Erweiterte Funktionen


Kolumnist: Markus Fugmann

Der Schweizer Franken wertet massiv ab – was ist da los?




30.07.17 09:49
Markus Fugmann

Still und heimlich, von der Öffentlichkeit (in Deutschland) kaum wahrgenommen ist der Schweizer Franken im Sinkflug! Es zeichnet sich ab, dass der Franken zum US-Dollar in dieser Woche seinen größten Wochenverlust seit fast zwei Jahren erleidet, aber der Franken fällt vor allem auch zum Euro drastisch:


 


usdchf28.07.17


(Dollar- Franken)


 


eurchf28.07.17


(Euro-Franken)


 


Und das unter auffällig hohem Volumen im asiatischen Handel heute Nacht: so war das Handelsvolumen bei Euro-Franken in Asien heute Nacht sechsmal so hoch wie durchschnittlich, bei Euro-Franken sogar elfmal so hoch. Da war also kein „Kleingeld“ am Werk!


Was ist da los? Ist da vielleicht wieder einmal die Schweizer Notenbank SNB am Werk, die natürlich ein Interesse an der Abwertung des Franken hat, um die für die Schweiz sehr wichtige Exportindustrie zu unterstützen. Die SNB hatte bekanntlich lange den Mindest-Kurs des Euro-Franken bei 1,20 garantiert – und durch dessen völlig überraschende Aufhebung im Januar für schwere Turbulenzen an den Märkten gesorgt – der größte Retail-Broker der USA, FXCM, geriet damals in Schieflage und konnte sich nur durch teure Notkredite retten.


Doch diesmal scheint die SNB unverdächtig zu sein – es gibt andere Faktoren, die die Schwäche des Franken erklären. Zunächst, bei Euro-Franken, die charttechnische Ausgangssituation mit dem Bruch der 1,10er-Marke. Für diesen Bruch haben offenkundig, so heißt es seitens gut informierter Kreise, Quant-Handelsmodelle mit großer Finanz-Power gesorgt und damit wichtige Options-Niveaus überrannt. Nun ist Euro-Franken das erste Mal seit dem September 2008 wieder über seine 200-Tagelinie gestiegen, was weitere Kapitalflüsse nach sich ziehen dürfte von Handelssystemen.


Aber es gibt noch einen andere Grund für die Franken-Schwäche: man spielt seitens großer Investoren den Franken auf der Short-Seite vor allem gegenüber dem Euro, weil man nun davon überzeugt ist, dass die Perspektive für die Eurozone sich politisch wie auch ökonomisch stark aufgehellt hat. Man verkauft also den „sicheren Hafen“ Franken – und kauft im Gegenzug die Hoffnung auf Wachstum und Stabilität in der Eurozone. Was beim Dax nicht gelingt – nämlich von der neuen positiven Haltung gegenüber Europa seitens internationaler Investoren zu profitieren – das gelingt dem Euro auf Kosten des Schweizer Franken.
 


Quelle: finanzmarktwelt.de



powered by stock-world.de




 

 

Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...