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Kolumnist: Stephan Heibel

Trump oder Biden - warum ich manchmal in Teilbereichen pro Trump schreibe




11.09.20 11:41
Stephan Heibel


 Dieser Beitrag ist in durch meine Ausgabe 20/28 Anfang Juli entstanden und bleibt weiterhin aktuell. Er ist auch wichtig für die Sicht des Heibel-Ticker auf Donald Trump und den US-Wahlkampf mit Joe Biden.

Ich konnte es nicht lassen, ich musste ein paar Worte zum Präsidentenwahlkampf in den USA verlieren. Es ist schon erstaunlich, wie gehasst dieser Mensch ist, und gleichzeitig schafft er es dennoch, eine breite Zustimmung für sich zu gewinnen.
Die harte Linie Trumps gegenüber Chinas wird in den USA inzwischen weitgehend akzeptiert. Zwar haben sämtliche Präsidentschaftskandidaten auf China herumgehackt, doch keinem der Herausforderer traut man es zu, die harte Linie auch durchzuhalten. Da mag man von Trump halten, was man will, in dieser Sache ist er ziemlich konsequent und hat in diesem Punkt nach kräftigem Gegenwind zu Beginn inzwischen so ziemlich alle hinter sich versammelt.

Wenn also in China derzeit bereits die Wahlniederlage Trumps befeuert wird, dann müsste in den USA schon bald ein Ausverkauf an den Aktienmärkten erfolgen. Denn eine schwächere Haltung gegenüber China wird der US-Wirtschaft schaden und somit auf die Aktienkurse drücken.

Sie werden vielleicht sagen, dass die Aufhebung der Strafzölle doch ein Segen für den internationalen Handel wäre. Ja, aber nicht für die USA. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Statistiken, die zeigen, dass die vorläufig teure Produktion in anderen Ländern, inklusive innerhalb den USA, mittelfristig vorteilhaft für die Wirtschaft der USA ist.

Ich bin in einer Welt aufgewachsen, in der die USA für uns in Deutschland ein Sorglospaket aufgelegt hatte. Die USA konnte es sich damals leisten und es war auch in ihrem Interesse. Beides hat sich inzwischen geändert: Weder können die USA sich das teure Engagement in Deutschland noch leisten, noch liegt der Fokus der USA auf dem Widerstand gegen Russland: China ist inzwischen bedrohlicher.

Ich tue mich schwer, die USA dafür zu schelten, dass sich ihre Situation verändert hat. Und ich tue mich ebenfalls schwer, mich gleich den Chinesen an den Hals zu werfen - wie es viele Kritiker der USA tun.

Vielmehr betrachte ich Donald Trump als jemanden, der in erster Linie die alten Strukturen der vergangenen Jahrzehnte aufbricht, zerstört, einfach kaputt haut. In den ersten vier Jahren hat er - so betrachtet - viel erreicht. Für die Zeit nach Trump wünsche ich mir einen Typ Obama: Guter moralischer Kompass, leider wirkungslos in der Zeit vor Donald Trump, da die alten Strukturen zu festgefahren waren.

Kann Donald Trump neue Strukturen aufbauen? Hoffentlich nicht. Ich möchte nicht in einer Welt leben, die nach den Werten des Donald Trump ausgerichtet ist.

Ist es also schon an der Zeit für einen Nachfolger von Donald Trump? Hmm, wenn ich mir Joe Biden anschaue, würde ich lieber noch ein wenig warten. Wenn ich mir die Auseinandersetzung mit China anschaue, würde ich ebenfalls lieber noch ein wenig warten. Wenn ich mir die Zerstörungswut des Donald Trump anschaue, wird mir bange, ob wir das weitere vier Jahre aushalten können.

Schwer zu entscheiden. Schwer. Vielleicht verstehen Sie dadurch, warum ich manchmal in Teilbereichen pro Trump schreibe: Es ist in meinen Augen bei weitem nicht so eindeutig, wie es in der deutschen Presse seit vier Jahren stets dargestellt wird.

Ich werde weiterhin kritisch und mit Fokus auf Chancen für uns Investoren über den US-Wahlkampf berichten. Auf der Webseite meines Heibel-Ticker Börsenbrief können Sie meine bisherigen Ausgaben finden bzw. sich für neue wöchentliche Ausgaben per E-Mail anmelden: heibel-ticker.de/infos

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