Kolumnist: Christian Grabbe

Unternehmen im Dividendenrausch




18.11.11 12:08
Christian Grabbe

Gesellschaften schütten so viel Dividenden aus wie selten zuvor. Die hohen Dividendenrenditen machen die Aktien gerade in turbulenten Börsenphasen attraktiv. Sie können auch als Sicherheitspuffer dienen.


 


Die Aktienmärkte sind nach dem steilen Fall in einer Erholungsphase. Die täglichen Kursschwankungen sind allerdings immer noch sehr hoch. Die Notierungen sind derzeit ein Spielball zwischen den Meldungen über die Staatsschuldenkrise und den guten Quartalszahlen. Investoren sind unsicher, welche Folgen ein Schuldenschnitt Griechenlands hat und die Sparkurse der Regierungen in Athen und Rom haben werden. Aufgrund der erhöhten Unsicherheit der Anleger steigt das Interesse an Aktien mit hohen Dividendenrenditen. Es ist durch viele Untersuchungen bekannt, dass Dividenden einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Rendite einer langfristigen Aktienanlage haben. Am US-Aktienmarkt stammt die durchschnittliche Rendite in den vergangenen zweihundert Jahren von durchschnittlich 7,8 Prozent p.a. zu fast 70 Prozent aus Dividendenzahlungen.


 


Die Dividendenrenditen machen mittlerweile den Staatsanleihen Konkurrenz. Denn die Bundespapiere werfen nur noch Magerzinsen ab. Während die zehnjährige Bundesanleihe nur noch eine Rendite von 1,71 Prozent jährlich bietet, kommen zweijährige Bundestitel auf einen Ertrag von 0,65 Prozent p.a. Anders dagegen bei den Blue Chips im DAX. Die RWE bietet ihren Aktionären eine Rendite von 11,9 Prozent, die Deutsche Telekom eine von 7,5 Prozent und Daimler eine von 6,2 Prozent. Noch beeindruckender ist die Ausschüttung der spanischen Telefonica. 11,4 Prozent ist die Schätzung der Analysten für das laufende Jahr, bereits für 2012 wird eine Dividendenrendite von 12,5 Prozent geschätzt. Mit diesen Renditen hängt der Aktionär die Erträge eines Besitzers einer Unternehmensanleihe um Längen ab. Bereits im laufenden Jahr liegt die Dividendenrendite im breiten Stoxx 600 bei 4,1 Prozent. Die Dividendenquote soll auch im kommenden Jahr deutlich wachsen. So steigern die Unternehmen im Stoxx 600 ihre Ausschüttungen nach Schätzungen der Agentur Bloomberg in den kommenden zwölf Monaten um 11 Prozent. Gleiches gilt auch für die USA. So erwarten die Analysten von Standard&Poor`s für den S&P 500 Index 13,1 Prozent höhere Dividenden als im Vorjahr. Auch wenn sich die Kurse an den Aktienmärkten auf Talfahrt befinden, sieht die wirtschaftliche Lage der Unternehmen besser aus als die Stimmung an den Aktienmärkten. Die Rezession in der Nach-Lehman-Brothers-Ära haben die Firmen dazu genutzt, sich schlanker aufzustellen und Schulden abzubezahlen. Durch die positive Entwicklung der Wirtschaft hat sich jetzt viel Cash angesammelt, an dem die Unternehmen ihre Aktionäre partizipieren lassen.


 


Für Anleger gibt es eine Reihe von Produkten, mit denen sie auf Dividendenstrategien setzen können. Recht einfach können sie beispielsweise mit einem Zertifikat der Commerzbank an der Wertentwicklung des DivDAX (DE000CB52598) partizipieren, der die 15 Unternehmen des DAX mit den höchsten Dividendenrenditen enthält. Die Zusammensetzung wird einmal jährlich den Marktverhältnissen angepasst. Dieser Strategieindex konnte in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Gewinn von 5,4 Prozent den DAX schlagen, der nur auf einen Verlust von 9,9 Prozent kam. Über den Zweijahreszeitraum sieht die Differenz von rund12 Prozentpunkten noch beeindruckender aus. Eine Optimierung der Auswahlkriterien bieten dagegen die Select-Dividendenindizes. Sie fügen quasi die dividendenstärksten Aktien mit bestimmten Zusatzbedingungen (nicht mehr als 60 Prozent des Gewinns ausschüttend, jährlich wachsende Gewinne) zusammen.


 


Die HypoVereinsbank bietet ein Zertifikat auf den Euro STOXX Sel.Div. 30 Performanceindex (DE000HV0EEV5) an, das über die zurückliegenden zwölf Monate einen Verlust von rund 1 Prozent machte. Der Euro STOXX 50 musste dagegen einen Verlust von fast 19 Prozenthinnehmen. Das Zertifikat der Royal Bank of Scotland auf den Asia Sel. Div. Performanceindex (NL0000623759) kommt im Einjahreszeitraum auf eine Performance von rund 5 Prozent, über zwei Jahre auf eine von mehr als 35 Prozent. Die HypoVereinsbank bietet einen Tracker auf den STOXX Americas Select Dividend 40 Return (DE000HV5ADB6) an, der von der Aufwertung des Dollar und den Kursgewinnen der Aktien profitiert. Die Addition beider Bewegungen führt zu einem Einjahresgewinn von 3,6 Prozent. Das Dividend Stars Germany Index-Zertifikat der Société Générale (DE000SG0EDK6), das sich aus den zehn höchstrentierenden DAX-Titeln zusammensetzt, kam über zwölf Monate auf eine Rendite von 4 Prozent. Es konnte damit den DAX schlagen. Über zwei Jahre bleibt dem Anleger sogar ein Gewinn von 17,5 Prozent.


 


Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse.


 


 


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