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APA ots news: Allianz Vermögensreport: Das Jahr der Verlierer




18.09.19 10:35
dpa-AFX

Erstmals seit Finanzkrise: Weltweites Vermögen geht zurück -


Spar-Boom in den USA, Schuldenprobleme in China -


Österreich: Geldvermögen legt leicht zu



Wien (APA-ots) - Im vergangenen Jahr kam es zu einer traurigen Premiere:


Erstmals sind 2018 die Geldvermögen sowohl in den Industrie- als auch


in den Schwellenländern zurückgegangen.

Dies war nicht einmal am


Höhepunkt der Finanzkrise 2008 der Fall. Zu diesem Ergebnis kommt der


aktuelle Allianz Global Wealth Report, der alljährlich Geldvermögen


und Verschuldung der privaten Haushalte in über 50 Ländern


analysiert. Weltweit waren Anleger in einer Zwickmühle: Auf der einen


Seite der eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und China,


die endlose "Brexit-Saga" und zunehmende geopolitische Spannungen,


auf der anderen Seite die Verschärfung der monetären Bedingungen und


die angekündigte Normalisierung der Geldpolitik.



Die Reaktion der Börsen fiel dementsprechend aus: Global gaben die


Aktienkurse 2018 um etwa 12 Prozent nach. Dies schlug direkt auf die


Vermögensentwicklung durch: Die Brutto-Geldvermögen der privaten


Haushalte gingen um 0,1 Prozent zurück und stagnierten bei 172,5


Billionen Euro. "Die zunehmende Unsicherheit fordert ihren Tribut",


erklärte dazu Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz: "Die


Demontage der regel-basierten globalen Ordnung ist Gift für den


Vermögensaufbau. In den Zahlen zur Vermögensentwicklung zeigt sich


dabei deutlich: Handel ist kein Nullsummenspiel. Entweder gewinnen


alle oder es verlieren alle wie im letzten Jahr. Ein aggressiver


Protektionismus kennt keine Gewinner."



Zwtl.: Österreich: Leichtes Vermögenswachstum gegen den Trend



Das Brutto-Geldvermögen der österreichischen Haushalte legte 2018


entgegen dem weltweiten Trend um 1 Prozent zu. "Zwar verzeichneten


die österreichischen Sparer damit das schwächste Wachstum in den


letzten sieben Jahren, aber sie zählten immerhin zu den wenigen


europäischen Sparern, die überhaupt einen Zuwachs erzielen konnten",


kommentiert Martin Bruckner, Chief Investment Office der Allianz


Gruppe in Österreich. Getragen wurde dieser Zuwachs allein von den


Bankeinlagen, die mit 4,9 Prozent nicht nur kräftig stiegen, sondern


auch knapp 90 Prozent aller frischen Anlagegelder anzogen. Damit


wurden die Österreicher ihrem Ruf als ultra-vorsichtige Anleger


erneut gerecht. Die beiden anderen Wertpapierklassen, Wertpapiere wie


Aktien und Investmentfonds sowie Versicherungen und Pensionen, gingen


um 2,7 Prozent beziehungsweise 0,9 Prozent zurück. Die privaten


Verbindlichkeiten stiegen mit 3,0 Prozent wieder etwas stärker als im


Vorjahr (1,8 Prozent). Von einem Kreditboom ist Österreich dennoch so


weit entfernt wie eh und je: Mit 50,5 Prozent lag die


Schuldenstandsquote so niedrig wie seit 15 Jahren nicht mehr. In


Westeuropa sind mittlerweile nur die Iren noch


Schulden-disziplinierter, der westeuropäische Durchschnitt lag Ende


2018 bei 74,1 Prozent und damit etwa um die Hälfte höher als in


Österreich.



Zwtl.: Ranking: Österreich weiterhin auf Platz 16 der reichsten


Länder



Netto erhöhte sich das Geldvermögen in Österreich 2018 minimal um


0,3 Prozent und damit weit unter dem Durchschnitt der letzten sieben


Jahre (3,8 Prozent), wie der Allianz Global Wealth Report zeigt. Mit


einem Netto-Geldvermögen pro Kopf von 53.980 Euro belegt Österreich


in der Rangliste der 20 reichsten Länder unverändert den 16. Platz,


und liegt zwei Ränge vor Deutschland. Österreich gehört damit - neben


den Niederlanden - zu den wenigen Euroländern, die ihre Position seit


der Jahrtausendwende leicht verbessern konnten. Kräftig abgerutscht


sind seit damals Italien (-10 Plätze), Großbritannien (-7 Plätze)


oder Frankreich (-5 Plätze), während Singapur (+13 Plätze) und Taiwan


(+10 Plätze) sowie Schweden (+6 Plätze), Australien (+5 Plätze) und


Südkorea (+ 5 Plätze) zu den großen Gewinnern der letzten beiden


Jahrzehnte zählen. An der Spitze des Rankings haben die USA die


Schweiz wieder abgelöst, nicht zuletzt dank des starken Dollars.



Zwtl.: Aufholprozess der Schwellenländer gestoppt



Weltweit erkennen die Autoren des Allianz Global Wealth Reports


eine bemerkenswerte Trendumkehr. Die Brutto-Geldvermögen sind 2018 in


den Schwellenländern nicht nur das erste Mal zurückgegangen, der


Rückgang fiel zudem mit -0,4% auch stärker aus als in den


Industrieländern (-0,1%). Maßgeblich dazu beigetragen hat die


schwache Entwicklung in China, wo die Vermögen um 3,4% fielen. Zum


Vergleich: Im Durchschnitt der letzten beiden Dekaden lag der


Wachstumsvorsprung der Schwellenländer bei 11,2 Prozentpunkten. Es


scheint so, als ob die Handelsstreitigkeiten dem Aufholprozess der


ärmeren Länder ein jähes Stoppzeichen gesetzt hätten. Die


Industrieländer profitierten davon jedoch ebenso wenig. Sowohl Japan


(-1,2%), Westeuropa (-0,2%) und Nordamerika (-0,3%) verzeichneten ein


negatives Vermögenswachstum.



Zwtl.: Paradoxes Sparverhalten



Gleichzeitig stiegen die weltweiten Mittelzuflüsse um 22 Prozent


auf einen neuen Rekordwert von über 2,7 Billionen Euro. Dafür


zeichnete allerdings allein die Entwicklung in den USA


verantwortlich: Dank der Steuerreform konnten die US-Haushalte ihre


Sparanstrengungen um 46 Prozent steigern; damit entfallen etwa zwei


Drittel aller Ersparnisse in den Industrieländern auf die Vereinigten


Staaten. Die Analyse der Mittelzuflüsse 2018 offenbart eine weitere


Besonderheit: Die Sparer wenden sich von der Vermögensklasse


Versicherungen und Pensionen ab, auf diese entfielen nur noch 25


Prozent der frischen Spargelder. Die Präferenz für liquide und


vermeintlich sichere Bankeinlagen kommt die Haushalte aber teuer zu


stehen: Allein im letzten Jahr dürften sich die Vermögensverluste


durch Inflation auf annähernd 600 Mrd. Euro summiert haben.



"Es herrscht ein paradoxes Sparverhalten", betont Martin Bruckner.


"Viele sparen mehr, weil sie einen längeren und aktiveren Lebensabend


erwarten. Gleichzeitig aber lassen sie die Produkte, die eine


wirksame Absicherung im Alter versprechen, wie etwa


Lebensversicherungen, links liegen." Offensichtlich würde der


Niedrigzins die Bereitschaft zu langfristig orientiertem Sparen


weiter untergraben. Dabei brauche die Weltwirtschaft nichts


dringender als Langfristsparer und -investoren, um die anstehenden


Herausforderungen zu bewältigen, so Bruckner abschließend.



Downloads im [Allianz Media Newsroom]


(https://www.allianz.at/ueber-allianz/media-newsroom/)



* Foto: Michael Heise (© Allianz - Abdruck honorarfrei)


* Foto: Martin Bruckner (© Allianz - Abdruck honorarfrei)


* Allianz Global Wealth Report


* Pressemitteilung als PDF



Bitte beachten Sie unseren Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:


[https://www.ots.at/redirect/disclaimer8]


(https://www.ots.at/redirect/disclaimer8)



Rückfragehinweis:


Patricia Strampfer


Head of Corporate Communications


Allianz Gruppe in Österreich


Tel: +43 5 9009 80690


E-Mail: patricia.strampfer@allianz.at



Lisa Wissenwasser


Corporate Communications


Allianz Gruppe in Österreich


Tel: +43 5 9009 80690


E-Mail: lisa.wissenwasser@allianz.at



Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/396/aom



*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER


INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***



OTS0082 2019-09-18/10:30











 
 

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