Kolumnist: Gerd Bennewirtz

SJB FondsEcho. Kontinent. Übersehen. BB African Opportunities .




08.02.18 19:22
Gerd Bennewirtz

SJB FondsEcho. BB African Opportunities.


 


Kontinent. Übersehen.


In einer Zeit, in der sich die Börsen der Industrieländer trotz vereinzelter Korrekturen in einer über neunjährigen Haussephase befinden, fehlt vielen Investoren der Blick für aufstrebende Aktienmärkte abseits des „Mainstreams“. Dies gilt insbesondere für Afrika, obwohl sich auf dem riesigen Kontinent in den letzten Jahren Vieles zum Besseren gewandelt hat.


Hinsichtlich des BIP-Wachstums lässt Afrika bereits heute die industrialisierten Länder hinter sich: Die Wachstumsrate des realen Bruttoinlandprodukts der afrikanischen Länder liegt bei mehr als 5,0 Prozent und übertrifft damit die der entwickelten Staaten. Bedingt durch die hohe wirtschaftliche Dynamik stieg auch das Pro-Kopf-Einkommen zuletzt deutlich an. Wichtige internationale Institutionen wie die Weltbank und der IWF prognostizieren eine Fortsetzung des positiven Trends. Kann Afrika bei Schlüsselthemen wie Schuldenabbau, Inflationsbekämpfung, Aufbau von Fremdwährungsreserven sowie Infrastrukturinvestitionen weiter Erfolge erzielen, so ergeben sich ganz neue Chancen. Marktexperte Malek Bou-Diab von der Schweizer FondsGesellschaft Bellevue Asset Management betont: Es sind gerade die zahlreichen Mikro-Reformen, die regional neue Wachstumsimpulse setzen. Beispiele sind die Liberalisierung des Telekommunikationssektors in Nord- und Subsahara-Afrika oder die Maßnahmen zur Förderung lokaler Industrieproduktion.


Wichtig für einen erfolgreichen Afrikafonds ist besonders die richtige Länderauswahl: Hier ist FondsManager Bou-Diab besonders stark in Ägypten sowie Marokko investiert, während das mit Währungsproblemen kämpfende Nigeria nur unterdurchschnittlich repräsentiert ist. Wie der Marktstratege betont, setzte sich in Ägypten die Verbesserung des Makroumfeldes im dritten Quartal 2017 mit einem BIP-Wachstum von 5,2 Prozent im Jahresvergleich fort, hinzu kam eine rückläufige Inflationsrate. Die Auszahlung einer weiteren IWF-Kredittranche sowie der unveränderte Leitzins stützten gleichfalls den ägyptischen Aktienmarkt. Die Börse in Marokko verzeichnete hingegen Verkaufsdruck auf einheimische Titel, nachdem Furcht vor einem kurz- bis mittelfristigen wirtschaftlichen Abschwung aufgekommen war. Relativ ruhig blieb es an der Börse von Nigeria, wobei die erneute landesweite Benzinknappheit Fragen hinsichtlich der Verfügbarkeit von Devisen für Ölimporte aufgeworfen hat.


Generell sieht FondsManager Bou-Diab die afrikanischen Aktienmärkte weiter mit attraktivem Wachstumspotenzial ausgestattet – der strukturelle Wandel und neue Infrastrukturinvestitionen, aber auch die Rohstoffvorkommen auf dem afrikanischen Kontinent sind die wichtigsten Gründe dafür. An diesem langfristigen Chancenreichtum Afrikas partizipieren können Investoren mit dem BB African Opportunities B EUR (WKN A0RP3D, ISIN LU0518403992). Der Fonds wurde am 30. Juni 2009 aufgelegt und verfügt aktuell über ein Vermögen von 67,9 Millionen Euro. Investiert wird vorwiegend in Unternehmen aus den aufstrebenden Ländern Afrikas (Frontier Markets), doch auch in Südafrika ist der Bellevue-Fonds mit rund 17 Prozent engagiert. Als Referenzindex wird der Dow Jones Africa Titans 50 genutzt, von dessen Zusammensetzung Marktstratege Bou-Diab im Rahmen seiner aktiven Portfolioverwaltung teils deutlich abweicht. Durch seine individuelle Länder- und Sektorengewichtung gelingt es dem Afrikaexperten, die Benchmark des Fonds seit Auflage klar zu übertreffen: Einer Wertentwicklung des Bellevue-Produktes von +59,16 Prozent in Euro steht eine Performance des Vergleichsindex von +40,00 Prozent gegenüber. Wie stellt sich die FondsStrategie im Detail dar?


 


FondsStrategie. Bottom-up-Strategie. Umgesetzt.


Der BB African Opportunities hat sich langfristiges Kapitalwachstum zum Ziel gesetzt und investiert hierzu in börsennotierte Unternehmen aus den aufstrebenden Ländern Afrikas. Der besondere Fokus liegt auf den nordafrikanischen Ländern und den Staaten der Sub-Sahara, doch generell können Aktien von allen Unternehmen aufgenommen werden, die ihren Sitz oder die überwiegende Geschäftstätigkeit in afrikanischen Ländern haben. Insgesamt konzentriert sich FondsManager Bou-Diab auf die Länder, die am stärksten von dem zunehmenden Strukturwandel, den Wirtschaftsreformen, den Infrastrukturinvestitionen sowie den hohen Rohstoffvorkommen in Afrika profitieren. Von Unternehmensseite her liegt der Schwerpunkt auf profitabel arbeitenden Firmen großer und mittlerer Marktkapitalisierung, die von der starken Wachstumsdynamik der Region besonders begünstigt werden. Wichtig sind für Bou-Diab bei der Einzeltitelauswahl die Transparenz, Liquidität, Widerstandsfähigkeit und Wachstumsaussichten eines Unternehmens, das im Vergleich zu seiner Peergroup ein attraktives Rendite-Risiko-Profil aufweisen sollte. Die Aktienselektion des Fonds basiert auf einer fundamentalen Bottom-up-Analyse der Einzelwerte in Kombination mit einer Top-down-Analyse auf Länderebene. So konstruiert der Marktstratege ein über Länder und Sektoren breit diversifiziertes Portfolio aus den attraktivsten afrikanischen Unternehmen, das aktuell aus 50 Einzeltiteln besteht. Afrikaexperte Bou-Diab verfolgt einen Contrarian-Ansatz, der die Schwerpunkte entgegen der vorherrschenden Marktmeinung legt. Wie er selbst betont, sei Afrika ein „Jagdgrund für antizyklische Investitionen“ – von anderen Marktteilnehmern werde der Kontinent oft zu pessimistisch wahrgenommen oder gar ignoriert. Wie ist das Portfolio im Einzelnen strukturiert?


 


FondsPortfolio. Ägypten. Führend.


Im BB African Opportunities liegt Ägypten mit einem Anteil von 36,1 Prozent des FondsVermögens in der Länderallokation klar vorn. Auf dem zweiten Platz findet sich Marokko mit 19,6 Prozent des FondsVolumens. Platz drei in der geographischen Aufteilung des Bellevue-Fonds belegt Südafrika mit 16,6 Prozent – eine geringe Gewichtung im Vergleich mit anderen Afrikafonds. 5,3 Prozent des FondsVermögens sind in Zambia investiert, Ghana ist mit 3,8 Prozent innerhalb des Portfolios gewichtet. Es folgen weitere afrikanische Länder wie Ruanda (2,5 Prozent), Burkina Faso (2,0 Prozent) sowie Kenia (1,8 Prozent). Das FondsPortfolio wird durch eine Position in Tunesien (1,3 Prozent) abgerundet, sonstige afrikanische Länder repräsentieren 5,1 Prozent der FondsBestände.


In der Sektorenallokation des Afrikafonds liegen Finanztitel mit 24,1 Prozent des FondsVermögens auf Platz eins. Platz zwei der wichtigsten Branchen des Bellevue-Produktes nimmt der Sektor der Basiskonsumgüter mit 18,8 Prozent Portfolioanteil ein. Im Bereich der Rohstoffwerte hat FondsManager Bou-Diab 13,6 Prozent des FondsVermögens investiert, Industrietitel sind mit 11,2 Prozent gewichtet. Unternehmen aus dem Sektor der zyklischen Konsumgüter decken 7,1 Prozent des FondsVolumens ab, Immobilienaktien besitzen einen Anteil von 6,3 Prozent am Portfolio. Energietitel (3,8 Prozent), Obligationen (3,4 Prozent) sowie Aktien aus dem Gesundheitswesen (2,9 Prozent) komplettieren die Branchenstruktur des Afrikaproduktes. Auf dem letzten Platz der Sektoren-Top 10 liegen Telekommunikationsdienstleister mit 1,8 Prozent. Per Ende Dezember 2017 beträgt die Liquiditätsquote des Fonds 6,0 Prozent.


 


FondsVergleichsindex. Korrelation. Deutlich.


Für unsere SJB FondsAnalyse haben wir den BB African Opportunities dem Dow Jones Africa Titans 50 und damit der vom Fonds selbst gewählten Benchmark gegenübergestellt. Das Ergebnis des Vergleichs mit dem breit gestreuten afrikanischen Aktienindex zeigt die erwarteten Parallelen bei der Kursentwicklung: Über drei Jahre ist die Korrelation mit 0,72 deutlich ausgeprägt, über ein Jahr geht die Kennziffer auf 0,33 zurück. Die Kennzahl R² bestätigt, dass sich FondsManager Bou-Diab kurzfristig stärker vom Referenzindex gelöst hat. Für drei Jahre liegt R² bei 0,52, über ein Jahr nimmt die Kennziffer einen Wert von 0,11 an. Damit haben sich mittelfristig 48 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 89 Prozent - die Konsequenz einer noch individuelleren Länder- und Sektorengewichtung. Der Tracking Error des Bellevue-Fonds liegt über drei Jahre bei 12,13 Prozent, auf Jahressicht geht die Spurabweichung leicht auf 11,76 Prozent zurück. Mit welcher Schwankungsneigung sollten Investoren des Afrikaproduktes kalkulieren?


 



 


FondsRisiko. Volatilität. Niedrig.


Der BB African Opportunities weist über drei Jahre eine Volatilität von 12,09 Prozent auf, die erheblich unter den 17,94 Prozent liegt, die der Dow Jones Africa Titans 50 als Vergleichsindex zu verzeichnen hat. Im kurzfristigen Betrachtungshorizont setzt sich das für den aktiv gemanagten Fonds so attraktive Szenario einer niedrigeren Schwankungsintensität fort: Über ein Jahr beträgt die „Vola“ des Afrikafonds 8,86 Prozent gegenüber 11,86 Prozent bei der passiven Benchmark. Die durchweg geringer ausfallende Schwankungsneigung des Bellevue-Produktes macht den Afrikafonds im Vergleich mit dem Referenzindex zum klaren Sieger mit Blick auf die Risikostruktur.


Die niedrigeren Volatilitätswerte des BB African Opportunities machen sich auch in der Beta-Analyse positiv bemerkbar. Über drei Jahre vermag der Bellevue-Fonds ein weit unter Marktniveau liegendes Beta von 0,50 zu generieren, für ein Jahr nimmt die Risikokennziffer einen Wert von 0,27 an. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über die letzten drei Jahre komplettiert das erfreuliche Gesamtbild für den Afrikafonds: Das Beta des Bellevue-Produktes präsentiert sich in allen Analysezeiträumen niedriger als der Marktrisikofixwert von 1,00 und markiert dabei Werte zwischen 0,27 im Tief und 0,83 in der Spitze. Mit seiner Schwankungsarmut und dem moderaten Risikoprofil vermag der Bellevue-Fonds zu überzeugen – niedrige Beta-Werte bilden die perfekte Ergänzung zu den geringen Volatilitätszahlen. Welche Renditen kann das FondsProdukt auf dieser Basis erwirtschaften?


 


FondsRendite. Alpha. Negativ.


Über drei Jahre wartet der BB African Opportunities mit einer Wertentwicklung von -10,93 Prozent in Euro auf (Stichtag 05.02.2018). Besser steht der Dow Jones Africa Titans 50 Index da, der im selben Zeitraum ein Minus von lediglich -1,37 Prozent auf Eurobasis verzeichnet. Die Zahlen entsprechen einer Rendite p.a. von -3,78 Prozent beim Fonds bzw. einer Jahresrendite von -0,46 Prozent bei der Benchmark. Der Renditevorsprung des Dow Jones-Referenzindex bleibt auch im kurzfristigen Zeithorizont erhalten: Einer positiven Performance des Bellevue-Produktes von +7,46 Prozent für ein Jahr auf Eurobasis steht eine Wertentwicklung von +21,15 Prozent beim Africa Titans 50 Index gegenüber. Kurz- wie mittelfristig vermag der aktiv gemanagte Afrikafonds seine historische Mehrrendite gegenüber der passiven Benchmark nicht zu wiederholen – die seit FondsAuflage zu verzeichnende Outperformance bleibt davon jedoch unberührt!


In der Konsequenz ergibt sich für den BB African Opportunities ein Alpha-Wert von -0,31 über drei Jahre. Auf Jahressicht kann sich die Kennzahl in den grünen Bereich vorarbeiten und liegt mit 0,19 im Plus. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich des Alphas über drei Jahre wird deutlich, dass der Fonds mehrheitlich die bessere Wertentwicklung als die Benchmark aufzuweisen hat: In 19 der letzten 36 analysierten Einjahresperioden lag das Alpha über Marktniveau und erreichte einen Wert von 2,14 in der Spitze. Dem stehen 17 Einzelzeiträume gegenüber, in denen sich die Renditekennziffer im negativen Bereich befand und dabei Werte von zutiefst -1,10 verzeichnete. Die Quintessenz: FondsManager Malek Bou-Diab erzielt in mehr als der Hälfte der Fälle attraktive Mehrrenditen gegenüber dem breiten afrikanischen Markt, wobei die geringe Schwankungsneigung seines FondsPortfolios das Rendite-Risiko-Verhältnis weiter verbessert. Angesichts der mittelfristigen Underperformance zum Gesamtmarkt reicht es trotzdem nur zu einer leicht negativen Information Ration von -0,28 über den letzten Dreijahreszeitraum.


 


SJB Fazit. BB African Opportunities.


Gerade antizyklische Investoren sollten den afrikanischen Kontinent nicht links liegen lassen, der weitgehend unerschlossene Anlagepotenziale eröffnet und Firmen mit attraktivem Wachstumspotenzial aufzuweisen hat. Hinsichtlich des BIP-Wachstums lässt Afrika bereits heute die industrialisierten Länder hinter sich – gehen der strukturelle Wandel und die Reformpolitik weiter, dürften sich insbesondere die aufstrebenden Aktienmärkte in Nord- und Sub Sahara-Afrika langfristig ausgezeichnet entwickeln. Der BB African Opportunities verfügt über einen ausgezeichneten langfristigen Track Record und macht dem risikobewussten Anleger eines der letzten Abenteuer der globalen Aktienmärkte zugänglich!


 


 


Erläuterungen


 


Alpha


Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.


 


Beta


Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.


 


Dividendenrendite


Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.


 


Information Ratio


Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.


 


Korrelation


Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.


 


Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)


Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.


 


Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)


Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.


 


Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)


Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.


 



Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.


 


Sharpe Ratio


Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.


 


Tracking Error


Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.


 


Value-at-risk (VAR)


Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.


 


Autor:


Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.


 


 
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