Blockchains: Das neue Gold des Computerzeitalters?




13.10.17 09:25
Finanztrends

Lieber Investor,


was haben die Bitcoins von heute und die Subprimekredite von 2007 gemeinsam? Möglicherweise, dass es sich in beiden Fällen um eine Blase handelt, die einen saftigen Crash nach sich zieht. Der finale Crash steht für die Bitcoins dieser Welt zwar noch aus, doch eine andere wichtige Gemeinsamkeit steht schon heute außer Frage.


Als die Immobilienblase in den USA 2007 platzte, gerieten die Immobilienkredite sofort in ein denkbar schlechtes Licht. Viele dieser Kredite waren verbrieft worden. Man hatte sie miteinander und mit erstrangigen Staatsanleihen so intensiv gemischt, dass am Ende niemand mehr wusste, welches Risiko er wirklich in seinen Büchern hatte.


Das ging solange gut, bis die Blase platze. Als sie platze, wollte von den Verbriefungen niemand mehr etwas wissen. Sie wurden von den Anlegern fallen gelassen wie heiße Kartoffeln. Die Börse als Handelsplatz dieser verbrieften Produkte wurde jedoch zu keinem Zeitpunkt ernsthaft infrage gestellt. Man nahm ihr auch nicht übel, dass sich die gefährlichen Produkte über sie so weit verbreitet hatten.


Mit den modernen Kryptowährungen wird es ähnlich sein. Es gibt von ihnen bereits annähernd tausend und viele, wenn nicht gar die meisten von ihnen, werden ein Ende nehmen, das dem der verbrieften Immobilienkredite verzweifelt nahekommt. Doch die Blockchain als die technische Trägerstruktur dieser neuen Währungen wird die Krise ebenso unbeschadet überstehen, wie es die Börsen als Handelsplätze in 2008 getan haben.


Die Bitcoins elektrisieren die Spekulanten, die Blockchains die Banker


Ob der Bitcoin als die momentan wichtigste und populärste Kryptowährung höher oder tiefer notiert als gestern, braucht uns für den Moment nicht wirklich zu interessieren. Viel wichtiger ist die Feststellung, dass die hinter ihnen stehende Blockchain-Technologie die Art, wie Banken arbeiten, auf den Kopf stellen wird. Das macht sie auch aus Sicht der Kreditinstitute so attraktiv aber auch so gefährlich.


Die zunehmende Digitalisierung der Branche ist schon seit fünf Jahren ein Thema, das die Gemüter elektrisiert. Viele Banken arbeiten an neuen Lösungen und gerade das Jahr 2016 sah im Bankensektor einen regelrechten Blockchain-Hype. Er hat sich inzwischen merklich abgekühlt, weil allen Beteiligten klar geworden ist, dass sich marktreife Anwendungen nicht über Nacht entwickeln und umsetzen lassen.


Die Projekte benötigen Zeit unter anderem deswegen, weil die Blockchain-Technologie noch technische Beschränkungen aufweist, die überwunden werden müssen. Es geht etwa um die Frage, ob ein Anwender zukünftig beim initialen Zugriff auf die Blockchain immer noch den gesamten Datensatz der Blockchain abspeichern muss, oder nur noch jenen, der ihn selbst betrifft.


Der Vorteil der Blockchain liegt jedoch schon heute offen zutage. Als Blockchain wird eine Kette von Datenblöcken bezeichnet, die Transaktionsdaten abspeichert. Jeder Block enthält zudem die Prüfziffern des vorangestellten und des nachfolgenden Blocks. Durch diesen Trick kann ein einzelner Block nachträglich nicht mehr verändert werden. Zum Schutz gegen Fälschungen werden die Datenketten dezentral an verschiedenen Stellen mehrfach gespeichert.


Eine Regulierung tut Not


Damit sind zahlreiche Vorteile hinsichtlich Sicherheit und Einsatzmöglichkeiten der neuen Technologie bereits benannt. Allerdings sind die Blockchains nicht in jedem Fall die beste Lösung des Problems. Sie sind es vor allen Dingen dann, wenn Vertrauen, eine stete Verfügbarkeit und eine dezentrale Abwicklung erforderlich sind, weil sich die Partner an unterschiedlichen Orten aufhalten.


Damit sind die neuen auf der Blockchain-Technologie basierenden Kryptowährungen insbesondere für den internationalen Handel geeignet. Importeure und Exporteure sind über die ganze Welt verteilt. Sie müssen darauf vertrauen können, dass sich das Geschäft in diesem Moment auch tatsächlich so vollzieht, wie es ihr Kenntnisstand ihnen vermittelt und sie handeln asynchron, das heißt, auf eine Anfrage ist in den meisten Fällen keine unmittelbare Antwort erforderlich.


Was im Moment noch fehlt, ist die internationale Regulierung und die Anpassung der Gesetzgebung. Letztere beruht auf dem Verursacherprinzip. Es muss zu jedem Zeitpunkt klar sein, wer die Hoheit über das ausgetauschte Produkt hat und damit rechtlich verantwortlich ist. Die Blockchain-Technologie verwässert dieses Prinzip sehr stark. Aus diesem Grund sind noch weitere rechtliche Anpassungen nötig.


Die beginnende Regulation aller Blockchain-Anwendungen wird den aktuellen Hype um die Kryptowährungen deutlich abschwächen. Erste Entwicklungen, die in diese Richtung weisen, sehen wir bereits heute. Nicht umsonst waren es Chinas Ankündigungen, die Ausgabe neuer Coins zu beschneiden bzw. den Handel mit bestehenden zu regulieren, welche den Bitcoinkurs im September von 5.000 auf nur noch 3.000 US-Dollar zurückfallen ließ.


Eine Gefahr für das Bankensystem


Die wilde Berg- und Talfahrt, die der Bitcoinkurs in diesen Tagen vollzieht, wird ihn möglicherweise als Währung diskreditieren und als Geld auf lange Sicht unattraktiv machen. Die Notenbanken brauchen sich also nicht unbedingt vor den neuen Coins zu fürchten. Bei den Geschäftsbanken und den Versicherungen sieht sie Lage allerdings schon wieder ganz anders aus. Sie haben allen Grund, sich vor den Kryptowährungen zu fürchten, denn diese bieten die Möglichkeit, dass Konkurrenten an ihnen vorbei Geschäfte machen.


Dabei ist nicht allein die Abwicklung von Zahlungsströmen gemeint, die das heutige Banksystem überflüssig machen. Durch die Datenflut der Zukunft werden die Firmen ihre Kunden nicht nur besser kennen. Sie werden durch die Blockchain-Technologie auch in der Lage sein, einen neuen Bedarf schnell zu erkennen und sofort auf ihn zu reagieren.


Wenn beispielsweise ein Auto mit Kryptowährungen bezahlt wird, ist schon im Moment der Bezahlung klar, dass auch eine neue Versicherung für das Fahrzeug benötigt wird. Wer diese am schnellsten anbieten kann, macht das Geschäft. Alle anderen bestraft das Leben, weil sie zu spät kommen.


Ein gutes Beispiel für eine Entwicklung, wie sie auch im Bankwesen droht, ist die Stromindustrie. Früher gab es in allen Ländern einige wenige große Anbieter. An ihnen und ihren Leistungen führte kein Weg vorbei. Heute kann man sich leicht eine Solaranlage aufs Dach stellen oder ein Kleinstkraftwerk im Keller montieren und schon ist man auf den Strom der anderen nicht mehr angewiesen, weil man selbst Strom in die Netze einspeist.


Die Veränderungen werden kommen


Viele Banken sind sich momentan noch nicht darüber im Klaren, wie sie sich langfristig zu den Bitcoins und der Blockchain-Technologie aufstellen sollen. Statt aktiv zu werden und eigene Lösungen zu entwickeln, beobachten sie die Entwicklung nur abwartend. Diese Passivität wird nicht ewig anhalten.


Unabhängig von der Frage, ob es den Bitcoin 2022 noch geben wird und welchen Wert er dann haben wird, ist aber schon heute klar, dass das Finanzwesen der Zukunft erstens ein ganz anderes und zweitens ein viel offeneres sein wird. Darauf müssen sich die Kreditinstitute wie auch ihre Kunden einstellen und je schneller sie es tun, umso besser wird es für sie sein.


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Ein Beitrag von Dr. Bernd Heim.


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