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Börse Frankfurt-News: "In Lauerstellung" (ETF-Handel)




01.07.20 13:28
dpa-AFX

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Anleger setzen auf deutsche und britische Bluechips, US-Technologiewerte sowie


europäische Value-Aktien.

Im Rentenbereich überzeugen als nachhaltig


eingestufte Unternehmensanleihen.



1. Juli 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Unentschiedene Aktienmärkte dämpfen


laut Händler die Aktivitäten im ETF-Handel. "Es ist etwas weniger los",


beschreibt Leif Österwind von Lang & Schwarz das ETF-Aufkommen der vergangenen


Woche. "Dabei fühlt es sich an, als verharren Anleger in Lauerstellung auf die


nächste Bewegung an den Aktienmärkten."



Für Carsten Schröder von der Société Générale liegt die Zurückhaltung unter


anderem in der Frage, ob der deutsche Aktienindex stabil in die Sommerpause


geht oder womöglich wieder abrutscht. Nachdem der DAX von den Höchstständen


etwas runtergekommen sei, scheine sich das Barometer gegenwärtig oberhalb von


12.000 Punkten zu halten. Vieles hänge am Konsumverhalten der Amerikaner.


Bislang würden Rückgänge in den Geschäften vor Ort durch die Onlinekäufe ganz


gut kompensiert.



Technologiewerte und Gold gesucht



Technologiewerte im S&P 500 Information Technology Index (WKN A142N1) sowie


Weltaktien im MSCI World (WKN A0RPWH) zählt Österwind zu den auffälligsten


Transaktionen auf der Kaufseite. "Deutliche Zuflüsse verbuchen wir auch bei


Xetra-Gold (WKN A0S9GB)." Von Öl (WKN A0KRJX) trennten sich Anleger


tendenziell.



Value-Aktien in die Depots



Die Kunden der Société Générale deckten sich Schröder zufolge unterm Strich mit


deutschen Aktien im DAX (WKNs ETF001, DBX1DA) und britischen Unternehmen im


FTSE 100 (WKNs 552752, A0YEDM) ein. Als auffällig beschreibt der Händler ein


Interesse an Produkten, die sich am MSCI Europe Value Index (WKN A2H57R)


orientieren. Dieser bietet Zugang zu Substanzwerten der europäischen


Industriestaaten, die als unterbewertet gelten. "Auch hier dominierten die


Zuflüsse."



Abkehr von Aktien aus Italien, Japan und der Schweiz



Zu den meist verkauften Produkten gehörten Indexfonds, die sich am Swiss Market


Index SMI (WKN A0BLUH) orientieren sowie italienische Aktien im FTSE MIB (WKN


A0BLNG). Anleger trennten sich zudem von in Euro notierten Topix-ETFs (WKN


LYX0NY). Diese spiegeln währungsbereinigt die Entwicklung aller an den Börsen


Japans zugelassenen Aktien wider.



Zweite und dritte Reihe gefragt



Hinsichtlich Aktien aus der zweiten und dritten Reihe verzeichnet die Börse


Frankfurt höhere Umsätze in MDAX- (WKN 593392) und Russel 2000-Produkten (WKN


A1XFN1). Sowohl der MDAX als auch der Russel 2000 mit seinen 2.000 nach


Marktkapitalisierung kleinsten Aktiengesellschaften des Russel 3000 legten nach


dem Einbruch im März rund 44 Prozent wieder zu. Dennoch beziffert Alger


Management den Abschlag für Nebenwerte im Vergleich zu Bluechips gemessen am


Kurs-Gewinn-Verhältnis als so hoch wie seit zwanzig Jahren nicht.



Smallcaps einen Blick wert



Statistisch gesehen könnte sich ein Engagement in Smallcaps nach Auffassung von


Alger Management durchaus lohnen. Die Fondsverwalter verglichen die


Entwicklungen von Aktien ein Jahr nach den Tiefpunkten der vergangenen drei


Rezessionen. Demnach zeigte der Russel 2000 mit seinen Aktien von


Mittelständlern und Kleinunternehmen zwölf Monate nach Oktober 1990, September


2001 und Februar 2009 jeweils einen Anstieg von etwa 38 Prozent. Im gleichen


Zeitraum hat der S&P 500 im Durchschnitt rund 22 Prozent zugelegt.



Griff zu Unternehmensanleihen mit grünem Anstrich



Im Rentenbereich setzten Schröders Kunden tendenziell auf kurzlaufende


europäische Staatsanleihen (WKN A0Q4RZ) und Corporate Bonds im Bloomberg


Barclays MSCI Euro Area Liquid Corporates Sustainable Index (WKN A2AQ6D). Von


Anleihen europäischer Staaten im Barclays Capital 1-3 Year Euro Treasury Bond


(WKN A1JKSV) verabschiedeten sich Investoren unterm Strich.



von: Iris Merker


1. Juli 2020, © Deutsche Börse AG



(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)









 
 

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