Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

pfp Advisory: "Eine zweite Welle ist nicht zwingend ein zweiter Lock-down"




05.10.20 16:02
Redaktion boerse-frankfurt.de

Fondsmanager Peeters gibt eine Einschätzung, welche Konsequenzen eine zweite Welle für Wirtschaft und die Börse mit sich tragen könnte.



7. September 2020. FRANKFURT (pfp Advisory). Die Frage, ob uns in diesem Herbst in einem doch etwas speziellen „Corona-Jahr“ noch die viel beschworene zweite Welle der Pandemie droht, scheint mittlerweile mehr als eindeutig zu beantworten zu sein. Zumindest gemessen an den positiven Testergebnissen weisen mittlerweile doch recht viele Staaten signifikant höhere Werte als im Frühjahr auf, was sich wahrscheinlich auch nicht über die höhere Testfrequenz alleine erklären lässt. Noch immer beeinflusst die Seuche große Teile des Alltags und scheint bei weitem noch nicht besiegt zu sein. Und die Saison, in der wir uns überwiegend drinnen bewegen, steht noch bevor.


Da stellt sich vielerorts die Frage, warum die Kapitalmärkte anders als im Frühjahr reagieren. Auch wenn wir momentan die üblichen volatilen Tage, wie sie um den Anfang des Herbst üblich sind, erleben, sind wir weit entfernt von einer dramatischen Baisse, wie wir sie im März bei ähnlichen Fallzahlen erlebt haben. Die Interpretation dieser vergleichsweise robusten Märkte ist wie immer mannigfaltig und reicht sinngemäß von „Das kommt alles noch. Die Märkte haben nur noch nicht realisiert, wie sich das Infektionsgeschehen verbreitet“ bis hin zu „Börsen nehmen nur vorweg, dass es in ein paar Monaten Impfstoffe gibt und Corona somit beendet ist“.


Natürlich dürfte die Wahrheit etwas differenzierter gelagert sein. Die reinen Fallzahlen sind ganz offensichtlich alarmierend, insbesondere dann, wenn man die Dynamik betrachtet und diese ein Stück weit in die Zukunft fortschreibt. Doch anders als vor einem halben Jahr entfällt der Faktor des Ungewissen, man kann die Konsequenzen besser einsortieren. Seinerzeit mussten Politiker rund um den Globus schnell entscheiden, wobei die Verantwortlichen insbesondere Bilder wie aus Norditalien mit überfüllten Intensivstationen vermeiden wollten. Somit kam es in zahllosen Ländern zum  Entschluss eines wie auch immer gearteten Lock-downs, mit all den Kollateralschäden.


Und über diese indirekten Konsequenzen wird nun eine Debatte geführt, die im Frühjahr aus nachvollziehbaren Gründen so nicht stattgefunden hat. So thematisierten US-Behörden unlängst die verheerende Tödlichkeit von Corona-Maßnahmen, beispielsweise auf Grund von verschobenen Operationen oder nicht erfolgten Krankenhausbesuchen in den Staaten auf Grund von ursprünglichen Schutzmaßnahmen, um die Pandemie einzudämmen. In dieselbe Kerbe schlug neulich der deutsche Entwicklungshilfeminister Gerd Müller, der alleine für Afrika 1 Mio. zusätzlicher Malaria- und HIV-Opfer durch den Lock-down in den Raum gestellt hat.


Intelligente Abwägung der Auswirkungen


Neben diesen medizinischen Betrachtungsweisen ist natürlich der wirtschaftliche Schaden zu thematisieren und darüber hinaus die Frage zu stellen, wie nachhaltig in einer globalisierten Welt verschiedene mitunter rigorose Maßnahmen überhaupt sein können. Analysiert man die verschiedenen Vorgehensweisen innerhalb Europas und betrachtet beispielsweise mit Spanien oder Frankreich zwei Staaten, die einen sehr strengen Lock-down durchgeführt haben, dann darf angesichts jüngster Fallzahlen doch sehr die Nachhaltigkeit dieser Maßnahmen hinterfragt werden.


Und dies könnte auch die Richtlinie für die Staatslenker in den kommenden Monaten sein. Konnten Politiker anfangs oftmals damit punkten, möglichst konsequent gegen Corona vorzugehen, könnte nun eine intelligente Abwägung der vielfältigen Auswirkungen auch den politischen Nutzen maximieren. Ein komplettes Abwürgen der Wirtschaft scheint fast nirgendwo opportun und dazu kommt, dass sich auch viele Betriebe mittlerweile deutlich besser auf das pandemische Umfeld eingestellt haben. Somit scheint eine Schlussfolgerung „Steigende Infektionszahlen = fallende Aktienkurse“ zumindest fraglich.


von Roger Peeters, pfp Advisory.


5. Oktober 2020


Roger Peeters ist geschäftsführender Gesellschafter der pfp Advisory GmbH. Gemeinsam mit seinem Partner Christoph Frank steuert der seit über 20 Jahren am deutschen Aktienmarkt aktive Experte den DWS Concept Platow Fonds (WKN DWSK62), einen 2006 aufgelegten und mehrfach ausgezeichneten Stock-Picking-Fonds. Weitere Infos unter www.pfp-advisory.de. Peeters ist weiterhin Mitglied des Vorstands der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) e.V.. Roger Peeters schreibt regelmäßig für die Börse Frankfurt.




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