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Kolumnist: D. Kirschbaum

So reagieren sie richtig! (4)




07.07.06 13:46
D. Kirschbaum

Optionsschein ist nicht gleich Optionsschein - Wer sich für Optionsscheine interessiert, hat die Qual der Wahl: Allein in Deutschland werden beispielsweise etwa 15.000 Optionsscheine gehandelt - Tendenz steigend. Und selbst bei gleichem Basiswert und gleichem Optionsschein-Typ gilt: Optionsschein ist nicht gleich Optionsschein. Die Schwankungen sowohl des Inneren Wertes als auch des Zeitwertes können je nach Basispreis und Restlaufzeit des Scheins sowie angenommener Volatilität des zugrunde liegenden Basiswertes sehr unterschiedlich sein.

 


Bevor Sie einen Optionsschein auswählen, sollten Sie daher schon eine recht genaue Vorstellung davon haben, wie sich Ihr Schein verhalten soll: Wie stark soll er auf Kursveränderungen des Basiswertes bzw. die Verkürzung der Restlaufzeit reagieren? Welche Auswirkungen darf eine Veränderung der Volatilität des Basiswertes oder eine Veränderung des Zinsniveaus haben?


 


Für Sie als Anleger stellt sich dann natürlich die entscheidende Frage: Woran kann ich denn erkennen, wie ein bestimmter Schein von derartigen Schwankungen betroffen ist? Und wie wähle ich aus der Vielzahl der angebotenen Scheine diejenigen aus, die meinen Vorstellungen entsprechen? Nun, ein Patentrezept gibt es dafür leider nicht. In den folgenden Punkten stellen wir Ihnen aber eine Reihe von Kennzahlen vor, mit deren Hilfe Sie die Zahl der in Frage kommenden Optionsscheine schon erheblich eingrenzen können.


 


a) Kursschwankungen: Die Kennzahl “Delta” (siehe Beitrag vom 27.03.2006)


b) Die Uhr tickt: Die Kennzahl „Theta“ (siehe Beitrag vom 28.04.2006)

c) Schwankungen der Volatilität: Die Kennzahl “Vega” (siehe Beitrag vom 25.05.2006)


 


d) Zinsschwankungen - Die Kennzahl Rho


 


Der letzte Einflussfaktor auf den Optionsscheinpreis ist das Zinsniveau. Auch den Einfluss von Zinsänderungen auf den Wert Ihres Optionsscheins können Sie anhand einer Kennzahl abschätzen, nämlich mit Hilfe des Rho.


 


Das Rho gibt die Veränderung des Optionsscheinpreises bei einer Änderung des Zinsniveaus an. Besitzt ein Optionsschein ein Bezugsverhältnis von 1:1, können Sie anhand des Rho erkennen, wie sich der Faire Wert des Optionsscheins verändert, wenn sich der risikolose Zins um 100 Basispunkte, also um einen Prozentpunkt ändert. Bei einem abweichenden Bezugsverhältnis muss das Rho ent-sprechend dividiert bzw. multipliziert werden.


 


Das Rho eines Call-Optionsscheins ist stets positiv, weil der Wert eines Calls mit steigendem Zinsni-veau ebenfalls zunimmt. Bei einem Put-Optionsschein hingegen ist das Rho immer negativ, weil ein Put mit steigenden Zinsen an Wert verliert.


 


Wir haben schon erwähnt, dass die Volatilität und die Restlaufzeit den größten Einfluss auf den Zeitwert haben. Das Zinsniveau hat einen weitaus geringeren Einfluss. Demzufolge ist das Rho auch keine so wichtige Kennzahl bei der Auswahl und Beurteilung von Optionsscheinen. Dennoch kann auch sie Ihnen eine Hilfestellung bei der Auswahl der für Sie geeigneten Optionsscheine bieten.


 


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