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Kolumnist: Feingold-Research

US-Wahl – wie profitiert die Weltwirtschaft?




14.10.20 15:04
Feingold-Research

Das Rennen zwischen Donald Trump und Joe Biden ist offen. Auf internationalem Parkett steht Trump auch weiterhin für Protektionismus. Doch auch Biden könnte als Präsident in einigen Bereichen auf den Pfaden Trumps wandeln. Welche Konsequenzen zieht dies für Anleger nach sich? Wir stellen den Beitrag von Western Asset Management für die Südseiten der Börse München vor.


Neben den Auswirkungen auf die Situation innerhalb der USA ist die Wahl des US-Präsidenten vor allem auch für die internationale Zusammenarbeit und den Welthandel entscheidend. Während die US-Innenpolitik vom Kongress dominiert wird, hat der Präsident großen Einfluss auf die Außenbeziehungen. Die bevorstehende Wahl entscheidet daher über Kontinuität oder neue Impulse. Sollte der amtierende Präsident im Amt bestätigt werden, dürfte sich die aggressive Handelspolitik fortsetzen und womöglich zunehmend auch gegen Europa richten. Würde Joe Biden neuer Präsident der USA, ist davon auszugehen, dass der internationale Dialog wieder stärker gepflegt wird als während der vergangenen Jahre. Eine Wende um 180 Grad ist allerdings auch nicht von Joe Biden zu erwarten. Es ist gut möglich, dass es in Bereichen, in denen Donald Trump bereits strukturelle Veränderungen erreicht hat, zunächst auch Kontinuität geben wird. Das gilt insbesondere für alle Bereiche, die die nationale Sicherheit betreffen.

Keine komplette Kehrtwende



Auch in Bezug auf das Verhältnis zu China ist von Joe Biden keine komplette Kehrtwende zu erwarten, da der kritische Blick auf China innerhalb der USA zu einem überparteilichen Konsens geworden ist. Allerdings ist zu erwarten, dass seitens einer Biden-Administration ein internationaler Konsens darüber angestrebt werden würde, wie mit China umzugehen sei.Würde dagegen Donald Trump im Amt bestätigt, könnte sich die Administration in ihrem bisherigen Kurs gegenüber China bestätigt sehen – das bilaterale Warenhandelsdefizit zwischen beiden Staaten hat sich zuletzt eingeengt und könnte von Trump als Maßstab für den Erfolg seiner Politik interpretiert werden. Als Folge könnte eine Trump-Administration während ihrer zweiten Amtszeit sogar noch härtere Maßnahmen gegenüber China ergreifen.

Unterstützt wird dieses Gedankenspiel von den Arbeitsmarktdaten. Seit 2010 hat das verarbeitende Gewerbe in den USA rund 1,5 Millionen Jobs hinzugewonnen. Im Zuge eines anhaltenden Protektionismus während einer zweiten Amtszeit von Donald Trump, könnte dieser Trend anhalten und den Republikaner in seinem internationalen Kurs bestätigen. Auch ein Präsident Biden dürfte diesen Kurs in abgeschwächter Form beibehalten, um heimische Arbeitsplätze zu schützen. Konkret dürfte Biden dabei zwar weniger auf Zölle setzen, doch dürften Wechselkursinterventionen das Mittel der Wahl sein, um klassische Branchen, wie etwa den Öl- und Gassektor, auch trotz einer „grünen“ Investitionspolitik nicht zu stark zu schwächen.
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