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Kolumnist: Holger Steffen

Wirecard: Die nächste Attacke




14.03.19 08:46
Holger Steffen

Damit war zu rechnen: Während es in den vergangenen zwei Wochen relativ
ruhig um die Aktie des Zahlungsdienstleisters Wirecard geworden war,
nachdem die BaFin ein Leerverkaufs-Verbot ausgesprochen hatte, kommt nun
wieder neue Unruhe auf. Und es ist wieder einmal die britische
Finanzzeitung Financial Times, welche die jüngsten Turbulenzen anstößt.
Der inzwischen nicht unumstrittene verantwortliche Redakteur meldete,
dass die Firma bereits seit Anfang Februar keinen Kontakt mehr habe zu
dem Manager, der eine große Rolle bei dem vorgeworfenen Bilanzskandal
spielen würde. Als Grundlage für diese Behauptung wurde auf
Gerichtsunterlagen aus Singapur verwiesen. Wirecard konterte, dass man
sehr wohl Kontakt hätte und dass es grundsätzlich üblich sei, dass der
fragliche Mitarbeiter bis zum Ende der Untersuchung freigestellt wäre.

Die ganze Angelegenheit bleibt äußerst dubios. Zumal man dazu auch
wissen muss, dass in den Wochen zuvor insbesondere ein Mister Fraser
Perring über Twitter Meldungen absetzte, die den Schluss zuließen, dass
dem Mitarbeiter irgendetwas passiert sei. Fraser Perring ist im Markt
kein Unbekannter. Denn er war der Urheber einer Anti-Wirecard-Studie des
angeblichen Researchhauses Zatarra Research, die im Februar 2016
ebenfalls von der Financial Times und von dem jetzt involvierten
Redakteur thematisiert wurde und dafür sorgte, dass die Wirecard-Aktie
damals kräftig in die Knie ging.

In der Folge kam beispielsweise die Staatsanwaltschaft München zum
Ergebnis, dass es sich hierbei um eine Marktmanipulation gehandelt habe,
weshalb Perring einen Strafbefehl bekam. Bleibt die Frage, warum diese
Attacken jetzt erneut kommen, wo doch neue Leerverkäufe aktuell verboten
sind. Dabei gilt es zu bedenken, dass vor dem Verbot engagierte
Shortseller ihre Positionen größtenteils noch halten und solche Attacken
somit weiterhin nützlich sind.

Aber Wirecard macht es ihnen derzeit auch recht einfach. Denn seit
Wochen trommelt das Unternehmen zwar dafür, dass mit der Vorlage des
Abschlussberichtes der beauftragten Singerpurer Anwaltskanzlei die
Vorwürfe letztendlich geklärt werden. Doch dieser Bericht liegt nun eben
immer noch nicht vor. Äußerungen vom Wochenende von Vorstandschef Markus
Braun, die darauf abstellten, dass sich der Markt sehr schnell wieder
auf das sehr gute operative Geschäft wird konzentrieren können, sorgten
zwar zum Wochenbeginn für kräftige Kurszuwächse, die allerdings nun
wieder einkassiert wurden. Letztlich gilt nach wie vor: Nichts ist klar
und immer neues Störfeuer bleibt möglich. Deshalb bleibt auch die Aktie
verwundbar und spekulativ. Allerdings sehen wir unter Berücksichtigung
der letzten 14 Tage unsere bisherige Halten-Empfehlung als weiterhin
gerechtfertigt an.



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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
111,65 € 119,15 € -7,50 € -6,29% 18.10./20:30
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0007472060 747206 178,40 € 86,00 €
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
113,25 € -5,15%  18.10.19
Frankfurt 113,90 € -4,25%  18.10.19
München 113,95 € -4,44%  18.10.19
Stuttgart 113,50 € -4,46%  18.10.19
Düsseldorf 113,50 € -4,86%  18.10.19
Hannover 114,00 € -4,96%  18.10.19
Hamburg 113,15 € -5,12%  18.10.19
Berlin 113,70 € -5,17%  18.10.19
Xetra 111,65 € -6,29%  18.10.19
Nasdaq OTC Other 122,89 $ -8,50%  18.10.19
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