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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Wochenausblick: Noch Luft nach oben




02.10.17 13:03
Redaktion boerse-frankfurt.de

Mit den jüngsten Gewinnen ist das Ende der Fahnenstange am deutschen Aktienmarkt nach Auffassung technisch orientierter Analysten noch nicht erreicht. Anleger müssten aber mit höheren Schwankungen rechnen. 2. Oktober 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Mit einem Plus von 773 Punkten geht der September für den deutschen Aktienindex als vorgezogener Wonnemonat durch. Der DAX verabschiedete sich am Freitag bei einem Stand von 12.828 Punkten ins Wochenende. Damit rückt der Rekord von 12.951 Punkten vom Juni dieses Jahres in greifbare Nähe. Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank erwartet eine Fortsetzung der Aufwärtstendenz - vorausgesetzt von geopolitischer Seite komme keine neue Risikoaversion auf.

Montag geht es jedenfalls optimistisch weiter. Rund eine Stunde nach Eröffnung der Handelswoche auf Xetra steht der DAX mit 12.880 Punkten ein halbes Prozent im Plus. Auch der MDAX, der am Freitag auf einem neuen Rekordniveau geschlossen hatte, steigt weiter. Aktuell steht er bei 26.070 Punkten.

Morgen können Anleger und Händler allerdings erst einmal Luft holen: Wegen Tags der deutschen Einheit finden auf beiden Plattformen der Frankfurter Börse kein Handel statt.
In den USA scheinen die Steuersenkungspläne von US-Präsident derweil weitgehend eingepreist. Damit setzen die Aktienmärkte bereits zum zweiten Mal auf die vermeintlichen Wachstumseffekte der Trump'schen Steuerpolitik, wie Claudia Windt bemerkt. Für die Analystin der Helaba ist das mindestens einmal zu viel. Denn die Finanzierung der Reform sei offen und ein Blick zurück lehre, dass sich die großen Linien in der mühsamen Detailarbeit zu verlieren drohen.

Anfällig für Gewinnmitnahmen  

Mit Blick auf die Charts bleibt die Lage nach Auffassung von Franz-Georg Wenner spannend. Die Gewinne der vergangenen Woche hätten die technische Situation für den deutschen Aktienindex deutlich verbessert. "Kurzfristig ist der Markt sehr schnell gestiegen und daher anfällig für Gewinnmitnahmen, zumal den Oktober oft eine erhöhte Volatilität kennzeichnet." Gerade ab der Monatsmitte neigten die Aktienmärkte häufig zu einer Korrektur. "Unterm Strich fällt die Monatsbilanz aber meist positiv aus, die Gewinnwahrscheinlichkeit lag in den vergangenen zehn Jahren bei 70 Prozent."


  Technisch werde es für den hiesigen Bluechip-Index nun schwieriger, die Rückkehr in den Bereich zwischen 12.840 Punkten bis zum Rekordhoch könnte nach Ansicht des technischen Analysten vom Börsenbrief 'Index Radar' ebenfalls verstärkt Verkäufer auf den Plan rufen. Setze eine Atempause ein, verlaufe eine erste Unterstützung bei 12.500 Zählern. "Ein negatives Gesamtfazit für den Markt ist aber erst wieder angebracht, wenn das wichtige Ausbruchsniveau bei 12.320 Zählern unterboten wird."

DAX-Bullen bleiben am Ball  

Nach Ansicht der Baader Bank stellen Unsicherheitsfaktoren wie Nordkorea, Trump oder die deutsche Regierungsfindung mögliche politische Handicaps dar, die durchaus Die Auf- und Abbewegungen an den Aktienmärkten erhöhen könne. Gemessen am VDAX-Volatilitätsindex rechneten Anleger für die nächsten 30 Handelstage mit einer DAX-Schwankungsbreite zwischen etwa 12.223 und 13.091 Punkten. Besorgnis erregend sei dies nicht. "Panik oder Crashgefahr sehen völlig anders aus", urteilt Robert Halver.


HalverHalver  

Begrenzte Schonfrist


Mit einer schwierigen Regierungsbildung hierzulande scheinen Anleger derzeit noch keine Bauchschmerzen zu haben. "In Form der alten wie neuen Kanzlerin Merkel gibt es zumindest eine Konstante", begründet Halver. Die deutsche Wirtschaft sehe in Jamaika gar den Charme eines reformistischen Neuanfangs. "In den Punkten Bildung, Digitalisierung und Einwanderungsgesetz nach dem Vorbild Kanadas gibt es zumindest eine konsensfähige Basis." Allerdings sollten sich die potenziellen Regierungsparteien lieber früher als später einigen. Denn je länger sich Koalitionsgespräche hinzögen, umso nervöser und schwankungsanfälliger würden vor allem Mittelstandsaktien aus MDAX, SDAX und TecDAX, die im Gegensatz zu den großen internationalen DAX-Konzernen einen stärkeren Heimatbezug hätten. Hinweis: Wenn Sie sich mit US-Aktien befassen: Am Donnerstag um 12 Uhr gibt Robert Halver in einem Live-Webinar einen Ausblick auf US-amerikanische Aktien. Kostenlos anmelden können Sie sich unter boerse-frankfurt.de/webinare.

Euro bleibt auf dem Rückzug  

Eine nachgebende Gemeinschaftswährung hingegen hilft dem deutschen Export. Nach dem diesjährigen Aufschwung bekam der Euro in Folge der Bundestagswahl einen Dämpfer und fiel von 1,20 bis auf 1,17 zurück. "Ungeachtet der Europa-Rede des französischen Präsidenten Macron wird angesichts der Mehrheitsverhältnisse in Deutschland eine politische Vertiefung der Währungsunion schwierig werden", urteilt Christian Apelt. Zudem habe die Verkündung der Steuersenkungspläne in den Vereinigten Staaten dem US-Dollar Dollar auf die Sprünge geholfen. Im Grunde genommen erkläre sich die Euro-Schwäche aber aus dem vorherigen Anstieg. "Die Aufwertung des Euro war zwar in der Tendenz fundamental gerechtfertigt, das Ausmaß jedoch klar überzogen", meint der Helaba-Analyst, der in der jüngsten Bewegung nur den Anfang einer Euro-Korrektur vermutet. Schließlich vollziehe die Europäische Zentralbank ihren Kurswechsel sehr zögerlich, während die Federal Reserve ihre Zinserhöhungen fortsetze. "Der US-Zinsvorteil deutet an, dass der Euro-Dollar-Kurs durchaus wieder in Richtung 1,10 fallen kann."


ApeltApelt  

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten


Dienstag, 3. Oktober.

Tag der deutschen Einheit. An der Frankfurter Börse findet auf beiden Plattformen kein Handel statt.

Donnerstag, 5. Oktober

13.30 Uhr. Euroraum: Sitzungsprotokoll Europäische Zentralbank. Anleger erhoffen sich vom Protokoll der EZB-Ratssitzung nach Meinung der HSBC Einblicke in den Stand der Diskussionen zur Fortsetzung der Anleihen-Käufe nach Dezember. Mario Draghi habe zwar betont, dass die grundlegende Entscheidung darüber erst im Rahmen der Oktober-Sitzung fallen werde. Erste Diskussionen über den weiteren Umfang bzw. die Laufzeit des Programms hätten aber wohl bereits im Rahmen der jüngsten Sitzung stattgefunden und würden entsprechend im Sitzungsprotokoll angeführt.

Freitag, 6. Oktober

14.30 Uhr. USA: Arbeitsmarktbericht September. Die neuen Zahlen zum US-Arbeitsmarktbericht könnten es nach Auffassung der HSBC in sich haben und für eine Überraschung sorgen. Hintergrund sei die bisher schwer abzuschätzenden Auswirkungen von Hurrikane Harvey und Irma. Die Analysten der Großbank rechnen damit, dass durch die Unwetter deutlich weniger neue Stellen als im Vormonat geschaffen wurden und gehen von 105.000 neuen Jobs aus. Die Bremseffekte aus dem Unwetter seien aber überwiegend temporärer Natur und sollten deshalb nicht überbewertet werden. Mit einer erwarteten Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent stehe der US-Arbeitsmarkt weiter in einem guten Licht da. Zudem zögen die durchschnittlichen Löhne wohl von 2,5 auf 2,6 Prozent etwas an, so dass sich die bestehende Schere zumindest moderat schließen werde.

Von: Iris Merker
2. Oktober 2017, © Deutsche Börse AG



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