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Airbus: “Ich glaube das erst, wenn ich es sehe”




12.10.17 18:00
Finanztrends

Liebe Leser,


er ist seit 23 Jahren an der Spitze der Vertriebsorganisation von Airbus und hat während jener langen Zeitperiode dazu beigetragen, 15.500 Flugzeuge zum Gesamtlistenpreis von 1,7 Billionen Dollar zu verkaufen: Der 67-jährige Verkaufschef John Leahy wird wohl zum Jahresende seinen Posten räumen. Dies berichtet Reuters unter Berufung auf Insiderinformationen. Eine offizielle Ankündigung des Konzerns steht bisher noch aus.


Kiran Rao soll Nachfolger werden


Leahy hatte dieses Jahr bereits durchsickern lassen, dass sein Ruhestand wohl nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt. Laut Reuters soll Kiran Rao, Leahys Stellvertreter, die Nachfolge antreten.


Problemkind A380


Trotz der durch Leahy erreichten Rekord-Auftragsbestände der Vergangenheit geriet Airbus zuletzt ins Straucheln und rutschte sogar seit langem wieder hinter den Erzkonkurrenten Boeing ab. Problemkind ist das weltweit bisher größte in Serienfertigung produzierte zivile Flugzeugmodell A380. Der Grund: Die Bestellungen für den Großraumflieger seitens der Fluggesellschaften gingen in letzter Zeit deutlich zurück.


Leahy soll noch einmal ran


Der scheidende Vertriebschef wird nun im November wohl noch einmal sein ganzes Verhandlungsgeschick unter Beweis stellen können. Im Zuge der dann in Dubai stattfindenden Luftfahrtmesse wird Leahy sicherlich mit Nachdruck versuchen, A380-Aufträge der arabischen Airline Emirates einzuheimsen.


Es steht einiges auf dem Spiel: Laut Branchenbeobachtern wird die Messe in Dubai schließlich darüber entscheiden, ob der A380 überhaupt noch zukunftsfähig ist. Im schlimmsten Fall drohe dem Riesenflieger das Aus, so die Experten weiter.


Emirates-Chef: „Ich glaube das erst, wenn ich es sehe.“


Emirates-Chef Tim Clark hat sich laut Reuters auf einen aggressiv verhandelnden Leahy eingestellt: „Er will, dass wir eine Unmenge von A380 bestellen, bevor er geht, damit er unter Fanfarenklängen gehen kann“, so der Manager. Clark zeigte sich angesichts des nun kolportierten Rücktritts seines Verhandlungspartners unbeeindruckt: „Er erzählt mir seit vier Jahren, dass er im nächsten Jahr in Rente gehen wird. Ich glaube das erst, wenn ich es sehe.“


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Ein Beitrag von Marco Schnepf.


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