Kolumnist: Markus Fugmann

Wochenausblick Euro-Dollar und Dax




07.05.12 18:07
Markus Fugmann

Wochenausblick Euro-Dollar und Dax

Montag, 7. Mai 2012   Kontakt: www.actior.de  


 

 


 


Euro-Dollar:



































Nach dem wochenlangen, ermüdenden Hin und Her im Euro-Dollar scheint sich nun eine Vorentscheidung abzuzeichnen. Stand die Gemeinschaftswährung in den letzten Wochen eher im Fokus der US-Konjunkturdaten, so dürfte sich in den kommenden Wochen der Fokus wieder auf die Entwicklungen in Europa verschieben. Ausschlaggebend für diese Entwicklung sind ohne Frage die Wahlen in Frankreich und Griechenland, deren Konsequenzen das Schicksal der EU bestimmen werden. Da ist zunächst einmal Griechenland. Wie es aussieht, erreichen die Befürworter des von der EU verordneten Sparpakets keine oder eine nur sehr wacklige Mehrheit, sodaß die Instabilität des Landes die ohnehin fast hoffnungslose Lage noch weiter verkomplizieren dürfte. Möglich ist dann ein Staatsbankrott mit folgendem Austritt aus der Eurozone - was mittelfristig für den Euro sogar positiv werden könnte, da Griechenland ein entscheidender Belastungsfaktor war. Gleichzeitig wäre dies aber auch der Auftakt zur Entstehung eines nördlichen Kerneuropas mit Einheitswährung und ähnlich starken Mitgliedern, während die südlichen Staaten weiter unter Druck gerieten und ihre früheren Währungen wieder einführen würden (was sich wohl auf mittelfristige Sicht ohnehin nicht verhindern lassen wird). Wir hätten dann innerhalb Europas ein Zweiklassensystem - die Frage ist nur, ob die EU-Verantwortlichen das zulassen werden oder lieber doch mit dem Ballast der Südstaaten weiterwursteln wollen, bis der unvermeidliche Bruch dann später doch eintreten wird. Übergeordnet ist Europa ja die Achillesverse der westlichen Welt, die ihre Dominanz verlieren wird - Krankheitssymptome zeigen sich wie so oft zunächst an der Peripherie und fressen sich dann ins Zentrum. Allgemein gilt, daß die europäischen Gesellschaften über ihre Verhältnisse gelebt haben und die jetzt eintretenden Probleme so oder so zur Absenkung des durchschnittlichen Lebensstandards führen werden. Es ist sinnvoll, sich mental auf diesen materiellen Abstieg vorzubereiten. A propos Zentrum. Die Wahl Hollandes in Frankreich dürfte der Auftakt einer Serie von Regierungswechseln sein. Abgewählt werden diejenigen, die man für die Spardiktate verantwortlich macht, und das sind in erster Linie konservative Regierungen. Neben Frankreich deutet sich das bereits in Spanien und Großbritannien an - es kommt jetzt wieder die Zeit, in der man in fast ganz Europa vom Staat das Heil erhofft, ökonomisch eine Wiederauferstehung der staatlichen gelenkten Nachfragepolitik. Diese führt zwangsläufig zu weiterer Verschuldung, erscheint aber vielen alternativlos, weil sich die marktliberalen Ideologien im Zuge der Finanzkrise selbst diskreditiert haben und der soziale Frieden nur so zumindest vorübergehend gewährleistet werden kann. Die eher linken Regierungen, das wird sich schon bei Hollande zeigen, werden versuchen das Primat der Politik über die Märkte wiederherzustellen. Das wird ein heftiger Kampf - die Politik droht mit harten Regulierungen, die Waffe der Märkte ist der Liebesentzug - sprich es gibt kein Geld mehr. Die Frage, wer in diesem Kampf die Oberhand gewinnen wird, entscheidet dann über den weiteren Verlauf der EU. Zurück zu Euro-Dollar. Der heutige Bruch der 1,30 dürfte der Auftakt einer Korrektur des ohnehin überbewerteten Euros sein, schließlich ist die Lage in Europa nach den Wahlen nun noch komplizierter, als sie es ohnehin schon war. Man wird jetzt auf die Versuche zur Regierungsbildung in Griechenland blicken sowie die ersten Aussagen Hollandes genau interpretieren. Gut möglich, daß der Euro nicht sofort den Weg Richtung Süden antritt, schon weil der neue französische Präsident nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen will. Einsetzende Erholungen sollten dann aber gute Gelegenheiten darstellen, den Euro zu shorten. Wir gehen davon aus, daß der Euro in den nächsten Wochen mindestens bis 1,2620 fallen dürfte.

 


 


Dax:


 


Der Dax begann die letzte Handelswoche noch über der 6800er-Marke und kam dann - mit kurzen, nicht sehr nachhaltigen Unterbrechungen - kontinuierlich unter Druck. Insbesondere die doch sehr schwachen US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag sorgten für einen negativen Wochenausklang und bescherten dem Index klare Verluste. Auch am heutigen Montag begann der Dax ganz schwach und fiel unter die 6400er-Marke, bevor dann Käufer den Index wieder über die 6500er-Marke hievten.

Vieles, was wir über den Euro gesagt haben, gilt naturgemäß auch für den Dax. Und dennoch sind wir für den deutschen Leitindex etwas optimistischer als für den Euro. Denn immerhin handelt es sich bei den einzelnen Unternhemen im Dax um Sachwerte, die derzeit überwiegend noch gute Geschäfte machen (auch wenn sich das bei Verschärfung der Krise sicherlich bald ändern würde). Je größer die Probleme innerhalb der EU sind, umso attraktiver sind Investments in Qualitätsaktien aus Deutschland. Daß derzeit schon sehr viel Kapital nach Deutschland zurückfließt - hier kehrt sich gewissermaßen der Kapitalstrom um, der bei Einführung des Euro von Deutschland aus in die Südländer geflossen war - sieht man einerseits an den historisch einmalig niedrigen Renditen für deutsche Staatsanleihen. So hat heute etwa die 10-jährige Bundesanleihe ein Allzeit-Renditetief markiert. Andererseits wird dieser Kapitalfuß auch an den Immbobilienpreisen für Privatwohnungen in Großstädten deutlich, wo sich in einigen Gebieten derzeit schon klare Blasenzeichen erkennbar machen. Dieser Trend wird letztlich so lange anhalten, bis klar wird, daß auch Deutschland die Eurozone nicht wird retten können. Da Deutschland dann gewissermaßen in der Haftung ist, werden die Investoren realisieren, daß sie mit einem Investment bei den Teutonen ein Klumpenrisiko eingehen. Bis dahin ist aber noch Zeit...
Charttechnisch hat sich die Lage für den Dax trotz der heutigen Ralley nach dem katastrophalen Start heute morgen klar eingetrübt. Der Index hat pflichtgemäß das Gap von Freitag auf Montag geschlossen - man geht wohl davon aus, daß es so schlimm nicht kommen wird. Aber es wird ein Auf und Ab bleiben, ein stetiges Wechseln zwischen Hoffen und Bangen. Auf der Oberseite wäre ein Bruch der 6860/80 positiv, während auf der Unterseite nun nicht mehr das Tief bei 6370 Punkten unterboten werden sollte.


 


 














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