5 Top-Aktien für den Dezember




04.12.19 23:21
Motley Fool

Der November ist traditionell ein guter Monat, um das Anlageportfolio mal gründlich zu untersuchen. Wer Aktien hat, die sich schlecht entwickelten, und kein Vertrauen mehr in die langfristigen Chancen hat, kann vor Jahresende verkaufen, um möglicherweise die Verluste für einen Steuervorteil zu nutzen. Ein Verkauf gibt zudem Geld frei, um in andere Aktien mit einem höheren Potenzial für hohe Renditen zu investieren.


Wir haben fünf Motley-Fool-Autoren gefragt, welche Top-Aktien ihrer Meinung nach die besten Tipps für Investoren sind, die sie zum Jahresende kaufen können. Aber warum genau haben sie sich für Bookings Holdings (WKN: A2JEXP), Cleveland-Cliffs (WKN: A2DVSM), MediPharm Labs (WKN: A2N7AA), MongoDB (WKN: A2DYB1) und The Trade Desk (WKN: A2ARCV) entschieden?


Weltweite Chance

Dan Caplinger (Booking Holdings): Weltreisen haben in den letzten Jahrzehnten dramatisch zugelegt, und eine schnell wachsende Economy-Class hat in vielen Märkten für Wachstum gesorgt. Darüber hinaus hat der Erfolg der Fluggesellschaften in den letzten zehn Jahren dazu beigetragen, Leute ans Ziel zu bringen. Unterdessen hat der Aufstieg des Internets den Handel für immer verändert. Onlinereisebuchungen sind zu einer schnell wachsenden Sparte geworden.


Booking Holdings liegt an der Schnittstelle zwischen den Trends Reisen und E-Commerce. Als führende Onlinereisewebsite hat Booking eine starke Kombination von Unternehmen unter einem Dach vereint. Ausgehend von der „name your own price“-Reisewebseite hat Booking Zukäufe wie den internationalen Hotelspezialisten Booking.com, das Onlinereiseseiten-Aggregator-Tool KAYAK und den Restaurantreservierungsservice OpenTable getätigt. Booking.com war wohl die bedeutendste Akquisition des Unternehmens und das führte dazu, dass es 2018 seinen Namen von Priceline Group in Booking Holdings änderte.


Das Wachstum bei Booking hat sich in letzter Zeit verlangsamt und mag einige Anleger beunruhigen. Ein Großteil des rückläufigen Umsatzwachstums ist auf den starken US-Dollar zurückzuführen, für den Booking aufgrund seines umfangreichen internationalen Geschäfts und seiner Abhängigkeit von Wechselkursschwankungen besonders anfällig ist.


Allerdings verfolgt das Unternehmen noch immer ehrgeizige Expansionspläne. China war ein großes Ziel für das Wachstum von Booking: Man hat erhebliche Investitionen in Unternehmen wie die Onlinereiseplattform Ctrip.com International, den Anbieter von Lebensmittelauslieferungen Meituan Dianping und den Ride-Hailing-Spezialisten Didi Chuxing getätigt. Chinas Wirtschaftswachstum hat sich in letzter Zeit verlangsamt, aber es findet immer noch wesentlich schneller als in vielen anderen Teilen der Welt statt, und die riesige Bevölkerung macht das Land zu einer Quelle von potenziellen Deals. Darüber hinaus würde eine starke Präsenz in China Booking von ganz Asien zu profitieren könnte.


Anfang November wird Booking Holdings den Investoren die neuesten Informationen darüber geben, wie es finanziell läuft. Für die wichtige Spätsommersaison erwarten die Experten ein Gewinnwachstum von rund 18 % bei einem Umsatzplus von rund 6 %. Die Aktionäre sollten die gebuchten Zimmernächte im Auge behalten, da Booking bereits vor drei Monaten eine Prognose abgegeben hat, dass das Wachstum in dieser Kategorie im dritten Quartal etwa 6 bis 8 % betragen würde.


In der Vergangenheit hat Booking die Erwartungen der Investoren übertroffen, und deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt, einen Blick auf die Aktie zu werfen. Die Onlinereiseindustrie bietet viele Faktoren, die helfen sollten, weltweit zu wachsen, und die bereits umfangreiche internationale Präsenz von Booking macht das Unternehmen zu dem Kandidaten, das die Früchte ernten sollte, wenn mehr und mehr Menschen weltweit reisen.


Harte Zeit für Eisenerz, gute Zeit für Cleveland-Cliffs

Tyler Crowe (Cleveland-Cliffs): Ich bin mir bewusst, dass es nicht gerade nachvollziehbar klingt, dass ein Eisenerz-Miner, der noch vor ein paar Jahren am Rande des Konkurses stand, jetzt eine großartige Aktie ist. Doch so sehr das Gespenst einer drohenden Rezession und einer Verlangsamung des Welthandels auch über Rohstoffen schwebt, es gibt doch einen zwingenden Grund zu der Annahme, dass die Aktie von Cleveland-Cliffs derzeit eine starke Wahl ist.


Ein Großteil der Investitionsthese in Cleveland-Cliffs geht auf das Managementteam zurück, das es innerhalb von drei Jahren geschafft hat, aus einem aufgeblähten und unrentablen Unternehmen ein durchaus erfolgreiches zu machen. Das Unternehmen hat seine Gesamtverschuldung gegenüber seinem Höchststand im Jahr 2013 um mehr als die Hälfte reduziert, es hat in neue Wachstumsgeschäfte investiert, die Dividende wiederhergestellt und es war finanziell flexibel genug, in diesem Jahr bisher 250 Millionen USD in Aktien zurückzukaufen.


Trotz der riesigen Veränderungen, die das Cleveland-Cliffs-Management in den letzten Jahren umgesetzt hat, wird die Aktie des Unternehmens immer noch so gehandelt, als ob das Unternehmen weiter in großen Nöten stecken würde. Aktien werden zum 2,5-Fachen der Gewinne gehandelt und die derzeitigen Preise sind nicht weit von den Kursen entfernt, als man am Konkurs stand.


Ich bin nicht sicher, wie sich die Preise für Eisenerz entwickeln werden. Zum Glück hat wenig von der Anlagethese in Cleveland-Cliffs mit der Zukunft der Eisenerzpreise zu tun. Der Eisenerzmarkt ist viel nuancierter als der Spotpreis von Eisenerzpellets und das Unternehmen hat nun einmal einige Vorteile, da es mehr als 55 % des US-Eisenerzmarktes hält. Darüber hinaus hat dieses Managementteam das Unternehmen tatsächlich durch harte Zeiten führen können. Da die Aktien derart niedrig bewertet werden, scheint mir Cleveland-Cliffs derzeit wie ein guter Kauf.


Wachstumsstarke Small-Cap-Aktie

Sean Williams (MediPharm Labs): Cannabis-Aktien waren in den vergangenen sieben Monaten alles andere als eine sichere Anlage. Allerdings ist ein kleiner Marihuana-Vermittler bereits profitabel und zeigt sich hinsichtlich vieler Probleme, die die kanadische Szene plagen, weniger gefährdet. Vorhang auf für den Extraktion-Dienstleister MediPharm Labs.


Extraktionsunternehmen wie MediPharm nehmen Cannabis- und Hanfbiomasse und liefern, basierend auf dem Umfang der mit ihren Kunden abgeschlossenen Verträge, Harze, Destillate, Konzentrate und/oder gezielte Cannabinoide. Das sind auch die Unternehmen, die White-Label-Produktions- und Verpackungsdienstleistungen anbieten können.


Was die Anbieter von Extraktionen so spannend macht, ist, dass Kanada als erstes Industrieland am 17. Oktober 2019 offiziell Cannabis-Derivate legalisiert hat. Derivate sind Produkte wie Lebensmittel, Vapes, cannabisinfusionierte Getränke und Konzentrate, und diese werden ab Mitte Dezember in kanadischen Apotheken erscheinen. Da Derivate deutlich bessere Margen bieten als getrocknete Cannabis-Blüten, sind diese alternativen Konsummöglichkeiten ein Muss für alle kanadischen Cannabis-Züchter.


Aber hier ist die Sache: Nicht jede Cannabis-Aktie hat die Fähigkeit oder die Kapazität, Cannabis oder Hanf auch vor Ort zu verarbeiten. An dieser Stelle kommt MediPharm Labs ins Spiel. Die Anlage in Barrie, Ontario, wird in Kürze in der Lage sein, 300.000 Kilogramm jährlich zu verarbeiten, später sollen es 500.000 Kilogramm pro Jahr sein. Die bisher bemerkenswerteste Transaktion, die MediPharm abgeschlossen hat, ist die mit Cronos Group. Im Austausch für 30 Millionen USD über einen Zeitraum von 18 Monaten liefert MediPharm Cronos Konzentrate.


Abgesehen davon, dass Extraktionsdienstleister wie MediPharm die Vermittler für Cannabis-Aktien sind, laufen diese Verträge mit Extraktionsunternehmen in der Regel 18 bis 36 Monate. Damit bieten sie mittelfristig einen vorhersehbaren Cashflow in einer schnell wachsenden und noch jungen Branche mit geringer Sicherheit.


Trotz der Aufnahme der Geschäftstätigkeit im vergangenen November konnte MediPharm bereits im zweiten Quartal den ersten Quartalsgewinn ausweisen. Mit zunehmender Expansionskapazität des Unternehmens sollte es schnell und einfach auf seiner Gewinndynamik aufbauen können. Angesichts der langfristigen Bedeutung derivativer Produkte für die Cannabis-Industrie scheint die Bewertung zum 22-Fachen der Einnahmen im kommenden Jahr für MediPharm Labs recht günstig zu sein.


Massive Wachstumschancen

Brian Feroldi (MongoDB): Alle Unternehmen verwenden Daten, um Entscheidungen zu treffen, aber die nackten Daten sind nutzlos, wenn sie nicht in einer effizienten und durchsuchbaren Datenbank erfasst, organisiert und gespeichert werden. Dieser Bedarf hat viele der größten Unternehmen der Welt dazu veranlasst, sich seit Jahrzehnten auf Datenbankanbieter wie Oracle zu verlassen.


Aber Legacy-Datenbanken haben es schwer, mit den Anforderungen moderner Unternehmen Schritt zu halten, da sie mittlerweile riesige Datenmengen erfassen, die nicht in übersichtliche Spalten und Zeilen gefüllt werden können. Man denke nur an Fotos, Videos und Audiodateien. Der Aufstieg von E-Commerce und Cloud Computing bringt die traditionellen Datenbanken an ihre Grenzen – dafür sind sie eben nie konzipiert worden.


Diese Faktoren bringen Unternehmen dazu, nach neuen und alternativen Lösungen zu suchen, und MongoDB nutzt diese Chance wie kein anderer.


MongoDB baute sein Datenbanksystem grundsätzlich neu auf, um alle Mängel bei Legacy-Lösungen zu beheben. Die Software von MongoDB ist Open-Source und kostenlos herunterzuladen, und sie kann Daten in fast jedem Format erfassen, speichern und organisieren. Die Datenbank wird auch verteilt, was es einfach macht, sie auf viele kostengünstige Server zu verteilen, wodurch der Kauf bestimmter Arten teurer Hardware entfällt.


Diese Vorteile erklären, warum bereits mehr als 60 Millionen Entwickler die Software von MongoDB heruntergeladen haben. Das sind gute Nachrichten für Investoren, denn MongoDB nutzt ein „Freemium“-Modell, um das Wachstum voranzutreiben. Entwickler können die Software von MongoDB einfach herunterladen und damit rumprobieren, bis sie sich wohlfühlen. Sie erhalten jedoch nur eine begrenzte Menge an Speicherplatz. Wer mehr will, muss zum zahlenden Abonnenten werden.


MongoDB hat bewiesen, dass diese Strategie hervorragend funktioniert. Die Kundenzahl hat sich mit 15.000 im letzten Quartal mehr als verdoppelt. Die jährliche Nettoexpansionsrate der wiederkehrenden Einnahmen des Unternehmens, die die Einnahmen aus Abonnements für dieselben Kunden zwischen den Perioden widerspiegelt, liegt seit mehr als vier Jahren in Folge über 120 %. Dies trug dazu bei, das Umsatzwachstum im letzten Quartal von 67 % auf 99,4 Millionen USD zu steigern.


Diese Zahlen sind beeindruckend, aber das Spannende daran ist, dass sie im Vergleich zum wahren Potenzial des Unternehmens immer noch klein sind. Der globale Markt für Datenbanksoftware erzielt jedes Jahr einen Umsatz von 64 Milliarden USD und wächst weiter. Im Gegensatz dazu erwartet MongoDB für das laufende Geschäftsjahr einen Jahresumsatz von weniger als 400 Millionen USD. Das bedeutet, dass noch nicht einmal 1 % der Marktchancen genutzt wurde.


Das größte Problem bei der Investition in MongoDB ist, dass das Unternehmen immer noch Geld verliert – der Nettoverlust betrug im letzten Quartal 37 Millionen USD – und dass die Bewertung irre hoch ist. Investoren müssen diese Risiken im Auge behalten. Aber ich denke, dass die Wachstumschancen des Unternehmens so gut sind, dass es noch immer sinnvoll ist, jetzt eine kleine Position zu kaufen und im Laufe der Zeit zu erweitern.


Und genauso habe ich es neulich auch getan – ich habe eine kleine Position gekauft und werde diese nach und nach erweitern.


Nur nach oben

Keith Speights (The Trade Desk): Ich schätze ja Aktien, die in einem schnell wachsenden Markt, der noch in den Kinderschuhen steckt, führend sind. The Trade Desk passt da perfekt rein.


Dieses Unternehmen bietet Werbeagenturen eine Softwareplattform, um täglich Anzeigen von mehr als 500 Milliarden digitalen Opportunities zu kaufen. Dieses softwarebasierte Modell wird als programmatische Werbung bezeichnet.


Und es steht außer Frage, dass The Trade Desk ein Marktführer im Bereich der programmatischen Werbung ist. AdExchanger hat seine Plattform Anfang des Jahres zur „Best Demand-Side Technology“ ernannt, während die ClickZ Marketing Technology Awards The Trade Desk zur „Best Demand Side Platform“ für 2019 erklärt haben.


Die Möglichkeiten von The Trade Desk sind enorm. Der globale Werbemarkt dürfte in diesem Jahr bei fast 725 Milliarden USD liegen und bis Mitte des nächsten Jahrzehnts auf 1 Billion USD wachsen. Die programmatische Werbung wird sich 2019 voraussichtlich nur auf 34 Milliarden USD belaufen. Aber er sollte in nicht allzu ferner Zukunft den größten Teil des Marktes ausmachen und fünfmal schneller wachsen als der gesamte Werbemarkt.


Besonders gut gefallen mir die Perspektiven von The Trade Desk im vernetzten Fernsehen (CTV), zu denen auch Streaming-TV-Dienste gehören, die werbefinanziert sind. Das Unternehmen unterzeichnete im August einen Vertrag mit Amazon.com, den The Trade Desk CEO Jeff Green als „game changer“ bezeichnete. Amazon wird es Werbetreibenden ermöglichen, Anzeigen auf Apps zu schalten, die die Amazon-Fire-TV-Plattform über The Trade Desk und eine andere Drittanbieterplattform nutzen.


Meiner Meinung nach ist der Amazon-Deal nur eine von vielen Möglichkeiten, die The Trade Desk im Bereich CTV nutzen wird. Da der Markt für digitale und programmatische Werbung expandiert, sollte The Trade Desk in der Lage sein, langfristig denkenden Investoren ein grandioses Wachstum zu ermöglichen.


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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon, Booking Holdings, MongoDB, The Trade Desk und empfiehlt Aktien von Ctrip.com International. Brian Feroldi besitzt Aktien von Amazon, Booking Holdings, Ctrip.com International, MongoDB und The Trade Desk. Dan Caplinger besitzt Aktien von Booking Holdings. Keith Speights besitzt Aktien von MongoDB und The Trade Desk. Sean Williams besitzt keine der angegebenen Aktien. Tyler Crowe besitzt Aktien von Cleveland-Cliffs.


Dieser Artikel erschien am 31.10.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.


Motley Fool Deutschland 2019


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