Erweiterte Funktionen


Kolumnist: Stock-World Redaktion

Zweite Amtszeit für Fed-Chef Powell: Biden zeigt Nerven




23.11.21 13:11
Stock-World Redaktion


Obertshausen, 23. November 2021 – Statt die Favoritin der eigenen Partei zu berufen, gewährt US-Präsident Joe Biden Fed-Chef Jerome Powell eine zweite Amtszeit. „Damit entscheidet sich Biden für den etwas weniger schwachen Fed-Präsidenten“, sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest GmbH. „Und er zeigt damit, dass die Angst vor der Inflation stärker in der Politik Einzug gehalten hat.“

 


Große Teile der demokratischen Partei hätten es lieber gesehen, hätte Biden Lael Brainard zur neuen Notenbank-Chefin berufen. „Sie wäre noch mehr als Powell eine Taube gewesen, eine Verfechterin eines wenig ambitionierten Kurses in der Inflationsbekämpfung“, sagt Bente. Aber auch Powell ist nicht derjenige, der für volle Härte im Kampf gegen Inflation und Staatsverschuldung steht. „Jerome Powell hat sich als willfähriger Fed-Chef gezeigt, das bringt ihm jetzt die zweite Amtszeit“, so Bente. Die Berufung Brainards wäre zwar folgerichtig, zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber das falsche Signal gewesen. Insofern zeigt Biden Nerven und stellt sich gegen die Wünsche der eigenen Klientel.


 


„Die Verlängerung für Powell zeigt, dass die Angst vor der Inflation in der Politik angekommen ist“, sagt Bente. „Genau wie alle schwachen Fed-Chefs vorher wird auch Powell gezwungen sein, dem Zeitgeist nachzugeben.“ Wenn also die US-Amerikaner die steigenden Inflationsraten als Bedrohung wahrnehmen, wird die Politik reagieren und die Fed zumindest moderat gegensteuern müssen. „Nicht, weil es der Überzeugung von Powell entspricht, der auf dem Inflationsauge eigentlich blind ist“, so Bente. „Sondern um Handlungsfähigkeit zu demonstrieren, wo eigentlich gar keine Aktion gewünscht ist.“


 


Grundsätzlich bedeutet die Entscheidung für Powell marginal schlechtere Aussichten für den Aktienmarkt. „Die Taube Brainard wäre das Signal für ein vollständiges ‚weiter so‘ gewesen“, sagt Bente. „Powell wird die Schrauben zumindest ein wenig anziehen.“ Das hat sich an den Märkten auch schon in einem leichten Nachgeben gezeigt. „Die Märkte werden derzeit fast ausschließlich von der extrem lockeren Notenbankpolitik getrieben, auch die Staaten profitieren und können sich dank negativer Realzinsen entschulden“, so Bente. „Und Powell wird am Ende dafür sorgen, dass die Märkte ihre Droge des billigen Geldes weiter erhalten.“


 

Über die Vates Invest GmbH


Die Vates Invest GmbH, gegründet 2011, ist eine inhabergeführte Asset-Management-Boutique. Die Erfahrung zweier tiefer Aktienbärenmärkte (2001 und 2008) war prägend für die Philosophie von Vates. Das Spezialgebiet sind börsentägliche quantitative Analysen des monetären, konjunkturellen und sentimenttechnischen Umfelds. Seit 2014 verkörpert der Vates Parade Fonds die Portfoliomanagementstrategie von Vates Invest. Kernziel ist es, langfristig positive Rendite zu erzielen und zugleich die Anleger vor großen Verlusten in Bärenmärkten zu schützen. Das Fondsvolumen hat sich in den vergangenen zwölf Monaten auf über 160 Millionen Euro mehr als verdoppelt.



____________________________________________________________________________


Der Autor stellt hier lediglich Informationen zur Verfügung, es erfolgt keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögensanlagen. Anlagegeschäfte beinhalten Risiken, so dass die Konsultierung professioneller Anlagenberater empfohlen wird. Wir möchten in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass ein Engagement in Aktien (auch Hot Stocks oder Penny Stocks), Zertifikate, Fonds oder Optionsscheine zum Teil mit erheblichen Risiko verbunden. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden.





powered by stock-world.de




 

 

Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...