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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Wochenausblick: Alle Augen gen London




14.01.19 16:37
Redaktion boerse-frankfurt.de


Analysten rechnen wegen der Brexit-Abstimmung mit einer turbulenten Woche. Einige sehen schon das Ende der Erholung gekommen, andere machen Einstiegskurse aus. 14. Januar 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Das Thema der Woche: die Brexit-Abstimmung im britischen Parlament am morgigen Dienstag. Eine Zustimmung gilt als unwahrscheinlich, wie es dann weitergeht, ist ungewiss. Analysten erwarten daher, dass die kommenden Tage weiter von Unruhe geprägt sein werden. 

Nach einem Wochenplus von 1,1 Prozent und einem Schlusskurs von 10.887 Punkten am Freitagabend liegt der DAX am Montagmorgen bei 10.820 Punkten leicht im Minus. Die US-Börsen hatten vergangene Woche kräftig zugelegt - trotz anhaltender Haushaltssperre: Für den Dow Jones ergab sich auf Wochensicht ein Plus von 2,4 Prozent. 

Vorerst Zurückhaltung


Für Robert Greil von Merck Finck ist die jüngste Erholung der Aktienmärkte nur vorübergehend: "Die schwächeren Konjunkturdaten und damit Gewinntrends der Unternehmen werden die Aktienmärkte im ersten Quartal vermutlich weiterhin belasten." Markus Reinwand von der Helaba ist hingegen optimistisch: Anleger hätten ihre Erwartungen mittlerweile derart zurückgeschraubt, dass auf Sicht der kommenden Monate die Chancen für positive Überraschungen deutlich gestiegen seien. "Mögliche Schwächephasen bei Aktien stellen daher Kaufgelegenheiten dar." Laut Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank hatte der Pessimismus für die Aktienmärkte zur Jahreswende so überhand genommen, dass der Boden für eine technische Erholung bereitet war. Eine Erholungsbewegung werde durch fundamentale Argumente wie die Wachstumsaussichten für 2019 und die Bewertung weiter gestützt. "Diese Woche sollte die Unsicherheit bezüglich der Risiken Brexit, Handelskrieg und Schließung der US-Regierungsbehörden die Märkte aber weiter in Atem halten." 

Charttechnisch: keine Entspannung  

Das technische Bild bleibt unterdessen schwierig: "Die Annahme, dass der DAX innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends nur kurze Zeit in der Lage sein würde, die obere Begrenzung des Multi Time Series Forecast-Channels bei 10.867 Punkten zu überwinden, scheint sich zu bewahrheiten", kommentiert Christian Schmidt von der Helaba. Nach einem vier Tage andauernden Ausflug werde der Index heute in das Band zurückkehren. Gleichzeitig werde auch die zuletzt umkämpfte Fibonacci-Extension bei 10.874 Zählern unterschritten. Schmidt weist außerdem auf die schlechte Strukturkonstellation bei den DAX-Werten hin: "Trotz der Erholung notieren noch immer 80 Prozent der Anteilsscheine unterhalb des 200-Tagedurchschnitts, 76 Prozent weisen zudem einen negativen Mittelfristtrend auf." Alles in allem gelte es also, die Risiken höher zu gewichten.


SchmidtSchmidt   In dieser Woche legen in den USA einige große Banken ihre Bücher für das vierte Quartal 2018 offen, etwa Citigroup, JPMorgan und Goldman Sachs. Auch aus Deutschland kommen erste Quartalszahlen, etwa von Continental, Metro und Beiersdorf. 

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten


Dienstag, 15. Januar 

Abstimmung im britischen Parlament über das Brexit-Abkommen 

10.00 Uhr. Deutschland: BIP 2018, erste Schätzung. Nach Einschätzung der DekaBank dürfte für 2018 eine sehr ernüchternde Zahl veröffentlicht werden, die Analysten rechnen mit 1,5 Prozent. Verhaltenere Auslandsgeschäfte und zahlreiche Sonderfaktoren wie die Zulassungsprobleme der Automobilindustrie hätten das Wachstum gedämpft. 

Mittwoch, 16. Januar 

14.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsatz Dezember. Aufgrund des "Government Shutdown" in den USA werden Makrodaten vom Wirtschaftsministerium derzeit nicht veröffentlicht, wie die DekaBank erklärt. Gute Autoabsätze sowie eine starke Lohnentwicklung deuteten aber auf einen überdurchschnittlichen Zuwachs bei den Einzelhandelsumsätzen hin. Allerdings seien im Dezember die Benzinpreise auffallend deutlich gegenüber dem Vormonat gefallen. 

Freitag, 18. Januar 

15.15 Uhr. USA: Industrieproduktion Dezember. Die Commerzbank prognostiziert ein deutliches Plus von 0,4 Prozent (Konsens 0,2 Prozent), auch wenn der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe im Dezember um 5 Punkte gefallen sei. Wichtiger sei die Information aus dem Arbeitsmarktbericht, dass die Zahl der im verarbeitenden Gewerbe geleisteten Arbeitsstunden im Dezember deutlich gestiegen sei. 

von Anna-Maria Borse,
14. Januar 2019, © Deutsche Börse AG

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