Schluss: Weitere Aufschläge, Michelin nach Zahlen gefragt


27.07.12 19:40
aktiencheck.de

Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Indizes konnten am Freitag an die Vortagesgewinne anknüpfen und verabschiedeten sich mit deutlichen Aufschlägen ins Wochenende. Die Hoffnung auf stützende Maßnahmen der Notenbanken sorgte weiterhin für Kauflaune unter den Anlegern. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann 2,23 Prozent auf 2.301,23 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 legte um 1,27 Prozent zu auf 2.458,37 Zähler zu.

Auch die europäischen Länderbörsen schlossen durchweg mit kräftigen Aufschlägen. Dabei stach insbesondere der italienische MIB positiv hervor, der mit einem Plus von 2,9 Prozent aus dem Handel ging.

Die Frühindikatoren der Eurozone haben sich im Juni 2012 erneut reduziert. Dies gab das Conference Board bekannt. Demnach schrumpften die Frühindikatoren gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent. Für Mai war ebenfalls ein Minus von 0,3 Prozent gemeldet worden.

Die Verbraucherstimmung in Frankreich hat sich im Juli nach Angaben der Statistikbehörde Insee verschlechtert. So verringerte sich der saisonbereinigte Index des Verbrauchervertrauens in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft auf 87 Zähler. Für Juni war noch ein Indexstand von revidiert 89 (vorläufig: 90) Punkten ermittelt worden.

In Frankreich haben die Investoren heute eine ganze Reihe von Quartalsbilanzen zu verarbeiten. Michelin schossen an der Indexspitze des CAC 40 um 7,7 Prozent nach oben. Der Reifenhersteller konnte im ersten Halbjahr angesichts eines soliden Umsatzwachstums einen deutlichen Gewinnanstieg ausweisen. Dabei profitierte der Konzern von Preiserhöhungen. Zudem wurde die Jahresplanung bestätigt. Beim Ausblick für das Gesamtjahr 2012 geht der Konzern weiterhin davon aus, eine klare Steigerung beim bereinigten operativen Ergebnis zu erzielen. Zudem will man unverändert einen positiven Free Cash-Flow generieren (vor Effekten aus dem Verkauf einer Immobilie in Paris). Daneben kletterten Danone um 3,8 Prozent in die Höhe. Der Lebensmittelhersteller hat Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr 2012 gesteigert. Für das Gesamtjahr 2012 stellt der Konzern unverändert ein organisches Umsatzwachstum zwischen 5 und 7 Prozent in Aussicht.

EADS flogen um 5,7 Prozent vor. Der Luft- und Raumfahrtkonzern verlautbarte, dass er in der ersten Jahreshälfte 2012 eine solide Finanz- und Ertragslage aufwies, welche die Erwartungen übertraf. So wurde ein deutlicher Gewinnsprung erzielt, während man beim Umsatz zweistellige Zuwachsraten verbuchen konnte. Aufgrund der starken operativen Ergebnisse hat EADS die Jahresplanung angehoben. Schlechter lief es unterdessen im abgelaufenen Quartal für Lafarge. Der Baustoffhersteller musste im zweiten Quartal aufgrund von Sondereffekten einen deutlichen Gewinnrückgang verbuchen. Der Umsatz wurde aber gesteigert. Das Papier legte trotzdem um 5,4 Prozent zu.

Daneben verbesserten sich Total um 3,4 Prozent. Der drittgrößte Ölkonzern in Europa musste im zweiten Quartal trotz eines klaren Umsatzwachstums einen rückläufigen Gewinn ausweisen. Zurückzuführen war dies auf eine Sonderbelastung. Auf bereinigter Basis konnte das Ergebnis leicht zulegen und entsprach den Erwartungen der Analysten. Ferner gewinnen Renault 6,4 Prozent an Wert. Der Automobilhersteller hat im ersten Halbjahr einen deutlich geringeren Gewinn erwirtschaftet, was das Ergebnis einer schwächeren Nachfrage in Westeuropa ist. Die Erwartungen wurden jedoch übertroffen, was vor allem auf ein Wachstum in Russland und Lateinamerika zurückzuführen ist. Renault rechnet für 2012 mit einem Anstieg beim konzernweiten Absatz gegenüber 2011.

Bereits gestern gab es in Frankreich noch weitere interessante Quartalsausweise: LVMH konnte seinen Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr 2012 gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. Der Gewinn wiederkehrender Aktivitäten wurde ebenfalls deutlich erhöht. Das Papier fiel um 0,4 Prozent. Unterdessen konnte auch der Kosmetikkonzern L'Oréal (ISIN FR0000120321 / WKN 853888) mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal überzeugen. Der Umsatz stieg stärker als erwartet. Der Titel verbesserte sich um 2,3 Prozent. Am Indexende brachen Saint Gobain um 10,7 Prozent ein. Der Konzern hat im ersten Halbjahr die Markterwartungen verfehlt.

Im britischen Leitindex FTSE 100 rücken Barclays an der Indexspitze um 8,7 Prozent vor. Die Großbank konnte in der ersten Jahreshälfte 2012 u.a. dank eines guten Investment Banking-Geschäfts auf bereinigter Basis ein höheres Ergebnis ausweisen. Die Erwartungen der Analysten wurden dabei übertroffen. Aufgrund von Sonderbelastungen brach der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen aber ein.

Unter Druck standen dagegen die Papiere von Anglo American mit einem Verlust von 3,6 Prozent. Der Minenkonzern meldete, dass sein Gewinn im ersten Halbjahr eingebrochen ist, was auf rückläufige Rohstoffpreise und einen Kostendruck zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Ebene verfehlt. Den Angaben zufolge geht der Konzern langfristig unverändert von einer positiven Entwicklung der Rohstoffpreise aus. Die rote Laterne wurde unterdessen von Pearson mit einem Abschlag von 5,0 Prozent gehalten.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.301,23 (+2,23 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.458,37 (+1,27 Prozent) FTSE 100 (London): 5.627,21 (+0,97 Prozent) CAC40 (Paris): 3.280,19 (+2,28 Prozent) MIB (Mailand): 13.596,88 (+2,93 Prozent) SMI (Zürich): 6.362,82 (+1,36 Prozent) ATX (Wien): 1.960,00 (+1,16 Prozent) (27.07.2012/ac/n/m)





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