Kolumnist: Feingold-Research

Ungleiches Duell – Tesla fährt Daimler davon




05.10.17 08:07
Feingold-Research

Auch wenn Tesla seine Produktionsziele im dritten Quartal deutlich verfehlt hat, spätestens seit dem neuen Dieselskandal erleben Elektrofahrzeuge erneut einen starken Auftrieb. Der Markt für Elektroautos wächst rasant und Tesla hat hier eindeutig noch die Nase vorn. In unserer Produktauswahl finden interessierte Anleger den Discount Call CY6LJE, den Capped Bonus CY3QFN, den Turbo Bull VN8HX5 und den Turbo Bear CY8GXT. Doch auch die Konkurrenz im Premiumbereich scheint aufgewacht zu sein. So will Daimler bis 2022 alle seine Modelle als Elektroversion, zumindest aber als Hybridversion anbieten. Wir werfen einen Blick auf das Fernduell der beiden Konzerne. 

Kräftige Erholung bei der Daimler-Aktie: Für Rückenwind der Daimler-Aktie sorgten zuletzt die Nachrichten aus den USA. Die Steuerreform  soll kommen und damit soll die Wirtschaft angekurbelt werden, womit sich auch die Perspektiven für den Premiumhersteller Daimler verbessern würden. Im zweiten Quartal steuerten die USA 24,8 Prozent der Konzernerlöse von Daimler bei. Das Papier hatte bereits am 6. September seinen Erholungskurs deutlich beschleunigt. Damals hatten sich etliche Analysten nach dem vorherigen deutlichen Kursrückgang positiv zu dem Papier geäußert, weil Investoren wegen der Diskussion um den Dieselantrieb und der Sorge über die Gewinnentwicklung angeblich zu pessimistisch seien.


MercedesDie jüngsten Nachrichten von Daimler zeigen allerdings, dass die Anleger möglicherweise doch nicht zu skeptisch sind. „Um sicherzustellen, dass wir so profitabel bleiben wie wir sind, haben wir ein neues Programm aufgelegt, das uns einen Schub von zusätzlichen vier Milliarden Euro über die kommenden Jahre bringen soll“, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche am 11. September auf einer Investorenveranstaltung in Sindelfingen. Der Firmenlenker will in den nächsten Jahren das gesamte Produktportfolio elektrifizieren. Ab 2022 sollen alle Fahrzeuge auch als Hybrid- oder Elektro-Variante angeboten werden. Experten gehen davon aus, dass der Kauf und der Betrieb eines Elektrofahrzeugs ab dem Jahr 2025 branchenweit ähnlich hohe Kosten verursachen werden, wie die eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor.


Neu auf Daimler haben wir die Call-Optionsscheine CD51C3 und CD8CNF sowie den Discount Call PR1PN1 in unsere Produktauswahl aufgenommen. Günstig handeln können Sie die oben genannten Papiere über die Börse gettex


Elektroautos belasten die Marge

Elektroautos hätten allerdings zumindest am Anfang eine deutlich geringere Gewinnmarge als die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, warnte Frank Lindenberg, der Finanzchef der Sparte Mercedes Benz Pkw. „Wir streben immer noch zehn Prozent Umsatzrendite an“, sagte er. Doch das Unternehmen müsse sich für eine Übergangsphase auf einen Korridor von acht bis zehn Prozent bei der operativen Marge einstellen. Im zweiten Quartal lag sie bei stattlichen 10,2 Prozent.


Mercedes_DaimlerDas rasante Wachstum des Marktes für Elektrofahrzeuge bringt Daimler enorm in die Bredouille. So muss Daimler kräftig investieren, weshalb die Sachinvestitionen bei Mercedes Benz Pkw im Zeitraum 2017 bis 2018 auf insgesamt 10,5 Milliarden Euro steigen sollen, gegenüber 4,1 Milliarden für 2016. Im gleichen Zeitraum legen die Ausgaben für Forschung & Entwicklung auf 12,2 Milliarden zu, gegenüber 5,7 Milliarden für 2016. Daimler hat aber keine Wahl: der Premiumhersteller muss in den Zukunftsmarkt Elektrofahrzeuge energisch vordringen, sonst verliert Daimler Marktanteile. Je stärker Daimler aber in dem Segment wächst, umso größer wird der Druck auf die Marge.


Das dürfte vielen Investoren zusehends klar werden, wie das 2018er-KGV von lediglich 7,5 klar anzeigt. Damit ist Daimler die am dritt niedrigsten bewertete Aktie im DAX, hinter Volkswagen mit 5,5 und Lufthansa mit 6,7. Das zeigt wie groß die Skepsis vieler Investoren gegen den Gewinnperspektiven des Premiumherstellers ist. Zweifelhaft ist allerdings, ob damit die schlechten Nachrichten ausreichend in der Aktie eingepreist sind, denn der Margenrückgang hat noch nicht einmal begonnen und könnte sich durchaus über etliche Jahre hinziehen. Daher könnte es sich bei dem jüngsten Kursanstieg lediglich um eine Erholung im Abwärtstrend handeln, wenngleich sie durchaus noch eine Weile weitergehen könnte.


Tesla mit ehrgeizigen Absatzzielen

Tesla_November_1Die Profitabilität von Tesla spielt für viele Investoren hingegen bislang keine Rolle. Sie schauen vielmehr auf das kräftige Absatzwachstum, das sich durch das Model 3, die neue Limousine von Tesla, deutlich beschleunigen soll. Doch genau hier scheint es aktuell noch genügend Probleme zu geben. Auf Grund von Produktionsengpässen wurden im dritten Quartal vom neuen Model 3 anstatt der geplanten 1.500 lediglich 260 produziert.


Vorstandschef Elon Musk hat für 2018 eine Produktion von insgesamt 500.000 Fahrzeugen in Aussicht gestellt, 2020 sollen es sogar eine Million werden. Sollten die Verkäufe die gleiche Größenordnung erreichen, entspräche das einer Explosion gegenüber dem Jahr 2016 von 76.230 Autos. Allerdings hat kein Autohersteller jemals zuvor auch nur ein annähernd so starkes Wachstum erzielt. Das ficht Musk aber nicht an, obwohl er in den vergangenen Jahren häufig mehr versprochen hatte, als er anschließend gehalten hat.


teslaDennoch schafft es Musk immer wieder, Investoren zu euphorisieren. So will er am 26. Oktober einen Sattelschlepper präsentieren, der Ende 2019 in Serie gehen soll. Daher hat sich die Tesla-Aktie zuletzt in Richtung der Rekordhochs bewegt, womit der Börsenwert auf horrende 62 Milliarden Dollar gestiegen ist. Solange Musk aber immer neue Hasen aus dem Hut zaubert, ist nicht absehbar, wann das Papier nachhaltig nach unten drehen sollte.



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