Kolumnist: Feingold-Research

Die Schuldenkrise in der Peripherie schwelt weiter




20.04.17 07:46
Feingold-Research

Länder, wie Portugal, haben zuletzt etliche Fortschritte bei den Staatsfinanzen gemacht haben. Dennoch stehen Portugal, Spanien und besonders Griechenland weiterhin vor großen Herausforderungen, trotz aller positiver Signale (Anleger, die auf eine weitere positive Entwicklung von Griechenlands Wirtschaft setzen, schauen sich den ETF LYX0BF von Lyxor an). Wir analysieren, wie es den Ländern in den nächsten Jahren ergehen könnte. 

Alle Jahre wieder brauchen die Griechen frisches Geld und tauchen damit auf den Radarschirm der Investoren auf: Diesmal benötigt das Land sieben Mrd. Euro, werden doch im Juli Zahlungen für Anleihen in der Größenordnung fällig. Die internationalen Geldgeber fordern daher weitere Ausgabensenkungen von der griechischen Regierung, nicht zuletzt Rentenkürzungen. Das lehnt Ministerpräsident Alexis Tsipras aber ab. Investoren setzen dennoch darauf, dass es auch diesmal wieder zu einer Einigung zwischen den Geldgebern und der griechischen Regierung kommen wird.


GriechenDas spiegeln die Zinsen für zehnjährige Anleihen wieder, die zuletzt auf rund sieben Prozent gesunken sind. Dabei ist die Wirtschaft von einer Gesundung weiterhin weit entfernt. Vielmehr war die Wirtschaft im vierten Quartal 2016 um 1,2 Prozent gegenüber dem dritten Quartal geschrumpft. Das war der sechste Rückgang innerhalb der vergangenen zwölf Quartale – eine solide Konjunkturentwicklung schaut anders aus. Entsprechend schlecht steht es um die Staatsfinanzen. So waren die Staatsschulden zuletzt auf 326,4 Mrd. Euro gestiegen. Das sind rund 180 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung – das ist der mit weitem Abstand schlechteste Wert in der Euro-Zone.


Angesichts dieser Zahlen zweifeln viele Experten weiterhin stark, ob Griechenland seine Schulden nachhaltig tragen kann, zumal die Arbeitslosenquote bei 23,1 Prozent liegt, während die Jugendarbeitslosenquote sogar 45,2 Prozent erreicht. Dass sich viele Griechen zusehends Sorgen machen, zeigt, dass die Kundeneinlagen bei den dortigen Banken im Februar auf 119,07 Mrd. Euro gesunken sind. Das war der dritte Rückgang in Folge.


Die Entwicklungen in Griechenland haben selbstverständlich auch Einfluss auf die Gemeinschaftswährung Euro. In unserer ISIN-Liste finden Sie interessante Anlageideen rund um den Euro, zum Beispiel einen Endlos Turbo Short 1,1425, Basiswert EUR/USD mit der WKN DG3BFQ


Portugal senkt das Haushaltsdefizit kräftig

Im Gegensatz zu Griechenland gab es zuletzt gute Nachrichten aus Portugal. Das Land im Westen der Iberischen Halbinsel hat 2016 das Haushaltsdefizit auf 2,1 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung verringert, nachdem die Neuverschuldung 2015 noch bei 4,4 Prozent gelegen hatte. Die Wirtschaft war zuletzt drei Jahre in Folge gewachsen. Trotz der Verringerung der Neuverschuldung war der Schuldenberg zuletzt aber auf 130,4 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen – das ist der drittschlechteste Wert in der Euro-Zone hinter Griechenland und Italien.


Konjunktur_Portugal (3)„Erst wenn der Schuldenstand im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt sinkt, kann von einer Verbesserung der wirtschaftlichen und finanziellen Bedingungen gesprochen werden“, sage Analyst Filipe Garcia vom Finanzhaus Informacao de Mercados Financeiros. Portugal sei „sehr darauf fokussiert“ mit seinem hohen Schuldenberg fertig zu werden, sagte Finanzminister Mario Centeno zuletzt. Laut den Schätzungen der Volkswirte soll die Wirtschaft im laufenden Jahr um rund ein Prozent wachsen, wodurch die Arbeitslosenquote von zuletzt 10,5 Prozent allmählich weiter sinken könnte. Dabei soll das Haushaltsdefizit auf 1,6 Prozent der Wirtschaftsleistung zurückgehen.


Trotz des Rückgangs der Neuverschuldung sind die Zinsen für zehnjährige Anleihen in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Mit rund vier Prozent liegen sie angesichts des Schuldenbergs aber auf einem extrem niedrigen Niveau. Dennoch zeigt ein Indikator, dass die Kapitalflucht aus Portugal unvermindert weitergeht: der Target2Saldo. So spiegelt ein positiver Target2-Saldo eine Forderung der Notenbank eines Landes, beispielsweise Deutschlands, gegenüber der EZB wider, während ein negativer Saldo eine Verbindlichkeit gegenüber der EZB widerspiegelt. Ende Januar war der Target2-Saldo Portugals auf minus 72,8 Mrd. Euro gestiegen und zeigt damit an, dass weiterhin Geld aus Portugal abfließt. Damit liegt er in der Nähe des Rekordhochs vom Juli 2012, dem Höhepunkt der Schuldenkrise in der Euro-Zone.


Auch Spanien hat in der Schuldenkrise kräftig Federn gelassen und steht weiter vor gr0ßen Herausforderungen. Wie es aktuell steht um die spanische Wirtschaft und was Investoren von Draghi erwarten, schauen wir uns morgen an.


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