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Kolumnist: Michael Beck, Leiter Portfolio Management

Schleichende Eintrübung




10.10.18 14:55
Michael Beck, Leiter Portfolio Management

Die Themen an sich sind bekannt, scheinen sich aber zu verschärfen. Die rechtspopulistische Regierung Italiens geht zunehmend auf Konfrontationskurs zur EU-Kommission und sorgt für die ein oder andere (noch kleine) Schockwelle an den Finanzmärkten. Der Austritt Großbritanniens gestaltet sich nicht nur immer chaotischer, die Wahrscheinlichkeit steigt sogar, dass ein völlig ungeordneter harter Brexit stattfinden könnte. Die Unternehmen und Investoren in Großbritannien und auf dem Kontinent sind von dieser Vorstellung alles andere als begeistert. Und der anhaltende zerstörerische Trump-Wahlkampfmodus lässt den Handelsstreit mit China und Europa weiter eskalieren.
 

Dies alles fällt in eine Zeit der Rekordverschuldung vieler Staaten und Unternehmen, die seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 beängstigende Ausmaße angenommen hat. Selbst der IWF als eher träge Organisation hat nun den Finger erhoben und auf die wachsenden Risiken im globalen Finanzsystem und für die Weltwirtschaft hingewiesen. Das ist auch wenig verwunderlich, denn soeben durfte der IWF dem strauchelnden Argentinien mit 50 Mrd. USD Finanzhilfe unter die Arme greifen. Und weitere Staaten wie die Türkei und Pakistan wären ohne Frage für Finanzhilfen qualifiziert, allein der Gesichtsverlust hindert Potentaten wie Erdogan daran, diese Hilfen in Anspruch zu nehmen.
 

Über den Sommer hinweg sind die deutschen Exporte und die Industrieproduktion leicht gesunken, was erste Bremsspuren aus der Handelsstreitproblematik verdeutlicht. Andererseits kann das Wachstum auch nicht endlos weitergehen, sodass sich die Stabilisierung auf hohem Niveau in diesem Umfeld durchaus gut „anfühlt“. Falls sich die genannten Themenfelder nicht nur nicht weiter verschärfen, sondern sogar beim ein oder anderen Protagonisten die Einkehr von Vernunft zu verzeichnen wäre, könnte es aufgrund der dann zu spürenden Entspannung bei diesen Krisenthemen zu einer versöhnlichen Marktbewegung zum Jahresende hin kommen. Laut einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sehen die befragten 13 Banken den Dax zum Jahresende im Schnitt bei 13.031 Punkten. Dies könnte man aus heutiger Sicht wohl sofort unterschreiben. Das Sentix-Anlegersentiment in der Eurozone hat sich dagegen etwas eingetrübt, was aber manchmal auch als Kontraindikator angesehen werden kann. Investoren sollten jedenfalls wachsam bleiben.  

www.ellwanger-geiger.de/privatbank


Hinweise:


Die vorliegenden Informationen sind keine Finanzanalyse im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.


 





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