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Kolumnist: Feingold-Research

Servicecheck – so kaufen Sie Aktien, Fonds, ETFs richtig




14.11.21 09:31
Feingold-Research

Keine Zinsen, hohe Gebühren – wohin mit meinem Geld? Diese Frage stellen sich zum Glück doch immer mehr Bundesbürger was zugleich bedeutet, dass viele Menschen Geld zum Anlegen übrig haben. Doch wie und wo kann man investieren, wo spart man Gebühren und wo ist man gut bedient? Dieser Frage geht Feingold Research jedes Jahr nach und die Servicestudie 2021 bringt spannende Entwicklungen.



 


Offenbar war erst ein Crash notwendig, um auch die Deutschen von Aktien zu begeistern. Seit dem Corona-Tief im März 2020 hat sich der DAX ungefähr verdoppelt, die Rally hat vor allem viele junge Menschen an die Börse gelockt. Vor allem der Zertifikate-Bereich erfährt seitdem einen starken Auftrieb. Über die zahlreichen Lösungen und Strukturen agieren Privatanleger in Deutschland auf Augenhöhe mit den Profis. Wir haben in unserem Anbieter-Check aber nicht nur das Angebot unter die Lupe genommen, sondern auch den Servicebereich sowie die Handelsqualität berücksichtigt. Gerade in turbulenten Phasen ist eine verlässliche Kursstellung wichtig.


 


Emittenten überzeugen mit Innovationen


 


Vontobel gewinnt vor allem junge Anleger mit ihrem breiten Angebot an Kryptowährungen und bieten hier ein Alleinstellungsmerkmal. Je volatiler der Bitcoin, desto eher ist er gesucht – diese Losung gilt seit Jahren. Derzeit lassen sich Ether und Bitcoin via Index-Zertifikat abbilden. Trader können mit moderaten Hebeln auch Turbos handeln. Weitere Basiswerte sind laut Emittent in Planung. Die komplizierte Eröffnung einer digitalen Krypto-Wallet entfällt, das Zertifikat ist börsentäglich handelbar.


 


Ebenfalls zugenommen hat das Angebot an Index-Zertifikaten, mit denen die Anbieter auf neue Trends setzen. Ebenfalls Vontobel bietet mehrere Zertifikate auf Technologie- und Umwelt-Trends an, UniCredit hat ein ZeroPlastic-Zertifikat herausgebracht, andere Anbieter gehen den selben Weg. Hier agieren die Emittenten flexibel, während sich die Fondsbranche traditionell eher schwerfällig zeigt und mehr Zeit zur Umsetzung benötigt. Mittlerweile haben die Anleger auch Zugriff auf exotische Newcomer-Aktien aus den USA oder Asien. Besonders die amerikanischen Anbieter wie Morgan Stanley bieten ein breites Angebot auf volatile Aktien aus dem Bereich Wasserstoff oder Erneuerbare Energien.


Wichtig ist für Anleger auch und besonders die Handelsqualität. Der Kauf der Produkte sollte jederzeit möglich sein, aber natürlich auch der Verkauf. Goldman Sachs etwa kann bei der Handelsqualität nicht mithalten. In unserem Test fiel der Emittent beispielsweise jüngst bei der Kapitalerhöhung der Lufthansa durch. Der beliebte Basiswert war lange bei den Amerikanern nicht handelbar, bei fast allen anderen Anbietern sah dies wesentlich besser aus. HSBC zeigte 2021 mehrmals auffällige Sprünge bei der Preisstellung von Optionsscheinen und der Anpassung der Volatilitätskomponente.


Bei allen anderen großen Anbietern lag die Handelsqualität im Test im guten bis sehr guten Bereich. Überzeugt hat uns der Emittent BNP Paribas, der nicht immer zu den günstigsten gehört, jedoch ein breites und verlässliches Angebot bietet. Profi-Produkte für PrivatanlegerAusgeweitet haben der französische Konkurrent Société Generale, sowie die UBS und Citigroup ihr Angebot. Als Full-Service-Anbieter überzeugte die Société Generale im Bereich der exotischen Optionsscheine, in dem man gemeinsam mit Unicredit Marktführer ist und einen verlässlichen Handel zur Verfügung stellt. Die Societe Generale hatte jüngst ihr Geschäft in Deutschland mit der Commerzbank fusioniert. Anleger erhalten somit Zugang zu „Profi-Produkten“. Bei Vermögensverwaltern besonders beliebt sind Discount-Optionsscheine.Bei diesen spannenden Papieren hat vor allem die Citigroup an ihrer Angebotspalette gefeilt.


Morgan Stanley bietet ein großes Angebot auf Aktien, während die genossenschaftliche DZ Bank mit breitem Servicebereich und wöchentlichen Webinaren überzeugt. Eher auf die Stelle tritt die HSBC, die weniger innovativ sind und beim Pricing eher zu den teuren Anbietern gehören.


Nur wenige Fondsmanager sind Ihr Geld wert


Deutliche Veränderungen gab es auch bei den Marktanteilen in der Fondsindustrie. Anleger schauen inzwischen genauer hin und sind nicht mehr bereit, für schwache Qualität zu bezahlen. Nur wenige Anbieter haben die Corona-Herausforderungen gut gemeistert. Untersuchungen zeigen, dass sich der meist enge Kontakt der Experten zu den Unternehmen und die besseren Zugänge zu Informationen nicht auszahlen. So haben viele Fondsmanager während des Corona-Absturzes nur langsam Absicherungen aufgenommen und in die V-förmige Erholung zu spät ihre Engagements wieder erhöht.


Die Folge: In der turbulenten Marktphase im Vorjahr übertrafen nur rund ein Drittel der aktiven Fonds mit Fokus auf deutsche Aktien den DAX. Selbst im eher ruhigen Börsenjahr 2021 sieht es nicht besser aus, wie aktuelle Auswertungen zeigen. In den ersten sechs Monaten blieben gut 60 Prozent der aktiv verwalteten deutschen Aktienfonds hinter ihrer Benchmark zurück. Über den Zeitraum von fünf und zehn Jahren fällt die Quote sogar noch schlechter aus. Für Anleger wird die Suche nach einem über viele Jahre guten Fonds damit ähnlich herausfordernd wie das Aufspüren aussichtsreicher Aktien.


Zu den großen Gewinnern zählt dank der breiten Angebotspalette und guter Wertentwicklung die Kapitalverwaltungsgesellschaft Acatis von Hendrik Leber. In den vergangenen Monaten sind die verwalteten Gelder bei den Frankfurtern stark gestiegen. Neben der generell guten Performance sowohl in turbulenten Zeiten als auch in ruhigeren Phasen zeigte Leber vor allem mit seinen Spezialfonds, dass er sein Handwerk versteht.


So setzte er bereits frühzeitig auf Highflyer wie Biontech und den Bitcoin. Beide zählen zu den volatilsten Werten, entsprechend wichtig ist ein gutes Timing.


Seit Jahrzehnten etablierte Fondsanbieter wie Carmignac und Flossbach von Storch erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. Allerdings liegt dies nicht an einer herausragenden Performance sondern an der Tatsache, dass die Branche dank der weltweiten Aktien-Hausse von den kräftig gestiegen Mittelzuflüssen profitierte.


ETFs – Trends geben die Richtung vor


ETFs haben auch in diesem Jahr einen starken Zuspruch erfahren. Die Anbieter stellen Anleger ebenfalls ein großes Informationsangebot zur Verfügung. Der ETF an sich ist einfach gestrickt und folgt der positiven wie negativen Performance eines Basiswertes wie etwa einem Index. Abweichungen vom Index sind gering, was auf die Konstruktion und geringen Kosten von ETFs zurückzuführen ist. Zwei Themen aus der der ETF-Branche gewinnen bei Anlegern zunehmend an Bedeutung: Megatrends und nachhaltigen Investments.


Das Informationsangebot ist bei vielen Anbietern sehr groß. Wir stellen hier die wichtigsten Anbieter vor: Auf hohem Niveau hält sich der französische ETF-Anbieter Lyxor, der demnächst mit Amundi zusammengehen wird. Die Homepage ist modern und übersichtlich aufgebaut und mit großzügigen Bildern versehen. Gleiches gilt für die Navigation, das sehr große Angebot ist leicht auffindbar. Farblich sehr bunt präsentiert sich die Homepage von iShares. Mit wenigen Reitern steckt iShares seine Themen ab: Produkte, Anlegen, Märkte und Wissen. Positiv ist im Test die Informationsvielfalt aufgefallen, die über Unterseiten und Landingpages zur Verfügung gestellt wird.


Sehr aufgeräumt erscheint auch die Homepage von Fidelity-ETFs. Mit wenigen Klicks lassen sich alle Informationen abrufen. Das bekannte Fondshaus bietet seit einiger Zeit auch ETFs an. Ihre ETF-Familie ist auf zwei Kernbereiche fokussiert: Nachhaltigkeits-ETFs sowie Ertragsorientierte ETFs. Nachhaltigkeit ist auch bei xtrackers ein großes Thema, allerdings wirkt die Homepage etwas unsortiert. Die Informationsvielfalt ist bei xtrackers ebenfalls groß.


Preislich sind die Unterschiede der beschriebenen Anbieter meist sehr gering, allerdings können sich auch kleine Unterschiede langfristig der Performance niederschlagen. Daher lohnt sich ein Preisvergleich von vergleichbaren ETFs der vier Anbieter.


Brokerlandschaft durchgemischt


Ein separates Feld ist die Frage, wo man kostengünstig seine Order platzieren und abwickeln kann. Unter den etablierten Brokern lässt bezogen auf Preis, Angebotspalette und Servicequalität eToro die Konkurrenz erneut hinter sich. Auch der Kryptosektor wird von diesem Anbieter breit bearbeitet und von den Kunden honoriert, dazu gibt es alles was man sich rund um Aktien und ETFs wünscht. Recht neu in Deutschland aber spannend mit einem Flatrate-Modell unterwegs ist RoboMarkets, die außerhalb Deutschlands schon eine große Reichweite haben und hierzulande preisoffensiv unterwegs sind. Schlussendlich aber steht mit dem Smartbroker eine Adresse bereit, die nicht nur preislich Trade Republic mächtig zu schaffen machen könnte, sondern schon jetzt mit Gebührenmodell und Kundenfeedback überzeugt. Mit Gettex am Börsenplatz München sowie Lang & Schwarz hat man zudem zwei starke Partner an Bord, wenn es um die verfügbaren Handelsplätze geht. Fondssparpläne sind komplett kostenfrei, weshalb man auch eher konservative Anleger ebenso anspricht wie erfahren Derivate-Trader. Gerade dieser Mix könnte Smartbroker noch helfen, finden sich bei Trade Republic doch eher junge Zocker der Generation „Robinhood“ und dieser Ansatz muss nicht jedes Jahr zwingend funktionieren.



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