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Kolumnist: Stock-World Redaktion

WOHER HABEN "BULLE UND BÄR" EIGENTLICH IHREN NAMEN?




12.02.21 08:43
Stock-World Redaktion

Bulle und Bär begleiten die Börsenberichte im Fernsehen, und kaum eine Finanzzeitung kommt mehr ohne die tierische Illustration aus. Die Deutsche Börse AG hat die beiden gar in Bronze gegossen und vor ihrem Frankfurter Gebäude aufstellen lassen.


Bulle und Bär sind Sinnbilder, nicht nur für die Deutsche Börse in Frankfurt. Der Ausdruck "Bulle und Bär" stammt ursprünglich aus dem Englischen "bull and bear". Die Herkunft dieses Begriffes ist nicht vollständig geklärt. Es ranken sich verschiedene Geschichten um die beiden Figuren.

Die Eselsbrücke zur Bedeutung der Tiere auf dem Börsenparkett ist schnell gebaut: Der Bulle schleudert mit seinen Hörnern nach oben, der Bär schlägt mit den Tatzen nach unten. Grob übertragen stehen also Bullen für steigende, Bären für fallende Aktienkurse.
Eine Legende besagt, dass im 17. Jahrhundert Kämpfe zwischen Bullen und Bären nahe der Londoner Börse ausgetragen wurden. Dabei schlägt der Bär- in einer Abwärtsbewegung mit seiner Tatze nach dem Bullen. Dieser schleudert den Bären- in einer Aufwärtsbewegung mit seinen Hörnern weg.

Auch eine andere Erklärung liefert die Geschichte: Im Krimkrieg während des 19. Jahrhunderts siegten die englischen über die russischen Truppen. John Bull war damals Anführer der Engländer und Ihre Symbolfigur. Der Ausdruck "run with the bull" bedeutete demnach, sich auf der siegreichen Seite zu befinden. Der Verlierer war der Bär, das nationale Symbol der Russen.
Eine Version für Abenteurer besagt, dass ein Trapper Felle erlegter Bären verkaufen wollte. Die fielen beim Transport allerdings ins Wasser und brachten dem Trapper einen "bearishen Handel".
Eine weitere Version besagt: Vor hundert Jahren kämpften sich tausende von verwegenen Männern über den Chilkoot Pass und auf dem Yukon River zu den Goldfeldern im Klondike. Getrieben vom Willen zu überleben, gaben sie alles auf und nahmen unsägliche Strapazen auf sich in der Hoffnung, das grosse Glück in Form von unermesslichem Reichtum zu finden.
Um sich die Zeit zu vertreiben, veranstalteten Sie Schauwettkämpfe zwischen einem Grizzlybär und einem Bullen. Der Bulle versuchte, den Bären auf die Hörner zu nehmen, während der Bär den Bullen mit seinen Tatzen nach unten drücken wollte.

Doch die simple Übersetzung "Bulle gleich steigende, Bär gleich fallende Kurse" erfasst die Bedeutung des börsianischen Tierpaares nicht ganz. Denn Bulle und Bär beschreiben nicht nur die Situation, sondern auch die Stimmung an der Börse.

Dazu liefert eine andere Geschichte über die Entstehung des tierischen Börsenpaares die Gedankenbrücke. Schon im 17. Jahrhundert schlossen Risikobereite das ab, was heute Termingeschäft heißt: Sie versprachen, in der Zukunft Aktien zu einem bestimmten Preis zu verkaufen, die sie gegenwärtig noch gar nicht besaßen ­ in der Hoffnung, durch fallende Kurse die versprochenen Papiere bis zum vereinbarten Verkaufstermin preiswert erstehen zu können. Sie verkauften also gleichsam das Fell des Bären, bevor sie ihn erlegt hatten. So handelten die, welche auf fallende Kurse setzten, sich den Bären-Titel ein.
Der Bulle als Gegenstück kam ins Spiel, da seinerzeit nahe der Londoner Börse als Volksbelustigung Schaukämpfe zwischen Bullen und Bären ausgetragen wurden.

Je nachdem, welche Fraktion auf dem Parkett den Ton angibt, berichten die Börsennachrichten in englischen Vokabeln vom Bull- oder vom Bear-Market. Von Bedeutung ist das, weil ein Gutteil des Auf und Ab an den Börsen von psychologischen Faktoren bestimmt wird, von positiven und negativen Erwartungen der Anleger.


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Der Autor stellt hier lediglich Informationen zur Verfügung, es erfolgt keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögensanlagen. Anlagegeschäfte beinhalten Risiken, so dass die Konsultierung professioneller Anlagenberater empfohlen wird. Wir möchten in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass ein Engagement in Aktien (auch Hot Stocks oder Penny Stocks), Zertifikate, Fonds oder Optionsscheine zum Teil mit erheblichen Risiko verbunden. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden.





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