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Börse Frankfurt-News: Renditen bleiben aufwärtsgerichtet (Anleihen)




13.01.17 14:58
dpa-AFX

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 13. Januar 2017. Dem jüngsten Anstieg des Euro-Bund-Future zum Trotz gehen Analysten für deutsche Staatsanleihen im Jahresverlauf von höheren Erträgen aus.

Neue Unternehmensanleihen stoßen auf reges Anlegerinteresse.


Für den Rentenmarkt hat der Jahresauftakt scheinbar noch keine wegweisenden Signale geliefert. "Die Orientierungsphase ist noch nicht abgeschlossen, die Händler sind auf der Suche nach dem Trend 2017 bisher nicht fündig geworden", beschreibt Klaus Stopp von der Baader Bank und macht dies an der unschlüssig anmutenden Bewegung beim Euro-Bund-Future fest. Nach 164,94 Prozent Anfang Januar markierte das deutsche Rentenbarometer eine Woche später mit 162,47 Prozent das bisherige Jahrestief bevor es nach der Rede von Donald Trump wieder über die Marke von 164 Prozent kletterte. "Bislang hat der künftige US-Präsident noch kein Konzept vorgelegt", begründet Arthur Brunner von der ICF Bank die erneute Unsicherheit der Investoren. Mittlerweile ist der Indikator für die langfristigen Zinserwartungen auf 163,78 Prozent zurückgekommen. Damit erreichten zehnjährige Bundesanleihen eine Rendite von 0,132 Prozent.


Bundesanleihen werden tendenziell billiger


2017 wird nach Ansicht von Steven Major für Anleihen generell kein einfacher Weg. Inflationsangst werde vermutlich Aufwärtsdruck für Bundrenditen generieren. Bis Ende des dritten Quartals rechnet der Rentenanalyst der HSBC mit einem Anstieg der Erträge auf 0,60 Prozent für zehnjährige Papiere, die Prognose zum Jahresende lautet 0,35 Prozent.


Dem gegenüber böten US-Treasuries bessere Chancen. Zwar bewegten sich die Erträge für zehnjährige amerikanische Staatsanleihen auf kurze Sicht aufgrund der Unsicherheit der Trump-Regierung in einer breiten Spanne zwischen 2,2 und 2,6 Prozent. Das Risiko, dass die US-Zinsen aus dieser Spanne ausbrechen beschreibt Major aber als begrenzt. Bonds der Peripheriestaaten sieht er anfällig für politische Rückschläge.


Portugal muss tiefer in die Tasche greifen.


Das bekam in dieser Woche Portugal einmal mehr zu spüren. Trotz der EZB-Anleihekäufe zahle das Land für einen neuemittierten zehnjährigen Bond 4,125 Prozent Zinsen, wie Brunner bemerkt. "Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 2,2875 Prozent." Für den Rentenhändler ist die erkennbare Zuspitzung der portugiesischen Bankenkrise mitverantwortlich.


Neuemissionen nehmen an Fahrt auf


Das Geschäft mit Unternehmensanleihen wird laut Händler durch neue Angeboten geprägt. Von Anlegern gut angenommen wird laut Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank beispielsweise eine zehnjährige nachrangige Commerzbank-Anleihe (CWKN CZ40LW) mit einem Kupon von 4 Prozent.


Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank spricht von Interesse an einer vierzigjährigen Allianz-Anleihe (WKN A2DHAN) mit einem jährlichen Zins von 3,099 Prozent. Das Ausgabevolumen betrage eine Milliarde Euro. "Trotz einer Stückelung von 100.000 Euro verbuchen wir für das Produkt gute Umsätze."


Insgesamt 2 Milliarden Euro aufgeteilt in Einheiten von 1.000 nahm BMW in dieser Woche über den Kapitalmarkt auf, wie Stopp berichtet. Ein vierjähriger Wert (WKN A19BGQ) im Volumen von 1,25 Milliarden Euro biete 0,125 Prozent Zinsen im Jahr, während der bayrische Automobilkonzern für eine am 12. Juli 2024 fällige Anleihe (WKN A19BGR) einen Kupon von 0,75 Prozent festgelegt habe.


HeidelbergCement hat sich mit einer 750 Millionen Euro schweren Anleihe (WKN A19BPE) über den Kapitalmarkt erfolgreich refinanziert und zahlt Anlegern für den im Januar 2021 zur Rückzahlung anstehenden Bond 0,50 Prozent Zinsen. Der mit einem optionalen Kündigungsrecht zugunsten des Emittenten ausgestattete Wert sei zu einem Preis von 99,822 Prozent ausgegeben worden, weiß Stopp.


Autowerte im Fokus


Im Handel mit bestehenden Bonds registriert Brunner stattliche Nachfrage nach VW-Bonds (WKNs A1ZE21, A1VCZP) und führt dies auf eine Einigung mit dem US-Justizministerium über eine Strafzahlung in Höhe von 4,3 Milliarden Euro zurück.


Auch Stopp spricht von Anlegerinteresse an VW-Anleihen. Ein bis 2022 laufender Wert kostet mittlerweile knapp 107 Prozent. Gleichzeitig hat eine 2030 zur Rückzahlung anstehende Anleihe (WKN A1ZUTM) auf Monatssicht von gut 89 auf über 94 Prozent hinzugewonnen. "Die nächsten Handelstage werden zeigen, ob ein Umdenken der Investoren im Zuge der neuesten Entwicklung im Abgasskandal erfolgte." Zunächst unter Druck geraten ist eine Anleihe von Fiat (WKN A1GTHS), nachdem die USA nun auch Fiat Chrysler für mutmaßliche Abgasmanipulationen in die Pflicht nimmt, wie Brunner registriert. Der Wert büßte nach Bekanntwerden der Entscheidung von 109,60 auf zwischenzeitlich 106,20 Prozent ein. "Mittlerweile hat sich das Ganze wieder etwas relativiert." Aktuell ist der Wert für 108,68 Prozent zu haben. "Anleger schießen bei Auftreten einer Unsicherheit häufig erst mal übers Ziel hinaus", begründet Brunner.


Travel24 bleibt auf Erholungskurs


An einer Anleihe von Travel24 (WKN A1PGRG) finden Investoren nach wie vor Gefallen. "Mittlerweile hat sich die mit 7,5 Prozent verzinste Anleihe auf 70 Prozent berappelt, nachdem der Wert Mitte vergangenen Jahres auf fast 7 Prozent abgerutscht war", erinnert Brunner. "Es sieht so aus, als sei Travel24 von der Unister-Pleite nun doch nicht betroffen."


Rückkehr zu Bonds in türkischer Lira


Bewegung in beide Richtungen macht Daniel für auf türkische Lira lautende Anleihen auf. Rege gehandelt würde beispielsweise ein mit jährlich 9,25 Prozent verzinster Bond der Kreditanstalt für Wiederaufbau (WKN A1SR83). Während zum Wochenanfang Abgaben dominierten, gebe es seit Donnerstag wieder vermehrt Käufer. Aktuell ist der Wert für 94,50 Prozent zu haben. Auf mexikanische Peso lautende Papiere legten sich Anleger nach dem Kursverfall der Währung rund um die Wahl von Trump vermehrt wieder ins Depot. "Vorsichtige Käufen hatten wir beispielsweise bei einer Anleihe der European Investment Bank (WKN A19BGN) mit einem Kupon von 8 Prozent."


von: Iris Merker


13. Januar 2017.


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