Kolumnist: Feingold-Research

Schrumpfender US-Aktienmarkt stellt Investoren vor Herausforderungen




10.10.17 11:28
Feingold-Research

Auch wenn sich die Hoffnungen der Investoren an die neue US-Administration – beispielsweise zur Steuerreform – noch nicht erfüllen konnten, befinden sich die wichtigsten US-Indizes weiter im Aufwärtstrend. Wir empfehlen dennoch weiter dem eigenen Depot als Absicherung Put-Scheine beizumischen, zum Beispiel das Papier DL73EM auf den NASDAQ, HU78B1 auf den DOW oder DL5HLH auf den S&P 500. Die sehr gute Entwicklung des US-Aktienmarktes überdeckt aber auch einen weniger positiven Aspekt: die Zahl der börsennotierten Unternehmen in den USA ist rückläufig. Anscheinend sehen immer weniger Unternehmen einen Börsengang als erstrebenswert oder als notwendig für die eigene wirtschaftliche Entwicklung an. Dies stellt Anleger und Investoren vor neue Herausforderungen.


Die beeindruckenden Kursgewinne am US-amerikanischen Aktienmarkt über die vergangenen Jahre haben eine weniger positive Entwicklung in den Schatten gestellt: Die Zahl der Aktiengesellschaften in den Vereinigten Staaten hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als halbiert. „Der stark schrumpfende Aktienmarkt bedeutet große Herausforderungen für Investoren, insbesondere für solche, die in Nebenwerte investieren“, sagt Frank Alonso, Portfoliomanager des T. Rowe Price Small-Cap Stock Fund.


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Börse_USA_NewYork_4So sei die Anzahl der Aktiengesellschaften im Wilshire 5000 Total Market Index, in dem alle Unternehmen mit Hauptsitz in den USA gelistet sind, von ihrem Höchststand im Juli 1998 mit 7.562 gelisteten Unternehmen auf 3.465 Unternehmen im Juni 2017 gefallen. „Das letzte Mal, als tatsächlich 5000 Titel in diesem Index gelistet waren, war Ende 2005.“  Zwei Entwicklungen sind dabei zu beobachten: Zum einen gäben immer weniger Aktiengesellschaften Anteile aus, zum anderen sei die Gesamtzahl der auf dem Markt gehandelten Anteile zurückgegangen. „Die niedrigen Zinsen und das langsame Wirtschaftswachstum regen die Firmen dazu an, ihre eigenen Anteile zurückzukaufen“, sagt Frank Alonso. „Dadurch sind noch weniger Aktien in Umlauf.“


Die sinkende Anzahl verfügbarer Anlagemöglichkeiten ließe sich zudem auf andere Entwicklungen zurückführen: es gebe mehr Übernahmen und Fusionen sowie mehr Private Equity Deals, eine wachsende Zahl an Vorschriften, einen starken Rückgang an Firmen, die überhaupt an die Börse gehen – vor allem in den vergangenen Jahren, sowie einige Misserfolge auf Unternehmensseite. „Die niedrigen Kapitalkosten sowie der Mangel an wirtschaftlichem Wachstum waren ein gutes Umfeld für Übernahmen und Fusionen“, sagt Alonso. „Größere Unternehmen haben kleinere mit einem ordentlichen Aufpreis gekauft und so versucht, die eigenen Wachstumsziele zu erreichen. Das niedrige Zinsniveau hat diese Vorgehensweise gefördert.“


 Komplexes Umfeld: Anspruchsvolle Aktionäre und wenig Anreize für Börsengänge

USA_SymbolBei Fusionen und Übernahmen seien strategische Investoren aber nicht die einzigen Interessenten. So hätten auch Private-Equity-Fonds derzeit viel Investmentkapital zur Verfügung. Aber auch auf der Verkäuferseite gebe es Bewegung: „Durch höhere regulatorische Anforderungen, und die damit einhergehenden höheren laufenden Kosten, wollen weniger Firmen an die Börse gehen oder aber dort verbleiben“, sagt Alonso. „Hinzu kommt, dass Hedgefonds und andere Investoren derzeit sehr aktiv sind und den Druck auf Unternehmen erhöhen, bessere Ergebnisse zu erzielen. Das bewegt einige notierte Firmen dazu, sich von der Börse zurückzuziehen und private Investoren ins Boot zu holen, während nicht-notierte Firmen deshalb gar nicht erst an die Börse gehen.“ Einige Firmenchefs scheuten zudem den mit einem Börsengang verbundenen Verlust von Kontrolle – insbesondere, wenn sie auch anderweitig Geldgeber fänden.


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„Während sich mehr und mehr Firmen von der Börse zurückziehen gibt es gleichzeitig einen Mangel an neuen Börsengängen“, sagt Alonso. Seit der Hochzeit der Börsengänge in den späten 1990er Jahren seien die Zahlen um mehr als die Hälfte gesunken. Dieser Rückgang sei auch dadurch verschärft worden, dass es in der Vergangenheit mehr Venture Capital Investments gegeben habe und Firmen, die expandieren wollten, nicht mehr zwangsläufig auf die Börse angewiesen waren, um neue Mittel zu erhalten. Zudem umgingen sie so die mit einem Börsengang verbundenen Transparenz- und Kontrollpflichten. „Beim eigentlichen Börsengang sind einige Firmen schon dem Segment der Nebenwerte entwachsen und somit außerhalb der Reichweite von Small-Cap Investoren.“


USA_Stadion_BaseballDiese Entwicklung zeige sich auch in den Statistiken: „Zwischen den Jahren 1976 und 1996 waren Firmen zum Zeitpunkt ihres Börsenganges im Schnitt 7,8 Jahre alt. Dieser Schnitt liegt im Zeitraum von 1997 bis 2016 bei 10,7 Jahren“, sagt Alonso. Das entspricht einem Anstieg von 37 Prozent. „Außerdem gab es in den USA im August diesen Jahres 120 sogenannte Unicorns. Das sind Start-ups, die mit Venture Capital finanziert werden und deren Bewertung höher als eine Milliarde US-Dollar ist. Im Jahr 2013 gab es von diesen Unicorns gerade einmal 40.“


Welche Chancen die gegenwärtigen Rahmenbedingungen für aktie Asset Manager bieten, schauen wir uns morgen im zweiten Teil an.


Quelle: T. Rowe Price / eigene Recherche



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