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Kolumnist: Sven Weisenhaus

Schwache Konjunkturdaten und hohe Liquidität - ein Déjà-vu!




02.04.12 07:07
Sven Weisenhaus

die jüngsten US-Konjunkturdaten haben zwar teilweise etwas Schwäche gezeigt, doch die vielen Dollars und Euros der Notenbanken zwingen die Investoren praktisch in den Aktienmarkt, so dass die Kurse bislang ohne größere Pausen weiter gestiegen sind.


 


Schwache Konjunkturdaten und hohe Liquidität ein Déjà-vu!


 


Dieses Szenario von schwächeren Konjunkturdaten und hoher Liquidität hatten wir in der Vergangenheit schon einmal und wurden dann von einem Crash überrollt. Doch warum kam es eigentlich zu dem Crash im vergangenen Jahr?


 


Der Grund für den Crash in 2011


 


Gewöhnlich nimmt die Börse die wirtschaftliche Entwicklung ca. 6 Monate im Voraus vorweg. Schaut man sich die damaligen Wirtschaftsdaten an, so steuerten wir auf eine Rezession zu. Die Kurse hätten also schon längst entsprechend reagieren und fallen müssen. Dies wurde jedoch durch die Geldschwemme des Programms QE2 verhindert, da hierdurch massig neues Geld in die Märkte floss und die Kurse (künstlich) hoch hielt.


 


Das letzte Programm QE2 der US-Notenbank Fed endete im Juni 2011, nicht weit vor dem damaligen Crash, der im August startete. Mit dem Auslaufen von QE2 erfolgten die letzten Käufe. Kurz nachdem QE2 offiziell beendet war, stürzten auch die künstlich hoch gehaltenen Aktienkurse ab und lagen im Tief eventuell genau auf dem Niveau, welches auch erreicht worden wäre, wenn die Börse die wirtschaftliche Entwicklung, wie üblich im Rahmen eines Abwärtstrends, vorweg genommen hätte.


 


Dies ist meine Antwort auf die Frage, warum dieser Kurssturz so plötzlich kam. Bis heute gibt es keine Hinweise dafür, dass diese Erklärung falsch ist.


 


Situation von damals mit heute vergleichbar?


 


Fraglich ist nun, ob die Situation von damals mit der von heute vergleichbar ist. Und sie ist es tatsächlich zumindest in Teilen, so dass auch dieses Mal nur wenige Puzzlestücke fehlen, damit sich das Bild zu einem weiteren Crash zusammenfügt.


 


Liquiditätszufuhr eingestellt damals wie heute


 


Die Notenbanken haben kürzlich die Liquiditätszufuhr eingestellt. Die Notenbank Fed hat bislang kein QE3 aufgelegt und die EZB hat angekündigt, keinen weiteren 3-Jahres-Tender zu vergeben. Lediglich die nun vorhandene Liquidität soll im Markt verbleiben. Genau dies war auch damals der Fall. Aktuell findet das Geld aus dem letzten 3-Jahres-Tender noch den Weg in den Markt, doch woher sollen weiter steigende Kurse kommen, wenn dieses Geld angelegt ist?!


 


Fundamentale Daten passen nicht zu den Charts damals wie heute


 


Die Konjunkturdaten in Europa sind weiterhin schlecht. Ein Boden der Wirtschaft ist noch nicht erreicht. Kein gutes Futter für steigende Kurse. Ganz im Gegenteil. Auch hier passt der Kursanstieg nicht zu den fundamentalen Rahmenbedingungen genau wie damals. Nur waren es damals die schlechten Daten in den USA, heute sind es die aus Europa.


 


Konjunktur in den USA noch auf gutem Weg ein deutlicher Unterschied zu damals


 


Die Konjunktur in den USA sieht hingegen heute, im Gegensatz zu damals, deutlich besser aus. Allerdings mischen sich inzwischen einige schwarze Schafe unter die guten Daten. Als im Juli 2011 der Crash begann, lag ein Abwärtstrend in den Indikatoren vor und sie erreichten kurz darauf negative Werte. Davon sind wir aktuell noch weit entfernt. Aber wehe, wenn sich die dunklen Wolken am US-Konjunkturhimmel nun verdichten und sich erneut ein Abwärtstrend in den Daten etabliert. Dann sollten Sie alle Schäfchen ins Trockene bringen sprich, enge Stopps setzen.


 


Setzten Sie nicht allein auf Charttechnik! Durch die Geldpolitik kann diese aktuell, genau wie in 2011, verfälscht sein. Achten Sie besonders auf die fundamentalen US-Daten (oder lesen Sie meinen kostenlosen Newsletter Wave Daily, denn hier übernehme ich das für Sie)!


 


Bewertung von Aktien und Renten


 


Ich möchte noch zwei Dinge herausstellen, die ich damals bereits für die Zukunft prognostiziert hatte. So wies ich bereits am 22. August 2011auf folgendes hin:


  1. Sollte sich abzeichnen, dass die Wirtschaft ihren Tiefpunkt ansteuert, werden die Kurse wieder ansteigen. Spätestens dann wollte ich mein ganzes Vermögen auf Aktien setzen. Denn so eine Chance wie damals bot sich nur sehr selten. Vergleicht man das Kursniveau von DAX und Co mit den Kursen von damals, so stellt sich dieser Eindruck als 100%ig richtig heraus, während zu diesem Zeitpunkt kaum jemand an einen derartigen Kursaufschwung glaubte.
  2. Die Rentenmärkte waren unglaublich hoch bewertet. Bei einem Zinssatz von nur knapp über 2 % lag das KGV bei 48 !! Mir erschien der Aktienmarkt mit teilweise Dividendenrenditen von 7 oder 8 % damals deutlich interessanter. Die Situation ist auch heute noch unverändert. Der Rentenmarkt ist heute immer noch unglaublich hoch bewertet. 

 


Meinen Lesern Im WAVE DAILY hatte ich eine Tradingstrategie für diese Situation an die Hand gegeben. Hier waren inzwischen mehrfach Gewinne möglich.


 


Fazit


 


Sehen Sie diesen Beitrag nur als erste Warnung. Noch besteht kein Grund an meinen charttechnisch positiven Erwartungen zu rütteln. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und einige schlechte US-Konjunkturdaten machen noch keinen Abwärtstrend (oder gar Crash). Doch der DAX notiert inzwischen unter 7.000 Punkten und es hat sich ein kleiner Abwärtstrend seit dem 16. März etabliert. Meinen Lesern im WAVE DAILY hatte ich bereits zu Gewinnsicherungen geraten. Zu diesem Zeitpunkt notierte der DAX noch über 7.100 Punkten. Wer weiß, ob diese Warnung nicht bereits zum genau richtigen Zeitpunkt kam. Aber noch haben wir es nur mit einer Zwischenkorrektur zu tun, auf der zumindest aus charttechnischer Sicht noch steigende Kurse folgen sollten.


 


Die Situation ist gerade jetzt also extrem spannend. Korrektur oder neuer Abwärtstrend lautet nun die Frage. Die Marke von 6.430 Punkten im DAX muss in jedem Fall halten, um das Elliott-Wellen-Szenario im folgenden Chart nicht zu gefährden.


 



(Quelle: Tradesignalonline.com) DAX, Candlestick-Chart, Tageskerzen


 


 



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Ich wünsche Ihnen gute Gewinne
Sven Weisenhaus


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