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Kolumnist: Feingold-Research

Wege aus der Zinsfalle




11.10.17 11:51
Feingold-Research

Obwohl sich die Renditen zuletzt etwas erholt haben, bleiben sie noch auf einem niedrigen Niveau, insbesondere in Deutschland. Alternativen sind im aktuellen Umfeld Nachranganleihen und Income Fonds. EZB-Chef Mario Draghi steht nach der Bundestagswahl und der Ankündigung der US-Notenbank Fed noch stärker unter Druck als ohnehin schon. Sollte es tatsächlich zu einer „Jamaika“-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen kommen, wäre eine weitere europäische Integration schwierig, vor allem weil es unterschiedliche Meinungen zur Europapolitik. Vor allem die FDP tritt hierbei auf die Bremse. So wird Draghi auch weiterhin verstärkt europäische (Geld-)Politik betreiben und sein vergleichsweise expansives Vorgehen nicht so schnell aufgeben wollen.

Die Zinsen in Europa dürften daher weniger stark zulegen als in den USA, wo die Fed für Dezember bereits einen weiteren Zinsschritt angekündigt hat.


Zinsalternativen gesucht: Nachranganleihen

Zins- oder Geldmarktpapiere werfen kaum Erträge ab und sollte die EZB tatsächlich nicht eine bedeutend restriktiver werden, ist ein deutlicher Zins- und Renditeanstieg nicht zu erwarten. Höhere Renditen sind auch im europäischen Umfeld kaum zu erzielen, obwohl die Renditen für Anleihen aus der Euro-Peripherie nach der Bundestagswahl angestiegen sind. In Italien gibt es derzeit 2,15 und in Spanien gar nur 1,66 Prozent zu holen. Deutlich attraktiver sind im nach wie vor niedrigen Zinsumfeld etwa Nachranganleihen. Sie bieten höhere Zinsen, weil sie ähnlich wie Eigenkapital im Falle einer Insolvenz in Anspruch genommen werden. Es besteht also im Vergleich zu herkömmlichen Unternehmensanleihen ein höheres Risiko, dass entsprechend besser verzinst wird. Für Zinsanleger, die etwas mehr Risiko eingehen wollen als bei herkömmlichen Anleihen, um auch mehr Rendite zu erzielen, sind diese Papiere interessant. Eine frische Nachranganleihe hat die IKB emittiert (WKN: ) mit einer Laufzeit bis zum 20. September 2027. Sie hat einen Festzinssatz von 4,0 Prozent per anno.


Alternative: Income Fonds

Börse_EZB_08_3Wer dagegen im aktuell volatilen Zinsumfeld lieber regelmäßige, attraktive Zins- oder Einkommensströme bekommen möchte, findet eine Alternative in sogenannten Income Fonds. Eine Möglichkeit ist der Listen Income Fonds der Partners Group mit der WKN A1W0LE, der aus Aktien mit attraktiven Dividendenrenditen besteht. Sie setzen sich aus den Sektoren Immobilien, Private Equity und Infrastruktur zusammen. Dabei werden Unternehmen ausgewählt, die anhand ihrer Geschäftsmodelle überdurchschnittliche Cashflows erzielen und die Grundlage von attraktiven Dividendenausschüttungen sind. Seit Auflegung im Jahr 2013 hat der Fonds eine Dividendenrendite von 5,5 bis 6,5 Prozent erziel. Die Ausschüttungen finden halbjährlich statt. Das aktuelle Zinsumfeld bleibt trotz der zuletzt gestiegenen Renditen weiterhin schwierig. Dennoch finden zins- und einkommensorientierte Anleger attraktive Möglichkeiten, um der Niedrigzinsfalle zu entkommen.


Aufgabe ist derzeit noch viel schwieriger als sonst. Obwohl sich das Wachstum der Euro-Zone deutlich stabilisiert hat und die Inflation kräftig gestiegen ist, muss der EZB-Chef die Investoren überzeugen, dass die EZB dennoch an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten wird. So hat Draghi am Donnerstag die Inflationsprognose für 2017 von 1,3 Prozent auf 1,7 Prozent angehoben und jene für 2018 von 1,5 auf 1,6 Prozent. Damit läge die Inflationsrate knapp unter dem Ziel von zwei Prozent, das die EZB anstrebt.


Gleichzeitig hat Draghi den Ausblick für das Wirtschaftswachstum für 2017 und 2018 minimal angehoben. Er versuchte die Änderungen aber gleich abzuschwächen und verwies darauf, dass der jüngste Inflationsanstieg hauptsächlich auf eine Verteuerung des Ölpreises und der Nahrungsmittel zustande gekommen ist. Der Effekt sei daher nur vorübergehender Natur. Deshalb bleibt die EZB dabei, ihre expansive Geldpolitik fortzuführen, um eine Beschleunigung der Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie zu erreichen.


Draghi machte aber auch unmissverständlich klar, dass die EZB jederzeit bereit sei, das Anleihenkaufprogramm, das im April von 80 auf 60 Milliarden Euro pro Monat gedrosselt wird, aufzustocken oder zu verlängern. Draghi will mit Blick auf die Niederlande-Wahl am 15. März und die Präsidentschaftswahl am 23. April in Frankreich und den entsprechend hohen politischen Risiken die Lage am Anleihenmarkt der Euro-Zone unter Kontrolle halten. Dennoch sind die Zinsen in Deutschland und in der gesamten Euro-Zone deutlich auf dem Weg nach oben, was vor allem am Zinsanstieg der US-Anleihen liegen dürfte. Denn Fed-Chefin Janet Yellen beabsichtigt am 15. März, die Leitzinsen anzuheben, im Jahresverlauf sollen zwei weitere Zinserhöhungen folgen. Deshalb sind die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen auf 2,6 Prozent gestiegen und liegen damit in der Nähe des höchsten Niveaus seit Frühjahr 2014.


Steigende Zinsen hätten erhebliche Folgen

Euro_EZB_2Der ehemalige Anleihen-„König“ Bill Gross hat bereits gewarnt, dass diese Marke den Beginn eines Bärenmarkts am Anleihenmarkt bedeuten würde, also eines nachhaltigen Abwärtstrends am Anleihenmarkt – sprich deutlich steigende Zinsen. Diese Tendenz zieht aber auch die Zinsen in der Euro-Zone mit nach oben, weil Investoren europäische Anleihen verkaufen und das Geld in höherverzinsliche US-Anleihen stecken. Entsprechend ist der Zinsaufschlag für zehnjährige US-Anleihen gegenüber deutschen zuletzt auf 217 Basispunkte (2,17 Prozentpunkte) gestiegen. Damit nähert er sich allmählich dem Hoch von 236 Basispunkten vom Dezember 2016 – der höchste Wert seit 1990. Sollte die Zinsschere zwischen den USA und der Euro-Zone weiter auseinandergehen, hätte das erhebliche Folgen für die USA. Einerseits dürfte der Dollar weiter steigen, wodurch sich die Perspektiven für die US-Exportwirtschaft und damit die Wirtschaft insgesamt eintrüben, weil US-Produkte im Ausland teurer und ausländische Produkte in den USA günstiger werden. Gleichzeitig belasten die steigenden Zinsen die hochverschuldete Privatwirtschaft.


Absicherung gefragt

Steigende Zinsen in der Euro-Zone sind hingegen schlechte Nachrichten für hochverschuldete Länder, wie Italien, Spanien und Frankreich, weil die sehr niedrigen Zinsbelastungen allmählich steigen würden. Sollte der Euro gegenüber dem Dollar nach unten tendieren, hellen sich zwar die Perspektiven für die Exportwirtschaft der Euro-Zone auf. Allerdings nehmen die Belastungen für jene Verbraucher und Unternehmen zu, die in den vergangenen Jahren Kredite auf Dollar-Basis aufgenommen haben. Sie müssen mehr Euro aufnehmen, um ihre Kredite bedienen zu können.


Dagegen können Anleger sich gegen steigende Zinsen einfach absichern oder gar auf eine solche Wertentwicklung setzen. „Von fallenden Anleihekursen beziehungsweise steigenden Renditen können Anleger hierzulande mit sogenannten Bund-Future-Short-Papieren profitieren“, erklärt Heiko Geiger, Derivatespezialist bei Vontobel. „Der Bund-Future ist ein Zinsterminkontrakt, der sich auf eine zehnjährige Bundesanleihe bezieht, die einen Kupon von sechs Prozent hat“, ergänzt Geiger. Wer dagegen im aktuell volatilen Zinsumfeld lieber regelmäßige Zins- oder Einkommensströme bekommen möchte, findet eine Alternative in sogenannten Income-Fonds. Eine Möglichkeit ist der Fonds mit der WKN A1W0LE, der eine Dividendenrendite von rund sechs Prozent hat. Die Ausschüttungen finden halbjährlich statt.


Investoren warten nun gespannt auf die Sitzung der US-Notenbank am kommenden Mittwoch. Je nachdem, ob Yellen eine Verschärfung der Geldpolitik signalisiert als derzeit Investoren erwarten, könnte es zu deutlichen Bewegungen bei den US-Zinsen und dem Dollar kommen. Draghi kann daher nur hoffen, dass Yellen nicht zu forsch sein wird, weil sie ansonsten seine Bemühungen, die Zinsen unten zu halten, konterkariert.



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