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Kolumnist: wikifolio.com

Zum richtigen Zeitpunkt: Das Market Timing-Dilemma




14.01.19 07:55
wikifolio.com

Der US-Leitindex S&P 500 ist mittlerweile um fast 10 Prozent von seinem Tief im Dezember gestiegen. Der Dow Jones und die Technologiebörse Nasdaq stehen ebenfalls deutlich höher. War es das also schon mit der Korrektur? 

Ich bin mit solchen Aussagen vorsichtig. Immerhin habe ich schon zwei Mal gedacht, die Korrektur sei zu Ende. Sie ging letztlich doch weiter. Alle, die derzeit darauf warten, günstig zu kaufen, stehen jetzt vor einem ähnlichen Dilemma: Geht der Markt noch einmal runter? Fällt er noch tiefer als beim letzten Tief? Oder vollzieht er eine V-förmige Erholung, so wie wir es auch vor drei Jahren erlebt haben? 

market-timing-dilemma



Im Gegensatz zur landläufigen Überzeugung sind V-förmige Erholungen nach scharfen Korrekturen alles andere als eine Seltenheit. Die amerikanischen Indizes können durchaus in einigen Monaten auf neuen Allzeithochs stehen. Und viele Anlegerinnen und Anleger stünden dann einmal mehr an der Seitenlinie und schauten den steigenden Kursen hinterher.


Achtung: Stop-Loss

Meine Warnung vor der „Absicherung“ von Aktien mit Hilfe eines Stop-Loss hat sich jedenfalls bewahrheitet. Mit einem Stop-Loss war es problemlos möglich, alle seine Aktien im großen Sell-Off am 24. Dezember zu verlieren (minus fünf Prozent), nur um am 27. und 28. Dezember zu erleben, dass sie wieder stark steigen (plus fünf Prozent). 

In jeder Korrektur fällt der Index sehr steil, macht dann einen Abverkauf (wie am 24. Dezember) und dreht anschließend wieder nach oben. In jeder. Wer nur auf den Chart achtet, dem entgeht das Wesentliche. Er glaubt, ein fallender Chart müsse zwingend weiter fallen.


s&p 500-tief-weihnachten


Tipp: Orientierung an Marken 

Wie soll denn ein fallender Chart die Informationen enthalten können, dass es weiter nach unten geht? Völlig unlogisch. Bei Korrekturen ist es logischer, die Bewegung des Charts an Marken festzumachen - etwa nach einem Minus von 10 oder 20 Prozent.

An der 10-Prozent-Marke bei rund 2.630 Punkten hat sich der S&P 500 auf seinem Weg nach unten in den letzten Monaten lange abgearbeitet. Er hat die Grenze dann nach mehreren Anläufen durchstoßen und ist bis genau zur 20-Prozent-Grenze nach unten gefallen. Und da war dann Schluss. Möglicherweise nur vorerst. Das kann sein. Es kann aber auch endgültig Schluss sein mit dem Pessimismus des Marktes und wir haben die Tiefs hinter uns. Und die Hochs vor uns.

Diese Information kann der Chart aber gar nicht enthalten, da die Bewegung von den Schritten der wichtigsten Akteure bestimmt wird: Macht Donald Trump zwei Schritte in die falsche Richtung, stürzt der Index ab. Macht er zwei in die richtige, sehen wir neue Hochs.


Zwei Schritte in die richtige Richtung

Die richtigen Schritte wären ernsthafte Verhandlungen zwischen China und den USA, bei denen die Beteiligten klar machen, dass sie ein Ergebnis erzielen wollen und werden. Zwei Schritte in die falsche Richtung wären eine Eskalation des Handelskonfliktes, wie wir sie zuletzt Anfang Dezember mit der Verhaftung der Huawei-Managerin Meng Wanzhou im kanadischen Vancouver erlebt haben.


Der Gewinn liegt im Einkauf

Derzeit senden alle Parteien Friedenssignale aus. Donald Trump braucht eine florierende Wirtschaft und steigende Aktienkurse. Sonst hat er keine Chance auf eine Wiederwahl im Jahr 2020. Derzeit ist Trump damit beschäftigt, die Demokraten zu einer Finanzierung seiner Pläne für den Bau der Grenzmauer zu Mexiko zu zwingen. So lenkt er das Publikum auf ein anderes Politikfeld ab. Und wird dann den erzielten Kompromiss mit den Chinesen als seinen großen Erfolg verkaufen. 

Mein Fazit: Wie in allen Korrekturen war es auch dieses Mal die beste Strategie, bei einem Verlust von 10 Prozent Aktien nachzukaufen – und bei einem Verlust von 20 Prozent wiederum. Und notfalls auch bei 30 Prozent. Der Gewinn liegt im Einkauf.


 


Disclaimer: Christian Thiel ist wikifolio-Trader und betreut als „sparstrumpf“ das wikifolio „Global Champions“. Darüber hinaus betreibt er den Blog „Großmutters Sparstrumpf“. An dieser Stelle kommentiert er finanzmarktrelevante Nachrichten und Ereignisse und analysiert Aktien, in denen er möglicherweise auch im Rahmen seines wikifolios engagiert ist. Der Text spiegelt die Meinung des Autors wider. wikifolio.com übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung. Der Inhalt stellt keine Anlageberatung und auch keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. 

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