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Kolumnist: Stock-World Redaktion

Warum so viel Börsenliteratur unnütz ist




20.07.21 09:36
Stock-World Redaktion

Fachliteratur zur Börsenspekulation gibt es en Masse. Wirklich schlau
wird man meist jedoch nicht daraus. Warum ist das so?

Sicher haben sie schon das eine oder andere Börsenbuch gelesen. Doch
seien sie ehrlich, konnten sie aus den Inhalten einen Nutzen ziehen? In
den meisten Fällen wird die Antwort wohl ein klares >nein< sein. Die
meisten Publikationen sind zwar nett zu lesen, der Lernfortschritt
daraus ist aber kaum vorhanden. Warum klappt es nicht? Werden
Börsenbücher nicht von Fachleuten geschrieben, die wissen müssten, wie
der Hase läuft?

Natürlich möchte ich keinem Autor die fachliche Kompetenz absprechen.
Das Grundproblem liegt aber darin, dass ein Spekulant nur dann
erfolgreich wird, wenn er eine Vorgehensweise praktiziert, die zu ihm
passt. Jeder Mensch hat andere Vorlieben und Neigungen und jeder hat
seine Stärken und Schwächen. Auf diese Individualität nehmen die meisten
Autoren jedoch keine Rücksicht und glauben, was sie selbst erfolgreich
gemacht hat, muss auch bei allen Anderen funktionieren.

Stellen sie sich zum Beispiel einen ausgesprochenen ungeduldigen
Menschen vor, der in einem Fachbuch gelesen hat, der Trendhandel sei
eine erfolgsversprechende Methode. In diesem Werk werden dann Phrasen
wie >The Trend is your friend< gedroschen, ohne auf die psychologischen
Fallen hinter dieser Aussage einzugehen. Der Leser hat das auf den
ersten Blick leicht zu verstehende, theoretische Konzept rasch
verinnerlicht und stürzt sich nun euphorisch in seine ersten Trades.
Leider hat er seine Ungeduld nicht beachtet und die wird ihm die Suppe
gehörig versalzen.


Der Trendhandel erfordert enorme mentale Stärke und ausgesprochen hohe
Gelassenheit, denn es wird einige Zeit vergehen, bis sich ein solcher
Trade entfalten kann. Hat man dazu nicht die Ausdauer, wird man sich
mehr schaden als nützen, weil man nicht bereit ist, solange auf das
gewünschte Resultat zu warten.

Darüber hinaus muss ein Trend korrigieren, also für einige Zeit gegen
die gewünschte Richtung laufen. In dieser Phase begeht man als
unerfahrener Tradern gerne Dummheiten. Man sieht seine Papiergewinne
dahin schmelzen und stellt die Position aus einer Emotion heraus glatt,
weil man vermeintlich retten will, was übrig geblieben ist. Wenig später
muss man schmerzvoll mit ansehen, wie der Trade erneut die
Primärtrendrichtung aufnimmt und neue Höchstkurse erreicht, ohne noch
dabei zu sein.

Andererseits möchten Leute Daytrader werden, die ihre Entscheidungen
gerne lange überdenken. Sie wundern sich dann, wenn ihnen im 5 Minuten
Chart alles viel zu rasch geht und sie einen Tradingfehler nach dem
anderen produzieren.

An den obigen Beispielen sollte veranschaulicht werden, warum sie sich
eine individuelle Vorgehensweise auf den Leib schneidern müssen. Dieses
Vorhaben kann kein Buchautor für sie erledigen, das müssen sie selbst
tun. Hören sie daher auf, in der Fachliteratur nach dem >heiligen Gral<
zu suchen. Sie werden >die Methode< oder >das System<, welches sie
erfolgreich macht, weder in einem Tradingbuch noch sonst wo finden. Wir
Menschen sind zu verschieden, meine Antwort kann nie ihre Antwort sein.
Das heißt aber nicht, dass sie ihre Suche komplett einstellen sollen.


Autor: Thomas Vittner


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Der Autor stellt hier lediglich Informationen zur Verfügung, es erfolgt keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögensanlagen. Anlagegeschäfte beinhalten Risiken, so dass die Konsultierung professioneller Anlagenberater empfohlen wird. Wir möchten in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass ein Engagement in Aktien (auch Hot Stocks oder Penny Stocks), Zertifikate, Fonds oder Optionsscheine zum Teil mit erheblichen Risiko verbunden. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden.





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