Kolumnist: Sven Weisenhaus

Warum Inflation kein guter Grund ist für Goldkäufe




23.12.11 19:05
Sven Weisenhaus

In meinem kostenlosen Newsletter Wave Daily habe ich mehrfach darauf hingewiesen, dass entgegen vieler Medienberichte keine anziehende Inflation zu erwarten sei. Die Notenbank in den USA würde zudem die Kernrate der Inflation betrachten und ihre Geldpolitik hieran ausrichten. Gold würde daher bald an Glanz verlieren, weil als Kaufargument häufig die Gefahr einer ausufernden Inflation genannt wird.


 


Kernrate der Inflation ist reines Blendwerk


 


Sicherlich gibt es viele Anleger, die mir hier widersprechen würden. Die US-"Kernrate" der Inflation ist doch eh nur schöngerechnet, weil die Berechnungsmethoden ständig "angepasst" werden. Die Preise kennen doch seit x-Jahren nur eine Richtung: Steil nach oben. Also ist die Kernrate nur ein Blendwerk, um die Bevölkerung zu beruhigen. So zumindest die Meinung, die mir ständig begegnet.


 


Gold im stabilen Aufwärtstrend


 


Das Argument für Gold lautet, dass wir uns mittel- und langfristig in einem deutlichen Aufwärtstrend befinden. Und zuletzt befanden wir uns nur knapp unter All-Time-High. Gold ist nun schon 9 Jahre in Folge gestiegen.


 


Da stellt sich doch die Frage, ob es sich überhaupt lohnt, sich mit dem Thema Inflation auseinander zu setzen. Ist die Verwendung einer sogenannten Kernrate überhaupt sinnvoll? Oder handelt es sich dabei tatsächlich nur um eine Blendung der Verbraucher? Und wenn Gold doch so stark steigt und das über einen derart langen Zeitraum, warum sollte man angesichts der aktuellen Probleme skeptisch sein?


 


Ein Hype wie zu Zeiten des Neuen Marktes


 


Völlig richtig ist natürlich, dass Gold sich nach wie vor im Aufwärtstrend befindet. Und auch das


All-Time-High ist nicht weit entfernt. Und permanent haben sich die Analysten und Medien mit neuen Kurszielen überschlagen. Das MUSS man doch einfach in Gold einsteigen, wo doch die Welt gerade unter geht und hier noch die Mega-Gewinne warten.


 


Doch mit genau solchen Aussagen werden die Anleger meiner Meinung nach geblendet. Auch zu Neuer Markt-Zeiten waren die Aktien unglaublich gestiegen und standen vielfach vor ihren Allzeithochs. Das Ende vom Lied ist jedoch vielen sicherlich noch bekannt. Einen ähnlichen Medienhype, wie es ihn damals gab, habe ich zuletzt auch bei Gold gesehen. Die Parallelen sind verblüffend. Auch als Öl bei 150 USD stand, war ein solches Anleger- und Medienverhalten erkennbar.


 


5 Monate Seitwärtsbewegung hatten wohl die wenigsten auf dem Schirm


 


Fakt ist jedoch auch, dass sich Gold heute immer noch auf dem Niveau von Mitte Juli befindet. Eine inzwischen 5-monatige Seitwärtsbewegung hatten wohl die wenigsten auf dem Schirm. Die Folge: Inzwischen ist Gold deutlich aus den Schlagzeilen verschwunden. Und genau das meinte ich mit dem "verlorenen Glanz", über den ich meinen Lesern im WAVE DAILY schrieb.


 


In meinen Goldanalysen habe ich stets in den Charts auf die intakten Aufwärtstrends hingewiesen. Siehe hierzu auch die letzte entsprechende Chartanalyse vom 14. November. Dennoch war für mich einfach eine Überhitzung eingetreten, die es zunächst abzuwarten galt und immer noch gilt.


 


Machen Sie mich nicht zum Gold-Bären!


 


Machen Sie mich nicht zum Gold-Bären. Dafür gibt es keinen Grund. Ich habe vor Korrekturen in Gold gewarnt und ich habe ebenso auf die intakten Trends hingewiesen und daher auch zwischenzeitlich steigende Kurse prognostiziert. Fakt ist jedoch, stets wenn ich vor einer Korrektur in Gold gewarnt habe (und mir dafür stets umgehend eine Leser-Schelte abgeholt habe), ist diese auch eingetreten. Und sie fiel jeweils recht üppig aus.


 


Gold muss weiter steigen, um überhaupt einen Nutzen zu bringen


 


Richtig ist, dass Gold über Jahre gestiegen ist. Richtig ist jedoch auch, dass es weiter steigen muss, um überhaupt einen Nutzen zu bringen. Fraglich ist daher, wie lange es noch steigt und aus welchen Gründen.


 


Angst vor Inflation und Krisen ist derzeit der Grund. Doch eine Korrelation zur Inflation habe ich inzwischen mithilfe von Charts langfristig ausgeschlossen. Eine Hyperinflation (bei der Gold stets massiv gestiegen ist) ist offensichtlich ebenfalls nicht im Anmarsch (bestenfalls in den inoffiziellen Statistiken) und die Krise wird mit allen Mitteln bekämpft.


 


Hat das Thema Inflation überhaupt einen Sinn?


 


Und damit sind wir beim zweiten angesprochenen Thema. Hier war die Frage nach dem Sinn der US-Kerninflation. Dazu kann ich folgendes sagen: Die Notenbank Fed richtet ihre Geldpolitik hieran aus. Und dies ist für die Märkte entscheidend und nicht irgendeine inoffizielle ungeschönte Inflationsrate (auch wenn wir diese im Geldbeutel alle reell spüren).


 


Geldpolitik hat enormen Einfluss auf die Märkte


 


Für einen Analysten zählen die offiziellen Daten und die darauf ausgerichtete Notenbankpolitik. Denn diese hat, wie wir inzwischen mehrfach (zuletzt durch dden Dreijahrestender der EZB) eindrucksvoll sehen konnten, gehörigen Einfluss auf die Marktbewegung. Und es gilt ja, bestmöglich die kommenden Bewegungen vorauszusehen, um sich entsprechend zu positionieren. Die Kernrate hier außer Acht zu lassen gilt vor diesem Hintergrund als fahrlässig.


 


Die Kernrate dient lediglich der Glättung


 


Energie und Rohstoffe, die bei der Kernrate herausgerechnet werden, befinden sich seit einiger Zeit auf dem Rückzug. Und es zeigt sich, dass die Kernrate und die Verbraucherpreise langfristig im Gleichklang tendieren. (Einen entsprechenden Chart hierzu finden Sie HIER.) Die Kernrate dient lediglich dazu, die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise zu glätten. Über einen langen Zeitraum führen beide Kennzahlen doch in die selbe Richtung.


 


Lassen Sie sich also nicht von den Behauptungen vieler Meinungsmacher anstecken, die Kernrate würde zu völlig anderen Ergebnissen führen, nur weil Energie und Lebensmittel herausgerechnet werden. Das ist offensichtlich schlicht falsch. Die Kernrate dient einzig und allein der Glättung, ähnlich wie ein Gleitender Durchschnitt für den Aktienmarkt funktioniert.


 


Es gibt Alternativen zum Gold


 


Auf eine weitere Eskalation würde ich zumindest nicht mit Gold setzen. Da macht ein Short auf den Bund Future schon mehr Sinn, oder? Warum dieser Trade so gut wie sicher ist, hatte ich meinen Lesern im WAVE DAILY bereits mehrfach aufgezeigt.


 


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Ich wünsche Ihnen gute Gewinne


Sven Weisenhaus

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