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Kolumnist: Gerd Bennewirtz

SJB FondsEcho. Familienunternehmen. Fokussiert. BB Entrepreneur Europe .




06.12.17 19:43
Gerd Bennewirtz

SJB FondsEcho. BB Entrepreneur Europe.


 


Familienunternehmen. Fokussiert.


Steigende Gewinne bei den Unternehmen der Eurozone, die allein im dritten Quartal um 16 Prozent zulegten, wirkten sich auch auf die Kursentwicklung inhabergeführter Firmen positiv aus. Die von FondsManagerin Birgitte Olsen betreute Entrepreneur-Strategie von Bellevue Asset Management, die bei der Titelauswahl aktuell auf eine zyklische Ausrichtung setzt, konnte in diesem positiven Marktumfeld 2017 bislang um +16,65 Prozent auf Eurobasis zulegen.


Wie Marktexpertin Olsen betont, heben sich vom Eigentümer selbst geführte Unternehmen in vielfacher Hinsicht positiv von anderen Aktiengesellschaften ab. Oft ist ein erheblicher Teil des Familienvermögens im Unternehmen investiert, was zu einem hohen Verantwortungsbewusstsein der Geschäftsführung führt. Die persönliche Nähe zu Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern ist stärker ausgeprägt, zudem besitzen die Eigentümer eine hohe emotionale Bindung zum Unternehmen und denken in Generationen, während die kurzfristige Gewinnmaximierung in den Hintergrund rückt. Weitere Vorteile inhabergeführter Unternehmen sieht FondsManagerin Birgitte Olsen in dem meist hohen Qualitätsbewusstsein, der Solidität und Stabilität der erzielten Erträge sowie den effizienteren Führungsstrukturen. Die Firmen sind in der Regel konservativ finanziert, besitzen eine geringe Fremdverschuldung und generieren einen hohen Cashflow.


Sich die besonderen Vorzüge dieser Unternehmen zunutze zu machen, hat sich der BB Entrepreneur Europe AB EUR (WKN A1J2U9, ISIN LU0810317205) zum Ziel gesetzt. Der am 31. Juli 2012 aufgelegte Aktienfonds konzentriert sich ganz auf börsennotierte eigentümergeführte Unternehmen aus Europa. FondsManagerin Birgitte Olsen ist im Anlagesegment der Familienunternehmen sehr erfahren – seit fast zehn Jahren ist sie bei Bellevue Asset Management für die Entrepreneur-Strategien verantwortlich. Mit Hilfe eines fundamentalen Bottom-up-Ansatzes wählt sie die attraktivsten eigentümergeführten Unternehmen mittlerer und großer Marktkapitalisierung aus und konstruiert aus diesen Titeln ein über europäische Länder und Sektoren breit diversifiziertes Portfolio. Der BB Entrepreneur Europe verfügt über ein FondsVolumen von 108,4 Millionen Euro und verwendet als Referenzindex den STOXX Europe 600 (Net Return). Mit ihrem speziellen Investmentansatz gelang es FondsManagerin Olsen auch im laufenden Jahr, die Performance der Benchmark zu übertreffen: Einer Wertentwicklung von +16,65 Prozent des Bellevue-Fonds steht eine Performance des breit gestreuten europäischen Vergleichsindex von +12,05 Prozent gegenüber. Mit welcher FondsStrategie erzielt Olsen diese attraktive Mehrrendite?


 


FondsStrategie. Stockpicking-Ansatz. Fundamental.


Der BB Entrepreneur Europe strebt die Erzielung eines langfristigen Kapitalwachstums an und investiert hierzu in ausgewählte Aktien von Unternehmen, die ihren Sitz oder den überwiegenden Anteil ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit in Europa haben. Zudem müssen die Firmen von den Eigentümern selbst geführt werden. Als eigentümergeführt gelten laut FondsManagerin Olsen Unternehmen, bei denen der Unternehmer oder eine Unternehmerfamilie mindestens 20 Prozent der Stimmrechtsanteile kontrollieren und zugleich einen maßgeblichen Einfluss auf die Unternehmenspolitik ausüben. Durch diese Fokussierung macht sich Birgitte Olsen die positiven Eigenschaften solcher Unternehmen zunutze: ein fokussiertes Geschäftsmodell, kurze Entscheidungswege, eine nachhaltige Geschäftspolitik sowie die starke Unternehmerkultur. Dies führe zu Innovationseffizienz, hoher Produktqualität sowie starker Kundenbindung und wirke sich nachweislich positiv auf den Aktienkurs aus, betont die FondsManagerin weiter. Im Rahmen der aktiven Portfolioverwaltung nimmt sie in ihrem Europafonds eine individuelle Länder- und Sektorengewichtung vor und strebt danach, den Vergleichsindex STOXX Europe 600 in seiner Wertentwicklung zu übertreffen. Gelungen ist ihr dies zuletzt mit einem 40 Einzeltitel umfassenden Portfolio, das die einzelnen Wertpapiere mit Hilfe eines fundamental orientierten Stockpicking-Ansatzes auswählt. Die Bottom-up-Strategie filtert aus dem Anlageuniversum von rund 1.800 europäischen Einzelaktien familien- bzw. eigentümergeführter Unternehmen die langfristig attraktivsten Einzelinvestments heraus. Bevorzugt werden dabei wenig verschuldete Qualitätsunternehmen mit intakten Bilanzen und solidem Cashflow. Wie sieht die Portfoliostruktur im Detail aus?


 


FondsPortfolio. Italien. Führend.


In der Länderallokation des BB Entrepreneur Europe liegt Italien mit einem Anteil von 20,1 Prozent am FondsVermögen knapp vorn. Dahinter befindet sich Frankreich mit 20,0 Prozent des FondsVolumens auf dem zweiten Platz. In der geographischen Aufteilung des Europafonds mit Fokus auf eigentümergeführte Unternehmen liegt Spanien mit 10,7 Prozent auf Platz drei. 9,6 Prozent des FondsVermögens sind in Deutschland investiert, die Schweiz ist mit 6,2 Prozent gewichtet. Es folgen die skandinavischen Länder Dänemark und Schweden (jeweils 6,0 Prozent), Finnland (5,9 Prozent) sowie Norwegen (4,0 Prozent). Das FondsPortfolio wird durch Positionen in den Niederlanden (2,6 Prozent), Belgien und Österreich abgerundet. Die Liquiditätsquote des Bellevue-Fonds beträgt per Ende Oktober 1,3 Prozent.


In der Sektorenallokation des BB Entrepreneur Europe liegen Industrietitel mit 28,8 Prozent des FondsVermögens auf Platz eins. Der deutsche Maschinenbauer Dürr sowie das finnische Unternehmen Cargotec repräsentieren diesen Bereich unter den Top 10. Platz zwei der wichtigsten Branchen des Bellevue-Produktes nimmt der zyklischer Konsumgütersektor mit 17,2 Prozent Portfolioanteil ein, unter den zehn größten Einzelpositionen durch den Schweizer Uhrenhersteller Swatch vertreten. Im Bereich der Finanzwerte hat Marktexpertin Olsen 15,1 Prozent des FondsVermögens investiert, Titel aus dem Gesundheitswesen sind mit 9,3 Prozent im Portfolio gewichtet. IT-Unternehmen decken 7,9 Prozent des FondsVolumens ab, der Sektor nicht zyklischer Konsumgüter besitzt einen Anteil von 7,4 Prozent. Energiewerte (5,7 Prozent) sowie Rohstoffproduzenten (5,3 Prozent) geben dem FondsPortfolio den letzten Schliff. Antizyklisches Aufholpotenzial sieht FondsManagerin Olsen derzeit besonders bei dem norwegischen Seismikunternehmen PGS, das infolge schwächerer Q3-Zahlen und wegen Gerüchten über eine anstehende Kapitalerhöhung kräftige Kursverluste verzeichnete. Die Aktie gilt der Bellevue-Spezialistin als eine viel versprechende Möglichkeit, auf eine Markterholung zu setzen und dürfte ihrer Einschätzung nach mittelfristig beachtliche Kurssteigerungen erzielen.


 


FondsVergleichsindex. Korrelation. Ausgeprägt.


Für unsere SJB FondsAnalyse haben wir den BB Entrepreneur Europe dem STOXX Europe 600 als Vergleichsindex gegenübergestellt und damit der vom Fonds selbst gewählten Benchmark. Das Ergebnis der Korrelationsanalyse mit dem breit gestreuten europäischen Aktienindex zeigt deutliche Parallelen im Kursverlauf. Über drei Jahre ist die Korrelation mit 0,92 stark ausgeprägt, für ein Jahr fällt sie mit 0,81 etwas geringer aus. Die Kennzahl R² demonstriert, dass FondsManagerin Olsen mit ihrer individuellen Länder- und Sektorengewichtung kurzfristig etwas stärker vom Referenzindex abgewichen ist. Für drei Jahre liegt R² bei 0,84, über ein Jahr nimmt die Kennziffer einen Wert von 0,65 an. Damit haben sich mittelfristig 16 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 35 Prozent. Der Tracking Error verweist auf ein gut funktionierendes Risikomanagement bei dem Bellevue-Fonds: Über drei Jahre liegt die Spurabweichung von der Benchmark bei moderaten 4,98 Prozent. Welche Schwankungsneigung weist Olsens Portfolio inhabergeführter Unternehmen auf?


 



 


FondsRisiko. Beta. Gedämpft.


Der BB Entrepreneur Europe besitzt über drei Jahre eine Volatilität von 14,92 Prozent, die hauchdünn oberhalb der Schwankungsneigung von 14,84 Prozent liegt, die der STOXX Europe 600 als Vergleichsindex zu verzeichnen hat. Im kurzfristigen Betrachtungshorizont über ein Jahr hat der auf eigentümergeführte Unternehmen spezialisierte Fonds gleichfalls die leicht höhere Schwankungsintensität als die Benchmark aufzuweisen. Hier beträgt die „Vola“ des aktiv gemanagten Europafonds 11,24 Prozent gegenüber 10,47 Prozent bei dem passiven Referenzindex. Insgesamt bleibt die Erhöhung der Volatilitätswerte aber moderat und bedingt keine negativen Konsequenzen für die Risikostruktur des Bellevue-Fonds. Welche Erkenntnisse kann die Beta-Analyse zur FondsKlassifikation beitragen?


Über drei Jahre vermag der Bellevue-Fonds ein unter Marktniveau liegendes Beta von 0,95 zu generieren, für ein Jahr nimmt die Risikokennziffer denselben Wert von 0,95 an. Damit liegen die durchschnittlichen Wertschwankungen des FondsPortfolios in beiden Perioden unter dem neutralen Wert von 1,00 – eine erfreuliche Diagnose mit Blick auf die Kursstabilität des Fonds. Ebenfalls positiv zu vermerken ist, dass sich das Beta des Bellevue-Produktes im rollierenden Zwölfmonatsvergleich über die letzten drei Jahre mehrheitlich niedriger als der Marktrisikofixwert von 1,00 präsentiert: In 25 der untersuchten 36 Einzelzeiträume nimmt die Kennzahl einen Wert von zutiefst 0,87 an. Lediglich in elf der betrachteten Perioden liegt das FondsBeta über Marktniveau und erreicht einen Wert von 1,18 in der Spitze. Die zumeist günstigeren Beta-Werte des Bellevue-Fonds künden von einem insgesamt überzeugenden Risikoprofil gegenüber dem europäischen Aktienmarkt. Welche Renditen vermag FondsManagerin Olsen auf dieser Basis zu erwirtschaften?


 


FondsRendite. Alpha. Generiert.


Über drei Jahre kann der BB Entrepreneur Europe mit einer überzeugenden Wertentwicklung von +31,08 Prozent auf Eurobasis aufwarten (Stichtag 04.12.2017). Im Vergleich zum STOXX Europe 600 bedeutet dies einen erheblichen Renditevorsprung von über 18 Prozentpunkten – der marktbreite europäische Aktienindex hat im selben Zeitraum eine Performance von +12,36 Prozent auf Eurobasis erzielt. Die Zahlen entsprechen einer Rendite von +9,43 Prozent p.a. beim Fonds gegenüber einer Jahresrendite von +3,96 Prozent bei der Benchmark. Im kurzfristigen Zeithorizont bleibt das Performanceplus des Bellevue-Fonds gegenüber dem STOXX-Vergleichsindex erhalten: Einer Wertentwicklung des Europafonds von +20,62 Prozent für ein Jahr steht eine Rendite von +14,18 Prozent beim Referenzindex gegenüber. Klarer Sieger im Performancevergleich ist demnach der BB Entrepreneur Europe, der im mittel- wie im kurzfristigen Anlagehorizont eine attraktive Mehrrendite zur Benchmark erwirtschaften kann.


Dieser Performancevorsprung des Fonds schlägt sich auch in dem positiven Alpha nieder, das über drei Jahre mit 0,45 überzeugt. Auf Jahressicht präsentiert sich die Kennzahl mit 0,53 nochmals stärker. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte über drei Jahre wird deutlich, dass der Bellevue-Fonds mit hoher Regelmäßigkeit die bessere Wertentwicklung als der STOXX Europe 600 aufzuweisen hat: In den 36 analysierten Einjahresperioden sind die Alpha-Werte über Marktniveau klar in der Überzahl, denn in 29 Zeiträumen erreichte das Alpha einen positiven Wert bis maximal 0,99. Lediglich in sieben Einzelzeiträumen rutschte die Renditekennziffer in den negativen Bereich und verzeichnete dabei Werte von zutiefst -0,56. Die Quintessenz: Mit ihrer Stockpicking-Strategie vermag FondsManagerin Olsen fast durchgängig eine Mehrrendite zur Benchmark zu generieren, ohne dabei übermäßige Risiken einzugehen. Die über drei Jahre erreichte Information Ratio von 1,06 liegt klar im grünen Bereich und illustriert abschließend das attraktive Rendite-Risiko-Verhältnis des Fonds.


 


SJB Fazit. BB Entrepreneur Europe.


Eigentümergeführte Unternehmen denken in Generationen, nicht in Quartalen. Auf diesem Hintergrund wählt FondsManagerin Birgitte Olsen die besten europäischen Familienunternehmen aus, bei denen sich Verantwortungsbewusstsein, hohe Identifikation und persönliches finanzielles Engagement positiv auf den Aktienkurs auswirken. Mit Hilfe gründlicher Bottom-up-Analysen stellt die Marktstrategin ein über Sektoren und Länder breit gestreutes Portfolio europäischer Aktien zusammen, das den Fokus auf hohe Qualität und solides Wirtschaften legt. Ein ausgezeichnetes Langzeitinvestment für stabilitätsorientierte FondsInvestoren!


 


 


Erläuterungen


 


Alpha


Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.


 


Beta


Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.


 


Dividendenrendite


Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.


 


Information Ratio


Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.


 


Korrelation


Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.


 


Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)


Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.


 


Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)


Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.


 


Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)


Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.


 



Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.


 


Sharpe Ratio


Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.


 


Tracking Error


Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.


 


Value-at-risk (VAR)


Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.


 


Autor:


Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.


 


 
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