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Börse Frankfurt-News: Auslandsaktien: US-Banken mit guten Zahlen




19.10.17 16:41
dpa-AFX

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Amerikanische Bankaktien haben sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt.

Die Erwartungen an die Quartalszahlen der Institute waren nicht hoch - und wurden übertroffen


19. Oktober 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es ist wieder soweit: Die US- Berichtssaison läuft. Banken-Schwergewichte wie JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Citigroup, Wells Fargo und Bank of America haben ihre Bücher schon offengelegt.


Die Erwartungen an die US-Berichtssaison insgesamt waren und sind hoch: Die US-Wirtschaft läuft gut, Öl ist immer noch vergleichsweise billig, der US- Dollar ist schwach und erleichtert die Exporte. Für die US-Banken waren die Prognosen deutlich verhaltener. Der Grund: Die fehlende Volatilität belastet das Handelsgeschäft.


Goldman Sachs: Rückgang hält sich in Grenzen


Mit den Zahlen zum dritten Quartal konnten die meisten Banken aber nun positiv überraschen: JPMorgan Chase, Citigroup, Goldman Sachs und Bank of America konnten allesamt ihre Gewinne steigern. Bei Goldman Sachs gingen die Erträge im Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen zwar zurück, der Rückgang fiel aber geringer aus als erwartet. "Gut entwickelt hat sich das M&A- und das IPO-Geschäft", erklärt Michael Arras von Oddo Seydler. Die Goldman-Aktie (WKN 920332) hatte zuletzt geschwächelt, wer vor einem Jahr eingestiegen ist, kommt - trotz US-Dollar-Entwicklung - aber immer noch auf ein Plus von 29 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.


JPMorgan, Citi und BoA profitieren vom Kreditgeschäft Die breiter aufgestellten Banken JPMorgan, Citigroup und Bank of America konnten das schwächere Handelsgeschäft durch höhere Kreditvergaben ausgleichen. Bei der Bank of America (WKN 858388), hier ist die Baader Bank Spezialist, erhöhte sich der Nettogewinn im dritten Quartal um 15 Prozent auf 5,1 Milliarden US- Dollar, die Erträge legten um 1 Prozent auf 22,1 Milliarden US-Dollar zu. Die Aktie kommt auf Sicht von einem Jahr auf ein Plus von 50 Prozent, auf Sicht von drei Jahren sind es 76 und von fünf Jahren sogar 205 Prozent.


Auch JP Morgan (WKN 850628) - die Aktie wird an der Börse Frankfurt ebenfalls von der Baader Bank betreut - überraschte positiv: Der Nettogewinn kletterte um 7 Prozent auf 6,7 Milliarden US-Dollar. Auch hier überzeugt die langfristige Kursentwicklung mit Gewinnen von 33, 88 und 154 Prozent für ein, drei und fünf Jahre.


Die Citigroup-Zahlen kamen ebenfalls sehr gut an, der Überschuss erhöhte sich um 8 Prozent, die Einnahmen um 2 Prozent. "Auch hier lief der Anleihehandel besser als erwartet", bemerkt Arras. Für die vergangenen zwölf Monate, drei bzw. fünf Jahre kommt die Aktie (WKN A1H92V) auf ein Plus von 37, 58 und 116 Prozent.


Wells Fargo schwächelt noch


Nicht so gut sieht es aus für Wells Fargo (WKN 857949). Wegen des Skandals um Phantomkonten, die ohne Genehmigung der Kunden eröffnet wurden, und eines schwachen Hypothekengeschäfts ging der Nettogewinn im dritten Quartal um 19 Prozent auf 4,6 Milliarden US-Dollar zurück, die Erträge schrumpften auf 21,9 Milliarden US-Dollar. Die Aktie kostete an der Börse Frankfurt im März noch 55 Euro, jetzt sind es 45,18 Euro. Hier fallen die Gewinne auf Sicht von einem, drei und fünf Jahren mit 9, 18 und 72 Prozent etwas bescheidener aus.


Prognosen durchwachsen


Der Grund für die überwiegend sehr gute Kursentwicklung in den vergangenen Jahren: Die Sanierung des Bankensektors ging in den USA schneller vonstatten als in Europa, außerdem hat die US-Notenbank bereits begonnen, die Zinsen anzuheben. Was die weitere Entwicklung angeht, hält sich die Euphorie der Analysten aber in Grenzen: So stuft die Deutsche Bank JPMorgan nur auf "Hold", nur Jefferies rät zum Einstieg. Bei der Citigroup empfiehlt wiederum Jefferies nur "Hold", hier votiert RBC Capital mit "Outperform".


Überhitzte US-Aktien?


Nach Ansicht der Helaba hat sich bei Anlegern ohnehin eine gefährliche Gelassenheit bezüglich US-Aktien eingestellt. Die implizite Volatilität für den S&P 500 sei zuletzt unter 10 Prozent gefallen - ein historischer Tiefstand. Gleichzeitig hätten US-Aktien inzwischen Bewertungsniveaus erreicht, die nur während der New Economy-Blase überschritten wurden. "Die Gewinndynamik wird die hohen Erwartungen wohl nicht so deutlich übertreffen können, dass damit eine Verbesserung der angespannten Bewertungssituation erreicht würde", erklärt Analyst Markus Reinwand. Die Kursrisiken seien somit deutlich größer als die Chancen.


von: Anna-Maria Borse 19. Oktober 2017, © Deutsche Börse AG


(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)







 
 

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