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Kolumnist: Achim Mautz

Wie Vola ETFs den Aktienmarkt beinahe zum Crashen gebracht haben




08.02.18 15:18
Achim Mautz

Vola ETFs – Was ist da passiert?
Hintergründe

In den letzten Jahren war die Börse quasi eine Einbahnstraße. Wenn die Aktienkurse immer stetig nach oben gehen, dann sinkt die Volatilität im Markt. Diese wird im Allgemeinen durch den VIX Future gemessen, welcher an der CBOE getradet wird.


Diesen Trend haben sich in den letzten Jahren viele Investmenthäuser zu Nutze gemacht und kauften sich gegenläufige (inverse) ETFs. Inverse VIX-ETFs haben also auf fallende Kurse in der Volatilität gesetzt. Fällt die Vola, dann steigen die ETFs im Wert. Steigt die Vola, dann sinken wiederum die Kurse der ETFs. Diese haben seit 2011 teils sagenhafte Renditen von über +2600 Prozent erzielen können. Wie ist das möglich? Nun, während die normalen Long-ETFs auf den VIX Future, wie der bekannte VXX-ETF, immer das Problem mit Verlusten bei Rollover Terminen in den Futures haben (Contangoeffekt), profitieren Inverse-ETFs davon und können sogar eine Mehrrendite daraus erzielen. Anbei der Chart der beiden bekanntesten Inverse ETFs $XIV und $SVXY







https://ratgebergeld.at/wp-content/uploads/2018/02/xiv.jpg
Die Geschichte geht weiter…

Um nun aber diese Inverse-ETFs auch tatsächlich abbilden zu können, mussten die Herausgeber dieser ETFs, wie beispielsweise die Credit Suisse teils massive Short-Kontrakte in den Futures Märkten aufbauen. Nach dem Fall der Aktien in den letzten Tagen kam es hier zu einem massiven Short-Squeeze und die Positionen wurden am laufenden Band liquidiert. Insgesamt mussten über 250.000 Kontrakte in VIX-Futures glattgestellt werden. Eine massive Zahl. Die genauen Auswirkungen der Verluste sind derzeit noch nicht absehbar. Eines steht aber jetzt schon fest. Die Credit Suisse verlor innerhalb von nur einem Tag rund eine halbe Milliarde US-Dollar und der große Gewinntrade vieler Investmenthäuser war innerhalb von einem Tag dahin. Der bekannte Inverse-ETFs $XIV wird bereits liquidiert und der $SVXY steht wohl auch kurz davor. Zahlreiche Privatanleger schrotteten ihre Portfolios innerhalb von Stunden und auch Hedgefonds sind bereits untergegangen. Die Blase ist geplatzt.


Warum betrifft dies Aktien?


Der gesamte Kapitalmarkt ist extrem effizient und miteinander vernetzt. Wenn Aktienärkte steigen, geht die Volatilität runter und vice versa. Nach der kurzfristigen Explosion in den Futures auf die Volatilität der Märkte, hätte der Aktienmarkt locker 20 Prozent oder mehr verlieren können. Eigentlich hatte der Aktienmarkt so gesehen noch Glück und konnte bislang mit einem blauen Auge davonkommen. Auch diese Vola-ETFs haben einen direkten Einfluss auf den Aktienmarkt. So müssen lauf JP Morgan rund 225 Milliarden an Volumen in Aktien in den nächsten Tagen wegen den Turbulenzen in den Vola-ETFs verkauft werden.

Gibt es sonst noch Risiken?

Das wohl größte Risiko für den Aktienmarkt sind die zahlreichen Aktien-ETFs weltweit. Diese sind erst in den letzten Jahren sehr populär geworden und haben die Aktienmärkte extrem weit nach oben getrieben. Käufe in ETFs werden üblicherweise auch mit realen Käufen im Aktienmarkt abgebildet. Der Kauf eines AKtien-ETFs bedeutet somit auch einen direkten Kapitalzufluss am Aktienmarkt. Was passiert also, wenn das große Kapital aus diesen ETFs abgezogen wird? Bislang gibt es hierzu noch keine Erfahrungswerte, da es diese Produktart erst seit einigen Jahren gib. Auch diese Blase „könnte“ irgendwann einmal platzen.


Fazit: Ich bin nun schon seit über 20 Jahren an der Börse tätig und habe bereits drei große Crashes miterlebt. Die Börse ist keine Einbahnstraße und die letzte Woche hat vor allem den Neulingen wieder einmal gezeigt, dass es wohl nicht ewig weiter nach oben gehen wird. Viele haben noch nie einen Crash erlebt und wissen nicht, wie Sie mit solchen Situationen umgehen sollen. Strategien sollten demnach überdacht und Absicherungen eingebaut werden. Es geht nicht darum den nächsten Crash vorherzusehen sondern eher aufzuzeigen, was alles passieren „könnte“.


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