Kolumnist: Stock-World Redaktion

Trader sind keine Wahrsager




13.10.21 12:51
Stock-World Redaktion

Egal was Ihnen technische Analysten oder andere Gurus erzählen mögen, die Börsenkurse  sind nicht vorherzusagen. Von niemandem, egal wie viel Erfahrung dieser Mensch besitzt oder wie viel Ansehen er genießt.

Ich bin immer wieder über die Dreistigkeit von Menschen erstaunt, die öffentliche Prognosen über den Marktverlauf abgeben. Liegen sie falsch, kräht später kein Hahn mehr danach. Finden sie durch Zufall die Perle in der Auster, gelten sie als Helden und werden von den Börsen als Hellseher verehrt.

Angehende Trader wollen dieses böse Spiel einfach nicht durchschauen und hängen diesen Möchtegern – Gurus an den Lippen oder verschlingen tonnenweise Fachliteratur über technische Analyse. Sie suchen den heiligen Gral, die Methode oder den Trick, der es ihnen ermöglicht, in die Zukunft zu blicken, um daraus einen Vorteil zu ziehen. Ich erlebe bei meinen Seminaren immer wieder, wie erstaunt die Teilnehmer sind, wenn ich ihnen sage, dass erfolgreiches Trading nicht bedeutet, wahrsagen zu können. Grundsätzlich würde es nichts ausmachen, wenn ein Spekulant denkt, er könne die Kurse vorhersagen. Sichert er sich ab, macht es nichts wenn er falsche Prognosen stellt. Das Problem liegt jedoch in den damit verbundenen Erwartungen eines Traders, und die werden ihm die Suppe versalzen.

Was passiert mit jemand, der etwas erwartet, was später nicht eintritt? Es weckt negative Emotionen wie Enttäuschung, Schmerz, Trauer oder Wut in ihm. Natürlich will man diese Gefühle vermeiden, denn mit Wut im Bauch tradet es sich schlecht. Da die Märkte aber nicht zu prognostizieren sind, wird der Trader immer wieder mit diesen Emotionen konfrontiert. Das geht solange bis er begreift, dass jegliche Versuche in diese Richtung zwecklos sind.


Doch die meisten Spekulanten können sich damit nicht abfinden und versuchen immer wieder den Hellseher zu spielen. Betrachtet man das Gesetz der Wahrscheinlichkeit, werden sie in cirka 50% aller Fälle Recht haben. Und die 50% wo sie falsch liegen, bereiten ihnen große mentale Probleme. Weil aber niemand diese negativen Gefühle gerne erleidet, wird diese Person damit beginnen, während des Tradings Handlungen zu setzen, um diesen Emotionen aus dem Weg zu gehen. Daraus resultieren in den meisten Fällen die typischen Tradingfehler. Ein paar Beispiele gefällig?

Man versucht zu retten, was übrig geblieben ist und zieht den Stopp zu eng nach. Aus Gier springt man auf einen Zug auf, der schon längst abgefahren ist, und stürzt wenig später damit von der Klippe. Man lässt sich aus Angst vor Verlust Nummer 5 in Folge derart aus der Fassung bringen, dass man den Stopp löscht und daraufhin noch höhere Verluste realisieren muss. Anstatt Geduld zu üben wird man aktiv. Da es aber keine angebrachte Handlung gibt, außer beim gewohnten Regelwerk zu bleiben, begeht der Trader eine Dummheit nach der anderen. Man ist von seinen Emotionen gesteuert und die vernebeln dem Spekulanten das Urteilsvermögen.


Versucht ein Trader hingegen in Wahrscheinlichkeiten zu denken und unterlässt jegliche Prognose, kann er mental mit seinen Positionen besser umgehen. Er wird zum effizienteren Riskmanager und lässt sich weder von seiner Vergangenheit (den letzten Verlusten) noch von seinen Erwartungen an die Zukunft (er hat keine Meinung über den Kursverlauf) beeinflussen. Er achtet alleine darauf, seinem Regelwerk zu folgen, und das bei jedem Trade, auch wenn diesmal alles anders scheint. In Wahrheit ist es rückblickend betrachtet doch wie immer. Man ärgert sich, weil man nicht die Disziplin hatte, sich an seine Regeln zu halten.


Autor: Thomas Vittner - Weitere Artikel von Thomas Vittner finden Sie HIER



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