Kolumnist: Christian Grabbe

Staatsschuldenkrise verspricht weiter steigenden Goldpreis




06.10.11 14:49
Christian Grabbe



Kurseinbruch von 15 Prozent beim Gold. Ermäßigtes Preisniveau bietet Chancen zum Einstieg mit Derivaten.


 


Gold hat einen Teil seines Glanzes verloren. Nach dem Allzeithoch von 1.921 Dollar je Unze stürzte der Kurs des Edelmetalls auf 1.532 Dollar. Zuletzt notierte das wertvolle Edelmetall bei rund 1.612 Dollar, was einem Fall von 15 Prozent vom Wochenhoch bis zum Wochentief entspricht. Noch ärger erwischte es Silber. Die Unze fiel von 40,7Dollar auf 26,15 Dollar im Tief. Vom Wochenhoch bis zum Wochentief betrug die Spanne 22 Prozent.


 


Ein ganzes Bündel an Ursachen wird für den dramatischen Einbruch des Goldpreises verantwortlich gemacht. Der Anstieg des Dollarkurses bis auf 1,34 Dollar, die nachgebende Inflationserwartung durch eine Abkühlung der Konjunktur sowie die Erhöhung der Sicherheitsleistungen (Margin) an den Terminmärkten bei den  Edelmetallkontrakten lösten im asiatischen Handel Verkäufe aus. Hedgefonds und institutionelle Investoren liquidierten teilweise ihre im Gewinn liegenden Goldpositionen, um Verluste in den anderen Portfoliobereichen auszugleichen. Im europäischen Handel griffen die Anleger dann auf dem ermäßigten Preisniveau wieder zu, sodass sich der Goldpreis nachfolgend bis auf 1.671 Dollar erholen konnte. Interessant ist, dass der Goldpreis auf seinem Aufwärtstrend, den er im Oktober vergangenen Jahres etabliert hat, drehte. Die großen Gold-ETF waren nicht auf der Verkäuferseite. So lag der Edelmetallbestand des SPDR Gold ETF nur 0,4 Prozent unter dem Vortag.


 


Nach Ansicht der Rohstoffanalysten der DZ Bank finden sich Parallelen im Herbst 2008 nach der Insolvenz des US-Investmenthauses Lehman Brothers. Die Feinunze ging in eine vierwöchige Konsolidierung über, bei der es zu einem Kursrückgang von mehr als 20 Prozent kam. Die Analysten der Genossenschaftsbank verwiesen auf den ausgeprägten Optimismus im Vorfeld, der vor einer nahenden Korrektur warnte. Eine Reihe von Analysten und Anlegern geht davon aus, dass die Goldhausse beendet sein könnte. Diese Meinung teilen aber viele Anleger nicht. Nach einem Einbruch von gut 18 Prozent sehen die Analysten der DZ Bank das Abwärtspotenzial als begrenzt an. Im Herbst 2008 reagierte die Feinunze um rund 20 Prozent nach unten.


 


Viele Analysten erwarten, dass der Goldpreis nach einer mehrwöchigen Konsolidierung wieder seinen Aufwärtstrend aufnehmen wird. Neben der Nachfrage nach ETF durch die Notenbanken und Investoren sowie die Hochzeitssaison in Indien sprechen die eskalierende Staatsschuldenkrise und die Geldpolitik der Notenbanken auf beiden Seiten des Atlantiks für steigende Edelmetallnotierungen. Die aktuellen Edelmetallkurse bieten auf dem ermäßigten Niveau sicherlich eine Kaufgelegenheit. Die DZ Bank-Analysten hatten bereits im Vorfeld der Ereignisse ihre Prognose für das vierte Quartal 2011 und das Jahr 2012 auf 1.850 Dollar bzw. 1.950 Dollar angehoben. Die Deutsche Börse sieht ebenfalls Aufwärtspotenzial für das gelbe Edelmetall. Die Analysten wären erst bei 2.175 Dollar je Unze nervös. Für Silber sehen die Aussichten wegen der industriellen Nutzung schlechter aus. Wegen der Prognose einer Abschwächung der Weltkonjunktur hat die DZ Bank ihre Prognose für das vierte Quartal 2012 von 44,5 auf 38 Dollar ermäßigt.


 


Für Anleger, die von einem weiteren Anstieg des Goldpreises ausgehen, bieten sich Produkte mit physischer Hinterlegung des Edelmetalls an, wie beispielsweise das Xetra-Gold von Deutsche Börse Commodities (DE000A0S9GB0). Dabei handelt es sich um das am häufigsten gehandelte Gold-Produkt an der Deutschen Börse. Es ist eine physisch gedeckte Schuldverschreibung in Form einer Nullkuponanleihe. Jeder Anteil verbrieft einen Lieferanspruch auf 1 Gramm des Edelmetalls. Die Kosten bei Auslieferung entsprechen der Handelsspanne, die beim Direkterwerb von Gold anfällt. In den vergangenen zwölf Monaten kam Xetra-Gold trotz der heftigen Korrektur immer noch auf eine Performance von 25 Prozent, über drei Monate lag das Plus bei 15,3 Prozent. Für Anleger, die den Goldpreis in Dollar hebeln wollen, bietet die Commerzbank einen Turbo-Bull an (DE000CK4ETU5), bei dem Basispreis und Knock-out-Schwelle bei 1.550 Dollar liegen. Der Hebel beträgt hier 26. Aufgrund des Totalverlustrisikos sollten Anleger bei diesem Produkt ein strenges Risikomanagement mit Stop-Loss durchführen.


 


Für Anleger, die wegen der eskalierenden Staatsschuldenkrisen von einem weiteren Anstieg des Goldpreises ausgehen, aber Währungsrisiken ausschalten wollen, bietet die Commerzbank ein Unlimited Turbozertifikat Long auf das Edelmetall mit einer Währungsabsicherung an (DE000CK27MK7). Das Produkt partizipiert mit einem Hebel von 20,5 an den Kursbewegungen von Gold. Das Knock-out-Level liegt bei 1.531 Dollar. Auch hier ist ein strenges Risikomanagement notwendig, da sonst der Totalverlust droht. Für Anleger, die auf einen weiteren Anstieg von Silber setzen wollen, bietet Macquarie einen Turbo-Call auf das Edelmetall an (DE000MQ4FF91). Die Laufzeit ist auf den 29. Dezember limitiert, der Basispreis und der Knock-out liegen bei 26 Dollar. Das Produkt hebelt die Bewegungen des Unzenpreises mit dem Faktor 7.


 


Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse.


 


 


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