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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Wochenausblick: Die Last des Zinsanstiegs




05.02.18 12:25
Redaktion boerse-frankfurt.de


Lange war sie vorhergesagt worden, jetzt scheint sie da zu sein: die Zinswende. Renditen in Europa und den USA ziehen kräftig an, die Aktienmärkte reagieren verschnupft. 5. Februar 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Ganz so spurlos an den Aktienmärkten vorbei geht der Zinsanstieg nun doch nicht: Während die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen mit 0,76 Prozent den höchsten Stand seit Sommer 2015 und die Renditen zehnjähriger US-Treasuries mit 2,78 Prozent sogar den höchsten Stand seit Anfang 2014 erreicht haben, geht es an den Aktienmärkten rasant nach unten. Der DAX verlor vergangene Woche über 4 Prozent auf 12.785,16 Punkte, am Montagmorgen sind es 12.634 Zähler. 

Der Dow Jones fiel im Wochenverlauf ebenfalls um über 4 Prozent auf zuletzt 25.520,96 Punkte. Zu den Zinsängsten bei trugen die am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten, die eine unerwartet starke Lohnentwicklung zeigten. Das macht eine schnellere Leitzinsanhebung wahrscheinlicher - und höhere Zinsen sind in der Regel Gift für die Aktienmärkte. Zu Wochenbeginn sind auch die Vorgaben aus Asien schlecht: Der japanische Nikkei brach am heutigen Montag um 2,6 Prozent ein auf ein Eineinhalbmonatstief von 22.682 Punkten. 

Kursrückgänge als Chance


"Stärker als erwartet steigende Bondrenditen bleiben das wichtigste Risiko für die Börsen im Jahr 2018. Sie bringen wieder mehr Volatilität an die Aktienmärkte", kommentiert Robert Greil von Merck Finck. Für ihn ist das aber ein "Stück mehr Normalität". Entscheidende Stütze für die Aktienmärkte sei die anhaltend gute Weltkonjunktur, gerade jetzt seien daher weiter überzeugende Makrodaten wichtig. Chris-Oliver Schickentanz, Chefanlagestratege der Commerzbank, geht davon aus, dass die Gewinnmitnahmen vorerst noch anhalten werden. "Das fundamentale Umfeld bleibt allerdings weiter positiv, und somit sind stärkere Kursabschläge eher als selektive Einstiegschancen zu sehen."

Nur Nachholeffekte


Nach Ansicht der Helaba haben die Inflationsrisiken nicht so zugenommen, dass die Geldpolitik die Zügel schneller und deutlicher straffen müsste. "Vielmehr wird insbesondere an den US-Rentenmärkten nun das nachgeholt, was 2017 ausgeblieben ist", meint Helaba-Analystin Claudia Windt. Die US-Notenbank setze ihren graduellen Zinserhöhungskurs fort, 2018 sei mit drei Erhöhungen zu rechnen, die erste im März. Für die EZB stehe erst einmal die Reduzierung des Kaufprogramms im Fokus, mit einem kräftigen Verbraucherpreisanstieg sei nicht zu rechnen. "Auch an den Aktienmärkten wird unseres Erachtens nachgeholt, worauf wir seit geraumer Zeit hinweisen: Aktien sind vergleichsweise hoch bewertet und in Phasen steigender Zinsen korrekturanfällig, trotz des weiterhin guten Wachstumsumfelds sowohl in den USA als auch im Euroraum." 

Schwieriges technisches Bild  

Charttechnisch wurden mit dem DAX-Rücksetzer wichtige Marken gerissen: Laut Christoph Geyer von der Commerzbank vollzog der DAX vergangene Woche einen "False Breakout", also einen misslungenen Ausbruchsversuch. "Dieser war von einem Verkaufssignal und einer Divergenz beim MACD-Indikator begleitet." Kurz danach sei die kurzfristige Aufwärtstrendlinie gebrochen und zum Wochenschluss der Unterstützungsbereich erreicht worden. "Zum Wochenstart kommt es nun darauf an, ob dieser Bereich verteidigt werden kann." Werde der Bereich um 12.700 Punkte unterschritten, werde sich die Abwärtsbewegung wohl noch ausweiten. 

"Die letzten Handelstage haben im Chartbild des DAX deutliche Spuren hinterlassen", erklärt auch Christian Schmidt von der Helaba. Gleich reihenweise seien wichtige Unterstützungen durchbrochen worden, in der Folge sowohl der kurz- als auch der mittelfristige Trend ins negative gedreht. "Auch ein Wechsel des langfristigen Trends steht auf der Agenda, da die relevante 200-Tagelinie bei 12.748 Punkten heute unterschritten wird."


GeyerGeyer  

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten


Dienstag, 6. Februar 

8.00 Uhr. Deutschland: Auftragseingänge der Industrie Dezember. Die Commerzbank erwartet gegenüber dem November ein kleines Plus von 0,5 Prozent, was den Konsensschätzungen entspricht. Im November sei die Gesamtzahl durch vergleichsweise wenige Bestellungen im Bereich sonstiger Fahrzeugbau gedrückt worden, hier sei mit einer spürbaren Gegenbewegung zu rechnen. 

Mittwoch, 7. Februar 

8.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion Dezember. Die Produktionsdaten werden der DekaBank zufolge schwach, aber nur leicht negativ ausfallen, prognostiziert wird ein Minus von 0,3 Prozent. Das sei an sich schon eine gute Nachricht, denn der Vormonat sei "bärenstark" gewesen. 

Donnerstag, 8. Februar 

13.00 Uhr. Großbritannien: Zinsentscheid der Bank of England. Nach Ansicht der Commerzbank sollte der Februar-Termin bezüglich einer Zinsveränderung nichts Neues bringen. Viel spannender sei der Inflationsbericht. 

von: Anna-Maria Borse
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