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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Wochenausblick: Nordkorea verschreckt Anleger




04.09.17 13:14
Redaktion boerse-frankfurt.de

Die Angst vor einer Eskalation in der Nordkorea-Krise belastet den Markt. Mit Spannung wird die EZB-Sitzung am Donnerstag erwartet.

Die "erfolgreiche" Zündung einer nordkoreanischen Wasserstoffbombe sorgt für Nervosität am Aktienmarkt. Der DAX notiert am Montagmorgen bei 12.083 Punkten nach 12.142,64 am Freitagabend rund ein halbes Prozent im Minus.


 


Damit liegt der Index weiter deutlich unter seinem im Juni markierten Allzeithoch von 12.951,54 Zählern. Anders sieht es beim Dow Jones aus, der erreichte am Freitag fast wieder die 22.000 Punkte-Marke und ist nicht mehr weit von seinem Rekordstand von 22.179 Zählern entfernt. Der technologielastige Nasdaq 100 war zum Wochenschluss sogar erstmals über die Marke von 6.000 Punkten geklettert. Feiertagsbedingt fällt der Handel in den USA heute aus.


 


EZB wird noch stillhalten


 


Abgesehen von Nordkorea ist die EZB-Sitzung am Donnerstag Thema Nummer eins in dieser Woche. "Damit startet der Reigen insbesondere für die Rentenmärkte richtungsweisender Notenbanksitzungen bis Oktober", bemerkt Robert Greil von Merck Finck. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass die EZB noch keine Reduzierung der Anleihekäufe bekannt geben wird. Das sieht auch Greil so: "Die EZB dürfte nicht zuletzt angesichts der noch ausstehenden Wahlen in Italien keine zu restriktiven Signale geben."


 


Zu weit gelaufen?


 


Markus Reinwand von der Helaba weist auf die Gefahren des "verflixten 7er Jahres" hin: Der Dow Jones habe in Jahren, die auf die 7 enden, im Durchschnitt bis August deutlich zugelegt, dann aber klar nachgegeben. Viel schwerer wiegen dem Analysten zufolge aber die fundamentalen Argumente: Trotz der zuletzt angehobenen Gewinnschätzungen habe sich die Bewertungssituation des S&P in den vergangenen Wochen weiter zugespitzt. Zudem notiere die Aktienvolatilität auf historischen Tiefständen, auch werde die Rallye von immer weniger Einzelwerten getragen. "Zusammengenommen spricht dies für eine Überhitzung."


 


Starker Euro wirkt sich aus


 


Markus Wallner von der Commerzbank weist darauf hin, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar seit Jahresanfang um fast 13 Prozent gestiegen ist, dem aber auch eine deutliche Abschwächung vorangegangen war. "So liegt der Durchschnittskurs von Juli und August nur ungefähr 5 Prozent über dem Durchschnitt des dritten Quartals 2016." Dennoch werde der stärkere Euro die Ergebnisse einiger DAX-Unternehmen wie Fresenius, Infineon und Continental spürbar belasten.


 


Abwärtstrend noch intakt


 


"Charttechnisch betrachtet ist dem DAX bislang noch kein Befreiungsschlag gelungen", bemerkt Dirk Oppermann von der DZ Bank. Solange die laufende Erholung unterhalb des Widerstandsbereichs um 12.320 Punkte verbleibe, sei das Risiko der Fortsetzung des mittelfristigen Abwärtstrends noch hoch. "Denn solange die nach dem 20. Juni etablierte Serie absteigender Bewegungstiefs und Reaktionshochs mit einem DAX-Sprung über diesen Kursbereich nicht durchbrochen werden kann, bleibt der Abwärtstrend intakt und der Test der 200 Tage-Linie auf der Tagesordnung."


 


Laut Orlando Rodrigues von Donner & Reuschel deutet der gute Wochenausklang oberhalb von 12.100 Punkten auf eine mögliche Bodenbildung hin, allerdings belaste Nordkorea. Etabliere sich der DAX oberhalb von 12.000 Zählern, bedeute das ein Verlassen des bislang noch intakten kurzfristigen Abwärtstrends. "Die 200-Tage-Linie und die Unterstützung bei 11.935 dienen als Support." Die Indikatoren bleiben Rodrigues zufolge neutral.


 


Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten


 


Montag, 4. September


 


USA: Labor Day. Die Märkte bleiben geschlossen.


 


Dienstag, 5. September


 


Arbeitskreis Aktienindizes: Die Deutsche Börse überprüft die Zusammensetzung der Auswahlindizes DAX, MDAX, SDAX und TecDAX.


 


Mittwoch, 6. September


 


8.00 Uhr. Deutschland: Auftragseingänge der Industrie Juli. Die Commerzbank erwartet zwar ein ordentliches Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat, das sei allerdings in erster Linie auf mehr Flugzeugbestellungen zurückzuführen.


 


Donnerstag, 7. September


 


8.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion Juli. Der DekaBank zufolge hat die deutsche Wirtschaft ein gutes erstes Halbjahr hinter sich, einen wichtigen Beitrag habe die deutsche Industrie geliefert. Im Juni sei die Produktion zwar zurückgegangen, das sei aber keine Trendwende gewesen: Die Analysten rechnen mit einem Anstieg der Produktion im Juli um 0,5 Prozent.


 


13.45 Uhr. Eurozone: EZB-Sitzung mit Pressekonferenz. Die DekaBank erwartet noch keine konkreten Entscheidungen. EZB-Chef Mario Draghi könnte den Analysten zufolge nur darauf hinweisen, dass das monatliche Volumen der Wertpapierkäufe ab Januar nächsten Jahres flexibel und in Einklang mit den Inflationsaussichten angepasst werde.


 


von Anna-Maria Borse


4. September 2017, © Deutsche Börse AG



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