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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Wochenausblick: EZB dominiert




17.07.17 12:53
Redaktion boerse-frankfurt.de


Die Europäische Zentralbank trifft sich, außerdem gibt es neue Quartalszahlen aus Deutschland und den USA. 17. Juli 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). In einer eher datenarmen Woche richten sich alle Augen auf die EZB-Sitzung am Donnerstag: Wird es erste Signale für eine Rückführung der Anleihekäufe geben? Robert Greil von der Privatbank Merck Finck erwartet keine Weichenstellungen, schließlich kämen vor dem wichtigen September-Meeting noch die Inflationsdaten für Juli und August. "Zudem dürfte die Notenbank kaum Interesse daran haben, jetzt die Anleihezinsen oder den Euro weiter nach oben zu treiben", erklärt Greil. 

Er geht außerdem davon aus, dass die anlaufende Quartalssaison größtenteils überzeugen wird - in der Eurozone noch mehr als in den USA. "Eurolands Aktienmärkte bleiben damit aussichtsreicher als die Wall Street." Christian Apel von der Helaba würde nach dem positiven Auftakt der Berichtssaison in den USA eine gewisse Ernüchterung nicht für ungewöhnlich halten. "Daher sollten die jüngsten Anstiege der führenden Aktienindizes hüben wie drüben so nicht fortgeschrieben werden." 

Stabiles Wachstum


Die DekaBank zeigt sich weiter optimistisch. "Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich in den vergangenen Monaten weiter stabilisiert und mit der positiven Entwicklung in wichtigen Schwellenländern auch seine Basis verbreitert", erklären die Analysten. Daher wundere es auch kaum, dass die Unternehmen sowohl ihr operatives Umfeld als auch ihre Geschäftsausblicke anhaltend positiv einschätzten und sich dies auch auf die Stimmung der Konsumenten übertrage.

"Auch wenn einzelne Unternehmen aus Deutschland vor einer schwächeren Gewinnentwicklung im zweiten Quartal gewarnt haben, sollten die Unternehmensberichte in der Summe positiv ausfallen und den Aktienmarkt fundamental unterstützen." Die Perspektive auf ein Zurückfahren der ultralockeren Geldpolitik sorge allerdings für etwas Verunsicherung. 

Aufwärtsmodus nicht in Gefahr  

Auf technischer Seite gibt es ein Aufatmen: Laut Martin Utschneider vom Bankhaus Donner & Reuschel hat sich die "gesunde" Konsolidierung nicht in ein Crash-Szenario ausgeweitet. "Auch zu Beginn der neuen Woche bleibt vorerst alles beim Alten", erklärt der Charttechniker. Der MACD signalisiere weiterhin Stärke, das Momentum nähere sich der Nulllinie weiter an, und andere beachtete Indikatoren seien unisono neutral. Charttechnisch stütze die nicht ganz typische "Separating-Line" bei 12.614 Indexpunkten. "Damit hat der DAX eine kurzfristige ‚Rangierzone’ von rund 90 Punkten", erläutert Utschneider. 

Die kommenden Wochen werden dem Analysten zufolge im Zeichen des alljährlichen "Sommerlochs" stehen. Gerade deswegen sollten Anleger der Strategie "Gewinne laufen lassen - Verluste vermeiden" treu bleiben. "Der primäre Aufwärtsmodus scheint nicht gefährdet. Die 200-Tage-Linie bei 11.750 Punkten sowie die untere Trendlinie sorgen für eine deutliche Pufferzone." Risikoaverse Anleger sollten spätestens bei 12.289 Punkten, dem "Macron-Gap", Sicherungen einbauen. Damit würden negative Überraschungen während des Urlaubs vermieden.


UtschneiderUtschneider   Neue Kaufsignale  

Laut Christoph Geyer von der Commerzbank hat der DAX den Seitwärtstrendkanal zurückerobert und nutze derzeit wieder die alte Unterstützungslinie. "Zuletzt haben die Indikatoren Kaufsignale generiert, weshalb ein erneuter Durchbruch nach unten zunächst verhindert werden dürfte", erläutert der Charttechniker. Zudem habe der Stochastik-Indikator eine Divergenz gebildet, die ebenfalls Unterstützung bieten sollte. "Andererseits konnte die übergeordnete Divergenz beim MACD-Indikator noch nicht abgebaut werden. Mehr als ein Test der oberen Trendkanalbegrenzung sollte aktuell nicht erwartet werden." 

In Deutschland läuft die Berichtssaison über das zweite Quartal erst an, in den USA ist sie schon in vollem Gange: Hierzulande legen unter anderem Zalando, Munich Re und SAP die Bücher offen, in den USA Goldman Sachs, Bank of America und Morgan Stanley.


GeyerGeyer  

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten


Montag, 17. Juli 

4.00 Uhr. China: BIP zweites Quartal. Die chinesische Wirtschaft ist im zweiten Quartal etwas stärker gewachsen als erwartet, das BIP legte um 6,9 Prozent zu, prognostiziert waren 6,8 Prozent. 

Donnerstag, 20. Juli 

Japan: Sitzung der Bank of Japan. Bei der japanischen Notenbank ist nach Ansicht der HSBC nicht mit Signalen einer Rückführung der expansiven Geldpolitik zu rechnen. Trotz zuletzt sehr guter Arbeitsmarktdaten sei der Lohn- und damit letztlich der Inflationsdruck weiter extrem gering. 

13.45 Uhr. Eurozone: EZB-Sitzung. Die DekaBank geht davon aus, dass EZB-Chef Mario Draghi auf der Pressekonferenz betonen wird, dass der Preisauftrieb nur sehr langsam zunehme und deshalb noch für einige Zeit eine sehr expansive Geldpolitik erforderlich sei. Dennoch werde er eine Hintertür offen lassen, im Herbst eine Reduktion der Wertpapierkäufe anzukündigen. 

von: Anna-Maria Borse
17. Juli 2017, © Deutsche Börse AG




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