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Börse Frankfurt-News: ETFs: ESG-Anlagen nehmen Fahrt auf




19.02.19 16:58
dpa-AFX

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Nachhaltigkeit spielt auch für ETF-Anleger eine immer größere Rolle, ESG-


Indexfonds kommen gut an.

Ansonsten bleibt das Bild gemischt mit Käufen und


Verkäufen.



19. Februar 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der richtungslose Handel mit


ETFs setzt sich fort. Eindeutig auf den Einkaufslisten stehen derzeit


allenfalls Schwellenländeraktien und ESG-Engagements. Von den Umsätzen her


ist es den Händlern zufolge etwas ruhiger geworden, Carsten Schröder von der


Commerzbank meldet 37.000 Trades auf Wochenbasis.



Vergangene Woche hatten die Börsen aufgrund von Hoffnungen auf eine


friedliche Lösung des Handelskonflikts ordentlich aufholen können, am


Dienstagmorgen liegt der DAX knapp unter 11.300 Punkten. "Die Probleme


bleiben aber", stellt Cornelia Schübel von der Unicredit Group mit Blick auf


den Handelskonflikt und auch den Brexit fest.



"Jeder spricht über Nachhaltigkeit"



Immer wichtiger werden ESG-Anlagen. ESG steht für Environmental, Social und


Governance, also ökologisches und gesellschaftliches Wohlverhalten und gute


Unternehmensführung. "Vergangene Woche hatten wir einen ganz großen Switch


aus einem konventionellen Stoxx Europe 600- in einen MSCI Europe ESG


Leaders-ETF", berichtet Rick van Leeuwen von IMC. Auch andere ESG- bzw. SRI-


ETFs ("Socially Responsible Investment") seien derzeit extrem gefragt.


"Lange war das nur ein Thema für aktive Fonds, jetzt spricht auch im ETF-


Bereich jeder darüber." Kunden der Commerzbank setzten zum Beispiel auf MSCI


USA SRI-ETFs, trennten sich nach dem zuletzt starken Kursanstieg aber vom


UBS MSCI World Socially Responsible (WKN A1JA1R).



Laut Morningstar stiegen die Mittelzuflüsse in ESG-ETFs in Europa 2018


gegenüber 2017 von 11,6 auf 12,5 Milliarden Euro. Das in ESG-Indexfonds


verwaltete Vermögen erhöhte sich um 4 Prozent auf 90,7 Milliarden Euro. Das


entspreche einem Anteil von 12,5 Prozent am gesamten ESG-Fondsvermögen -


nach einer Quote von knapp 7 Prozent fünf Jahre zuvor.



ESG-ETFs auch für Anleihen



Fast alle großen Emittenten bieten mittlerweile entsprechende ETFs an, allen


voran iShares, UBS und BNP Paribas, aber auch Amundi, Lyxor, Franklin


Liberty, Invesco, L&G und Xtrackers. Zu den größten Produkten von den Assets


under Management her gehören der UBS MSCI World Socially Responsible (WKN


A1JA1R), der UBS MSCI EMU Socially Responsible (WKN A1JA1T) und der


Unternehmensanleihen-ETF iShares Sustainable Euro Corporate Bond 0-3yr (WKN


A142NU).



Die meisten Untersuchungen zeigen, dass sich nachhaltige Anlagen auf lange


Sicht nicht schlechter entwickeln als konventionelle. Im Gegenteil: "Auch


Performance-seitig haben sich nachhaltige Fonds im vergangenen Jahr im


Vergleich zu konventionellen Fonds gut entwickelt", stellt Morningstar fest:


So landeten 32 Prozent der nachhaltigen aktiven und passiven Fonds im


obersten Viertel ihrer jeweiligen Kategorie bei Morningstar, 62 Prozent in


der oberen Hälfte.



Flotter Anstieg der Schwellenländeraktien



Was herkömmliche Aktien-ETFs angeht, berichtet Schübel von Käufen bei Euro


Stoxx- (WKN 593395, (WKN DBX1ET), MSCI Europe- (WKN A0MZWK) und MSCI EMU-


ETFs (WKN DBX0GJ) sowie Käufen und Verkäufen bei S&P 500-Trackern. Van


Leeuwen meldet überwiegend Abgaben von Aktien-ETFs wie Euro Stoxx 50-, CAC


40-, FTSE- oder S&P 500-Indexfonds. Gut an kommt offenbar der neue MDAX-ETF


von Invesco (WKN A2N7NF): Kunden der Commerzbank trennten sich vom iShares


MDAX-ETF (WKN 593392) und setzten stattdessen auf das neue Produkt.



Gesucht bleiben auch Emerging Markets-Aktien wie der iShares Core MSCI


Emerging Markets (WKN A111X9). Der hat nach deutlichen Verlusten 2018 in


diesem Jahr schon um 8,8 Prozent zulegen können, in den vergangenen drei


Jahren waren es durchschnittlich 13 Prozent im Jahr.



Gewinnmitnahmen bei Automation & Robotics-ETFs



Im Handel mit Branchen-ETFs verabschiedeten sich Anleger von Technologie-


und Versorger-ETFs, wie Schröder beobachtet hat. Abgestoßen werde auch der


iShares Automation & Robotics (WKN A2ANH0). Der ist seit Ende Dezember


kräftig gestiegen und hat damit den Großteil seiner Verluste seit


vergangenem Sommer wieder wettgemacht hat. Der Index bietet ein Engagement


in Unternehmen, die Technologien im Bereich Automatisierung und Robotik


entwickeln.



Kein klares Bild ergibt sich im Handel mit Anleihen-ETFs: Die Commerzbank


berichtet von Zuflüssen in US-Treasury- (WKN A1J202) und Abflüssen aus


Geldmarkt- (WKN DBX0AN) und High Yield Bond-ETFs (WKN A1H5UN), Schübel von


Käufen und Verkäufen bei europäischen sowie deutschen und französischen


Staatsanleihen (WKN DBX0AC), (WKN ETFL17) und US-Treasuries.



von: Anna-Maria Borse


19. Februar 2019, © Deutsche Börse AG



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(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)









 
 

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