Kolumnist: Christian Grabbe

Mit Sicherheitspuffer durch turbulente Marktphasen




04.11.11 15:28
Christian Grabbe

Trotz guter Ergebnisse beim EU-Gipfel ist die Lage an den Märkten weiter unsicher. Anleger misstrauen Italien. Bonus-Pro-Zertifikate ohne Cap bieten Schutz in volatilen Zeiten. Barriere ist erst am Ende scharf.


 


Mit großen Kurssprüngen an den Aktienmärkten und beim Euro wurden in der vergangenen Woche die EU-Gipfelbeschlüsse von Brüssel gefeiert. Der DAX und der Euro STOXX 50 legten mehr als fünf Prozent zu. Am Ende blieb dem deutschen Leitindex eine Wochenperformance von 6,3 Prozent. Der VDAX, das Angstbarometer der Anleger, das sich aus den Optionen auf den DAX errechnet, rutschte von 40 Prozent auf 27 Prozent ab.


 


Doch diese Zahlen täuschen über die Misere bei der europäischen Staatsschuldenkrise hinweg. Die Hoffnung auf ein Ende der Krise währte nicht einmal 24 Stunden. Die Kurssteigerungen waren nach Meinung von Händlern keine echten Anlagekäufe, sondern wurden offensichtlich durch das Schließen von Leerverkaufspositionen verursacht. Bereits einen Tag später gingen die Märkte wieder zur Tagesordnung über und verzeichneten leichte Verluste. Die Versteigerung italienischer Anleihen wurde von den Anlegern mit Enttäuschung aufgenommen. Erst mit einer Rendite von 6,06 Prozent konnten die zehnjährigen Staatsanleihen an den Mann gebracht werden. Die Anleger zeigten sich misstrauisch, dass Premierminister Silvio Berlusconi seine Reformankündigungen umsetzt. Andernfalls dürfte das kommende Jahr zu einem Fiasko für Italien werden. Nach einer Analyse der DZ Bank werden 2012 italienische Staatsanleihen über 192Mrd. Euro und Geldmarktpapiere von mehr als 108Mrd. Euro fällig. Darüber hinaus kommen Zinszahlungen und die Finanzierung der Neuverschuldung von 53 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich entsprechend der Analyse der DZ Bank eine Neuverschuldung von 406 Mrd. Euro. Kein Wunder also, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble vor zu großer Gipfeleuphorie warnt. Seiner Meinung nach muss das Land unter der Regierung von Silvio Berlusconi zunächst das Haushaltsdefizit deutlich senken, den Schuldenstand drücken und die Wachstumskräfte stärken.


 


Nach der Erleichterungsrallye stellt sich die Frage, wie es an den Märkten weitergeht. Für Charttechniker ist es positiv, dass der DAX den Widerstand bei 6.283 Punkten hinter sich lassen konnte und so 50 Prozent der bisherigen Baisseverluste ausgleichen konnte. Darüber gibt es Widerstände im Bereich von 6.330 bis 6.380 und 6.500 Punkten. Unterstützung für den deutschen Aktienmarkt könnte es von der Quartalsberichtsaison auf beiden Seiten des Atlantiks geben oder gar die Andeutung der US-Notenbank, schon bald mit einer neuen Lockerung der Geldpolitik durch den Rückkauf von Staatsanleihen (Quantitative Easing) zu beginnen.


 


Die Unsicherheit an den Aktienmärkten macht Bonusstrukturen attraktiv. Dabei sind Papiere besonders von Interesse, bei denen es bei einem geringen Anstieg der Volatilität nicht zu einem Schwellenereignis kommt. Bei vielen der klassischen Bonuszertifikate ist es vor allem Ende August/Anfang September durch den Kurseinbruch zu einer Verletzung der Schwelle gekommen, so dass die Papiere ihren Bonus-Anspruch verloren haben.


 


Eine Alternative sind Bonus-Pro-Strukturen. Die Royal Bank of Scotland hat jüngst zwei Index-Bonus-Pro-Zertifikate auf den Euro STOXX 50 aufgelegt, bei denen die Barriere erst zum Laufzeitende gültig ist und ein Anstieg nicht durch einen Cap limitiert wird. Bei dem Produkt mit der Laufzeit bis zum Juni 2013 (DE000AA3Y2K8) liegt die Barriere bei 1.650 Punkten und damit rund 26,5 Prozent unter dem aktuellen Kurs des europäischen Leitindex. Das Bonus-Niveau liegt bei 2.600 Punkten, was einer Rendite von 6,7 Prozent entspricht. Allerdings partizipiert der Anleger uneingeschränkt an einem weiteren Anstieg des Euro STOXX 50 in den kommenden Jahren. Kurseinbrüche vor dem Laufzeitende muss der Anleger nicht befürchten, da die Barriere erst am 21.März 2013 wirksam ist. Erst wenn der Leitindex unter dem Niveau von 1.650 Punkten notiert, kommt es zum Schwellenereignis.


 


Bei dem Papier mit der längeren Laufzeit bis zum Dezember 2013 (DE000AA3Y2L6) liegt das Bonus-Level bei 2.700 Zählern, die Barriere ebenfalls bei 1.650 Zählern. Die Bonus-Rendite liegt aktuell bei 10,3 Prozent. Auch hier ist die Barriere erst am Ende der Laufzeit, dem 20. Dezember 2013, scharf gestellt. Unterschreitet der Index während der Laufzeit die Barriere, bleibt dem Anleger trotzdem das Recht auf die Bonuszahlung erhalten. Auch hier wird ein weiterer Anstieg über das Bonus-Level von 2.700 Punkten nicht limitiert.


 


Für den DAX bietet die Commerzbank ein Bonus-Pro-Zertifikat (DE000CK2LVB0) an, das mit einer Barriere von 4.950 Punkten ausgestattet ist, die rund 22 Prozent unter dem aktuellen Indexkurs steht. Das Bonus-Level liegt bei 6.950 Punkten, sodass die Bonus-Rendite bei 13,1 Prozent bzw. 11,2 Prozent p.a. liegt. Die Barriere ist zwischen dem 20.09.2012 und dem Ende der Laufzeit, dem 20.12.2012, für das Schwellenereignis relevant und sollte während dieses Zeitraums nicht verletzt werden. Für Anleger, die keine Verluste in Kauf nehmen wollen, bietet Goldman Sachs ein Kapitalschutzzertifikat (DE000GS7JCE5) in der Zeichnungsfrist bis zum 4. November (siehe Seite 3) an, das eins zu eins an der Entwicklung des Euro STOXX 50 partiziert. Mit dem Zertifikat nimmt der Anleger unbegrenzt an steigenden Kursen des Index teil. Gleichzeitig verhindert der Kapitalschutz des Zertifikates einen Verlust der Investition. Das Zertifikat wird am Ende der Laufzeit mindestens zu 100 Euro pro Zertifikat zurückgezahlt.


 


Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse.


 


 


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