Kolumnist: Feingold-Research

VW, Daimler, BMW – deutsche Autobauer zuversichtlich




06.12.18 07:54
Feingold-Research

Trump twittert und die Börsen reagieren. Nach dem Tweet vom US-Präsidenten mit der Aussage er sei ein Mann der Zölle, kam erneut Verunsicherung bei dem Thema Handelsstreit auf. Aktuell in der Debatte waren Strafzölle auf Automobilimporte. Jedoch gaben sich die Verantwortlichen von VW, Daimler und BMW nach einem Treffen mit Trump im Weißen Haus zuversichtlich. Anleger greifen für die Jahresendrally zum Capped-Bonus CP2CAK auf BMW und greifen mit dem Daimler Bonus DS64GL 20 Prozent Jahresrendite ab.
Blicken wir ausführlich auf G20 - die Experten der Börse München sehen Gipfeltreffen wie zuletzt in Argentinien skeptisch…

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Spielt der G20-Gipfel noch eine Rolle für die Weltpolitik?

Nun hört sich doch der Waffenstillstand im amerikanisch-chinesischen Handelskrieg nach einem Erfolg an. Aber ist dies ein Erfolg des G20-Gipfels? Eines Gipfels, der über etliche Monate von Sherpas der Teilnehmerländer in vielen Runden vorbereitet wurde. In Runden, in denen immer mehr Themen besprochen wurden, bei denen die Unterhändler aber offen-sichtlich kaum zu einem von ihnen einen Konsens fanden. Die Abschlusserklärung enthält daher auch kaum mehr Inhalt als die gemeinsame Geburtstagskarte für Tante Lotti.


Keine gemeinsame Haltung zum Protektionismus, keine Erklärung zum Klimaschutz, kein klares Bekenntnis zur friedlichen Lösung internationaler Konflikte. Kein Wunder, dass die Konflikte einiger Teilnehmerländer in der Krim, im Jemen, beim internationalen Handel oder dem Klimaschutz ungelöst bleiben. Vielfach ist zu lesen, dass die Abschlusserklärung eh nicht so bedeutsam sei wie die bilateralen Treffen am Rande des Gipfels. Aber wozu dann die im-mensen Vorbereitungen der Unterhändler, wenn das Kommuniqué eh keine Rolle spielt? Ist es nicht vielmehr so, dass das Kommuniqué keine Rolle mehr spielt, weil die G20 als Gruppe keine Rolle für die Weltpolitik mehr spielt? Schließlich wird gemeinsames Handeln unmöglich sein, wenn gemeinsame Formulierungen schon nicht mehr gelingen.


G2- statt G20-Treffen

Einige haben das Treffen im Vorfeld daher bereits als «G2» bezeichnet, da die Welt nur darauf schaut, wie Trump und Xi Jinping sich verstehen und ob es zu einer Deeskalation des Handelskrieges kommt oder nicht. Sicherlich sind die bilateralen Treffen am Rande des G20-Gipfels wichtig. Aber brauchen wir wirklich dafür einen solch immensen Gipfel, oder dient er nur dazu den wichtigsten Regierungschefs noch mehr internationales Scheinwerferlicht und eine noch größere Bühne für ihre Egos zu bieten? Für den chinesisch-amerikanischen Waffenstillstand hätte es jedenfalls kein G20-Treffen gebraucht, für die Unterzeichnung des NAFTA-Nachfolgeabkommens ebenso wenig. Bei einer anderen Stimmungslage des US-Präsidenten wäre es zu beidem vielleicht spontan auch nicht gekommen.


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G20-Gipfel wird zur teuren Fotobühne

VW Auto


Die G20-Gipfel haben in der Vergangenheit eine wichtige Funktion gehabt. Sie haben nach der Finanzkrise 2008 dazu beigetragen, dass die Fehler der großen Depression nicht wiederholt wurden, dass die Weltwirtschaft nicht in den Strudel einer Abwertungsspirale oder des Protektionismus geraten ist. G20-Gipfel waren daher Ausdruck eines multilateralen Verständnisses und Versuchs zu gemeinsamen Politikansätzen zur Lösung globaler Probleme. Die Notwendigkeit dazu bestünde weiter. Und sicherlich ist es besser, wenn die Delegationen von 20 Ländern ein paar Mal um die Welt fliegen, um sich in Argentinien zu treffen, als wenn auch nur zwei von ihnen, ihre Konflikte direkt mit Waffen austragen.


Aber vielleicht ist es auch Zeit einzugestehen, dass multilaterale Ansätze wie die G20 in Zeiten von «my-nation-first» nicht mehr funktionieren. In Zeiten, in den internationale Regeln und Abkommen, Populismus und Willkür von Autokraten und denen, die dies gerne wären, weichen, verkommen G20-Treffen zu teuren Fotobühnen. Das nächste G20-Treffen ist vermutlich so unvermeidlich wie der Geburtstag von Tante Lotti. Aber wie wäre es, wenn es das nächste Mal als Video-Konferenz stattfindet?”


Quelle: Börse München, eigene Recherche



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