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Zwischen Entspannung und neuen Anspannungen




17.04.18 11:33
aktiencheck.de

Paris (www.aktiencheck.de) - Vergangene Woche erläuterten wir die "Methode Trump", die aus schlagzeilenträchtigen Äußerungen und verbalen Übertreibungen besteht, auf die dann moderatere Aussagen folgen, was trotz allem eine Verhandlungsmethode darstellt, so Olivier de Berranger, Chief Investment Officer, und Enguerrand Artarz, Cross Asset Manager von La Financière de l'Echiquier.


 


Die vergangene Woche habe hierfür einen neuerlichen Beweis gebracht, denn der US-Präsident sei gegenüber seinem chinesischen Amtskollegen viel freundlicher gewesen und habe vieles verlautbaren lassen, was die Märkte beruhigen sollte. Er habe erklärt, dass "mit China alles gut sein wird", versichert, dass er ein "großer Freund" der Chinesen bleibe, und schließlich Xi Jinping für "seine freundlichen Worte" gedankt, nachdem dieser versprochen habe, ausländischen Unternehmen einen besseren Zugang zum Finanzsektor und zum Verarbeitenden Gewerbe in China zu gewähren.


 


Zum Ende der Woche sei Trump in der Entspannung mit China noch einen Schritt weiter gegangen und habe angekündigt, die Möglichkeit eines Freihandelsabkommens in Asien prüfen zu wollen. Er beweist somit, was wir schon aus der Ferne analysiert haben: Seine Drohungen, die eher Pokerspiel als echte Absicht sind, zielen vor allem darauf ab, ein Kräftegleichgewicht herzustellen vor Eröffnung möglicher Verhandlungen mit China, die Experten von La Financière de l'Echiquier.


 


Dennoch hätten die letzten Tage nicht mit geopolitischen Spannungen gegeizt, und erneut seien die Pfeile aus den USA gekommen. Zu Beginn der vergangenen Woche seien der russische Aktienmarkt und der Russische Rubel heftig abgestürzt, nachdem die US-Administration Sanktionen gegen russische Staatsangehörige und Unternehmen bekannt gegeben habe: Letztere würden damit jeglichen direkten Zugang zum US-Markt verlieren. Teil zwei sei dann die Ankündigung von Militärschlägen gegen Syrien als Antwort auf einen vermeintlichen, dem Regime in Damaskus zugeschriebenen Giftgasangriff gewesen, und dies ungeachtet russischer Warnungen, die angekündigt hätten, jede auf Syrien abgefeuerte US-Rakete zu zerstören.


 


Wenngleich der russische Markt stark betroffen gewesen sei, hätten sich diese Spannungen doch nur schwach auf die übrigen Aktienmärkte ausgewirkt. Auf der einen Seite habe es auch schon vor der Präsidentschaft Trumps eine lange Geschichte der Rivalität in den Beziehungen zwischen den USA und Russland gegeben. Auf der anderen Seite seien die potenziellen Auswirkungen dieser Spannungen auf den Welthandel trotz der von Russland angedrohten Vergeltung deutlich geringer als die eines möglichen Konflikts mit China. Zu beachten sei überdies der Zusammenhang zwischen der Haltung Trumps und den anstehenden Midterm-Wahlen, die für das republikanische Lager schwierig werden dürften.


 


In Anbetracht einer schrittweisen Einstellung der geldpolitischen Anreize der Zentralbanken und des möglichen Höhepunktes der großen Globalisierungsbewegung werfen diese gehäuft auftretenden geopolitischen Spannungen für uns als Anleger die Frage nach dem künftigen weltweiten Gleichgewicht auf, so die Experten von La Financière de l'Echiquier. (17.04.2018/ac/a/m)







 
 
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