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Börse Stuttgart-News: bonds weekly




12.04.19 15:00
dpa-AFX

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Anleihenmarktbericht der Börse Stuttgart



AKTUELLES MARKTGESCHEHEN



IWF senkt Prognose


War an dieser Stelle bereits letzte Woche von schwächelnden Wirtschaftsdaten zu lesen, dürften


sich die Skeptiker angesichts der aktuellen Wirtschaftsprognose des Internationalen


Währungsfonds (IWF) bestätigt sehen: Bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Monate senkte


der IWF seine Konjunkturprognose.

Wuchs die Weltwirtschaft im Vorjahr noch um 3,6 %, rechnet


der Währungsfonds für das laufende Jahr lediglich mit einem Zuwachs von 3,3 %.


Insbesondere am Beispiel Deutschlands zeigt sich der Rückgang des Wirtschaftswachstums. Gingen


die Ökonomen noch im vergangenen Sommer davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt der


Bundesrepublik im Jahr 2019 um 2,1 % zunehme, sind es nach aktueller Schätzung nur noch 0,8 %.


Als Ursachen dieser Talfahrt benennt der IWF vor allem politische und wirtschaftliche


Turbulenzen. Handelsstreitigkeiten allerorts, eine durch das Brexit-Chaos, die Gelbwesten und


eine sinkende Autoproduktion aufgrund gestiegener Abgaswerte an Schwung verlierende EU sowie


US-Regierungsstillstände oder die Schwierigkeiten der türkischen Finanzpolitik - all diese


Faktoren tragen ihren Teil zur aktuellen Entwicklung bei.


Zwar rechnet der IWF nicht direkt mit einer globalen Rezession - für das Jahr 2020 wird bereits


wieder ein Wachstum von 3,6 % veranschlagt -, warnt aber zugleich vor den vielen derzeitigen


Unsicherheitsfaktoren, die für Nervosität an den Finanzmärkten sorgen. Als möglichen Ausweg im


Falle eines weiteren Abwärtstrends skizziert der Währungsfonds eine konzentrierte Aktion aus


global abgestimmten Konjunkturprogrammen - stets unter der Prämisse eines Verzichts auf Streit,


politisches Chaos und Populismus.



Alarmsignal aus den USA


Während der letzten Märzwoche überstieg die Rendite der dreimonatigen US-Staatsanleihen die


Rendite der zehnjährigen Anleihen - zum ersten Mal seit dem Jahr 2007. Üblicherweise steigt die


Anleihenverzinsung mit der Laufzeit, sodass eine längere Anleihe auch mehr Ertrag einbringt. Im


Falle von sinkenden Renditen für langfristige Anleihen, was sich in Form einer inversen


Zinsstruktur wie Ende März ausdrückt, erwarten Anleger also eine negative wirtschaftliche


Entwicklung.


Diese negative Erwartungshaltung der Anleger speist sich aus den aktuellen politischen


Konflikten und derzeitigen Konjunktursorgen. So trudelten Anfang April nicht nur trübe


Wirtschaftsdaten aus den USA ein, sondern auch aus anderen großen Volkswirtschaften.


Interessant an dieser inversen Zinsstruktur: Vor allen Rezessionen der vergangenen 60 Jahre


ließ sich eine solche Renditekurve feststellen. Wenngleich sich auf diese Weise kein genauer


Zeitpunkt einer Rezession vorhersagen lässt und kurzfristige Zinsen im Wesentlichen durch den


Leitzins der Zentralbank beeinflusst sind, könnte die Entwicklung am US-Anleihenmarkt dennoch


das Signal einer bevorstehenden Rezession sein.



Bundesanleihen



Enge Handelsspanne für den richtungsweisenden Euro-Bund-Future in der laufenden Woche. Der


Euro-Bund-Future startete mit 165,49 Prozentpunkten am Montagmorgen in den Handel. Die


Intradayhandelspanne betrug 165,14 bis 165,55 Prozentpunkte. Auch am Dienstag bewegte sich der


Euro-Bund Future in einer fast identischen Spanne. Ab Mittwoch bewegte sich der Euro-Bund-


Future geringfügig nach oben und schloss bei 165,83 Prozentpunkten. Auf beinahe unverändertem


Niveau notiert dieser Stand Donnerstagnachmittag bei 165,77 Prozentpunkten. Die Rendite


befindet sich dementsprechend mit 0,007 % nur noch knapp über der Nulllinie.



ANLEGERTRENDS



Neue Versandhändler-Anleihe


Die neue Anleihe der Otto GmbH & Co. KG mit der WKN A2TR80 hat ein Emissionsvolumen von 250


Millionen EUR. Deren Fälligkeit ist auf den 10.04.2026 datiert, der Kupon wurde auf 2,625 %


festgesetzt. Gehandelt werden kann die Anleihe ab einem Mindestbetrag von 2.000 EUR und einer


kleinsten handelbaren Einheit von 1.000 EUR, zudem ist sie von Seiten des Emittenten vorzeitig


kündbar.



Italienischer Staat begibt Anleihe


Unter der WKN A2R0AN findet sich eine Staatsanleihe mit einer Laufzeit bis zum 01.07.2024 und


einem Volumen von 3,75 Milliarden EUR: Als Zinssatz sind 1,75 % ausgewiesen, als Termin der


nächsten Zinszahlung der 01.07.2019. Die Anleihe kann ab einem Mindestbetrag und einer


kleinsten handelbaren Einheit von 1.000 EUR gehandelt werden. S&P bestätigte im März ihr Rating


für das Land mit BBB.



Süßes, sonst gibt’s Saures


Die Katjes International GmbH & Co. KG - tätig vor allem als Süßwarenhersteller - begibt eine


Anleihe (WKN: A2TST9) mit einem Emissionsvolumen von 110 Millionen EUR, die am 12.04.2024


fällig wird. Zu einem Kupon von 4,25 % ist der Termin der nächsten Zinszahlung der 12.04.2020.


Die vom Emittenten vorzeitig kündbare Anleihe kann ab einem Mindestbetrag und in Einheiten von


je 1.000 EUR gehandelt werden.



Anleihe der voestalpine AG


Mit einer Laufzeit bis zum 10.04.2026 und einem Emissionsvolumen von 500 Millionen EUR begibt


der österreichische Technologie- und Industriekonzern eine neue Anleihe (WKN: A2R0KA). Termin


der nächsten Zinszahlung ist der 10.04.2020, der Kupon beträgt 1,75 %.



Disclaimer:


Der vorliegende Marktbericht dient lediglich der Information. Für die Vollständigkeit und


Richtigkeit übernimmt die Boerse Stuttgart GmbH keine Gewähr. Insbesondere wird keine Haftung


für die in diesem Marktbericht enthaltenen Informationen im Zusammenhang mit einem


Wertpapierinvestment übernommen. Hiervon ausgenommen ist die Haftung für Vorsatz und grobe


Fahrlässigkeit.



Quelle: <a href="https://www.boerse-stuttgart.de">Boerse Stuttgart GmbH</a>



(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Boerse Stuttgart GmbH verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)









 
 

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